SCHLÜCHTERN
Vollmerzer Jahrhundert-Jubiläum begann mit neun Glockenschlägen - große Bilderserie
Fotos: Walter Dörr
Dienstag, 02.06.2026
Wenn man 800 Jahre alt ist, kann man es schon mal krachen lassen. Das dachten sich die Vollmerzer und ganz Degenfeld und organisierten ein tolles Jubiläumsfest.
Zahlreiche Gäste kamen am vergangenen Wochenende zum Teil von weit her angereist, um mitzufeiern. Die offizielle Eröffnung war am Samstagmorgen auf der großen Open-Air-Bühne – der Beginn eines mit vielen Ideen und Attraktionen für Jung und Alt gestalteten Programms eines jungen engagierten Organisations-Teams.
Jahrhundert-Jubiläum begann mit neun Glockenschlägen
Die einheitlich mit Jubiläums-Shirts gekleideten Damen und Herren versammelten sich auf der Bühne, um jeweils ein Jahrhundert mit einem Glockenschlag zu symbolisieren – also von 1226 bis 2026 neun Mal. Der Vorsitzende des Heimatvereins Degenfeld, Maximilian Meyer, begrüßte die Gäste und stellte Vollmerz und seine geschichtliche Vergangenheit kurz dar. Das Degenfelder Heimatlied, das von Karlheinz Kirst gedichtet worden war, trug der ORGA-Chor mit Begleitung von Jürgen Eifert auf dem Akkordeon vor.
Die Festmeile auf der Hauptstraße war mit zahlreichen Zelten bestückt, in denen es ein umfangreiches Angebot gab. Hauptsächlich individuell geschaffene Handarbeiten. Kreative Unikate aus Ton, Holz, Wachs, Gemälde, Schmuck, Dekoartikel für jeden Geschmack, Parfum, Designerhundeleinen, ätherische Öle und Massagen, aber auch Blumen und Degenfelder Honig wurden angeboten. Speziell für die jüngsten Besucher gab es Workshops, wie vom Naturpark Hessischer Spessart einen Schnitzkurs, Kerzentunken von der Villa Kerzenbunt oder der Erwerb des „Pflaster-Führerscheins“ beim Deutschen Roten Kreuz.
Volles Programm am Wochenende
Mächtig Spaß machte das Herumtollen auf den Hüpfburgen des Kunterbunten Kinderzelts. Traktorrundfahrten waren ein Erlebnis für die jüngsten Gäste. Viel Interesse fand eine Ausstellung historischer Fotos sowie alter topografischer Karten und Plänen eines Chronik-Teams. Knut Fehl präsentierte zudem eine von ihm zusammengetragene Dorfchronik, die zugunsten des Heimatvereins Degenfeld verkauft wurde. In einem speziellen Bereich (Männerwiese) fanden Vorführungen des Forstservice Marco Dorn, der Degenfelder Holzwelten Florian Kirchner und Eckert Motorgeräte statt.
Für das leibliche Wohl seiner Gäste hatten die Organisatoren bestens gesorgt, ob Deftiges von der großen Grillstation oder selbstgebackene Kuchenvielfalt im Hofcafe. Neben den üblichen alkoholichen und alkoholfreien Getränken wurde ein speziell angesetzter Degenfelder Tequila serviert und ein extra gebrautes Jubiläumsbier. Proppenvoll war die Feiermeile bei einer geilen Sommernachtsparty mit „Unlimited“ und „Rio live“.
Übrigens: ein Nachkomme der früheren Herrscher in Ramholz, Ferdinand Graf von Degenfeld-Schonburg und seine Frau Madeleine Gräfin von Degenfeld-Schonburg, die auf Schloss Eybach bei Geislingen wohnen, waren auch zum 800-jährigen Jubiläum gekommen. Ein Jubiläum hautnah mit einem richtigen Grafen zu feiern, das hat nicht jeder.
"Es ist wunderschön hier"
Neben dem Unterhaltungsprogramm auf der Open-Air-Bühne wurde die Grundschule Vollmerz vom Naturpark Hessischer Spessart als zweite Naturpark-Schule zertifiziert. Bei einem Kommers dankte Ortsvorsteher Sebastian Kolb allen Helferinnen und Helfern, sowie der ganzen Dorfgemeinschaft, ohne die das Jubiläumsfest nicht möglich gewesen wäre. Er betonte das Miteinander in Vollmerz und das funktionierende Vereinsleben und kam zu dem Schluss: „Es ist wunderschön hier“. Und auch in einem vorgetragenen Mundartgedicht, das Georg Knauf einst gedichtet hat, hieß es, dass Vollmerz „schöner sei, als alle Dörfer rundherum“.
Ehrenamt werde in Vollmerz großgeschrieben, sagte Bürgermeister Matthias Möller – zugleich auch Schirmherr des Jubiläums - in seinem Grußwort. Eine starke Gemeinschaft sei man und Schlüchtern wisse, was man für einen aktiven Ort habe. Mit seinen Veranstaltungen sei Vollmerz ein Werbeträger für die Region. Im Namen des Main-Kinzig-Kreises gratulierte Landrat Thorsten Stolz zu dem großen Gemeinschaftsfest.
Auch am Sonntag viel los
Den Kommers nutzte der neugewählte Ortsbeirat als würdigen Rahmen, drei langjährige ausgeschiedene Mitglieder zu verabschieden und Präsente zu überreichen: der seitherige Ortsvorsteher Hans-Joachim Kirchner, Marita Sauer-Kolb und Manfred Schmidt.
Zum Sonntags-Programm gehörte ein feierlicher Gottesdienst mit Prädikantin Silvia Berkel. Anschließend war ein zünftiger Frühschoppen mit den BlechBRASSers. Degenfelder Kinder zeigten Showtänze, die historische Bürgergarde mit der Biedermeiergruppe Schlüchtern war ein Blickfang und auch die Degenfelder Dorflegenden bei ihrem Showtanz. Zum Abschluss unterhielt der Musikverein Oberzell mit stimmungsvoller Blasmusik. (red)