HANAU

Jugendfilmtage rücken Kinder aus suchtbelasteten Familien in den Fokus

Der Regisseur Lars Smekal (m.) steht nach der Aufführung für Fragen zum Film zur Verfügung
Foto: Melinda Kechter
von Redaktion Kinzig News


Montag, 08.06.2026

Mit der Veranstaltungsreihe „Zwischen Rausch und Realität“ rückt das Diakonische Werk Hanau-Main-Kinzig ein Thema in den Mittelpunkt, das oft verdrängt wird und doch viele Menschen unmittelbar betrifft: Sucht. 

Mit einer Ausstellung und weiteren Aktionen möchte das Diakonische Werk informieren, sensibilisieren und den öffentlichen Austausch über Abhängigkeit, ihre Folgen und Wege zur Hilfe stärken.

Am 23. und 24. Juni finden im Kinopolis Hanau Jugendfilmtage für siebte und achte Klassen Hanauer Schulen statt. Am ersten Veranstaltungstag werden die Schülerinnen und Schüler von Hanaus Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri begrüßt. Im Mittelpunkt steht das Thema Kinder aus suchtbelasteten Familien. Gezeigt wird der Film „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ (2022) von Lars Smekal. Gleich zu Beginn macht der Film deutlich, wie belastend das Aufwachsen in einer von Sucht geprägten Familie für Kinder sein kann.

Eine Szene aus Film „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ - Foto: MAPP Media

Im Anschluss an die Vorführung haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, mit Regisseur Lars Smekal ins Gespräch zu kommen und Fragen zum Film zu stellen. Ziel ist es, für das Thema zu sensibilisieren und geschützte Gesprächsanlässe zu schaffen, in denen junge Menschen über eigene Eindrücke und Erfahrungen sprechen können.

Im Foyer des Kinopolis laden Mitarbeitende des Diakonischen Werks an verschiedenen Stationen dazu ein, mit den Schülerinnen und Schülern über Sucht, familiäre Belastungen und Hilfsangebote ins Gespräch zu kommen.

"Wollen das Thema sichtbar machen"

„Kinder aus suchtbelasteten Familien geraten oft aus dem Blick, obwohl sie besonders viel Unterstützung brauchen. Mit den Jugendfilmtagen wollen wir das Thema sichtbar machen und jungen Menschen Mut geben, über Belastungen und Hilfswege zu sprechen.“ sagt Samuel Mergenthal, Geschäftsleitung Diakonisches Werk.

Lars Smekal arbeitet als Regisseur und Autor. In seinen Werken setzt er sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinander. Besonders interessieren ihn Menschen, die in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert sind oder Diskriminierung erfahren, sowie die Frage, wie wir als Gesellschaft miteinander leben wollen. Bereits 2018 wurde er beim Festival „Jung & Abgedreht“ im Kinopolis Hanau ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Programm gibt es auf diakonie-hanau.de.