DEUTSCHLAND
Brauchen wir noch Apotheken? KV Hessen stellt System infrage
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Mittwoch, 10.06.2026
Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen sorgt mit einem radikalen Sparvorschlag für heftige Diskussionen im Gesundheitswesen. Unter dem provokanten Leitgedanken „Wer braucht noch Apotheken?“ stellt die Ärztestandesvertretung die bestehende Apothekenstruktur grundsätzlich infrage.
Nach Einschätzung der KV Hessen entfalle ein großer Teil der Arbeit in Apotheken ohnehin auf die Abgabe von Fertigarzneimitteln. Dadurch entstünden hohe Kosten im System, die aus Sicht der Vertreter deutlich reduziert werden könnten. Gleichzeitig argumentiert die KV, eine Reform könne die Versorgung sogar effizienter und wohnortnäher machen.
Reduzierung der Apotheken
Konkret schlägt die Organisation vor, Apothekenstrukturen deutlich zu reduzieren. Stattdessen könnten Abgabestellen in Drogeriemärkten entstehen, betrieben mit geschultem Personal. Auch der Versandhandel mit Medikamenten soll ausgebaut werden. Zudem wird diskutiert, ob Ärztinnen und Ärzte künftig selbst Arzneimittel abgeben könnten.
Für die Fläche sieht der Vorschlag ein Modell aus wenigen Regionalapotheken vor, die große Versorgungsgebiete abdecken und zusätzlich einen Fahrdienst anbieten. Ziel sei eine Milliardenersparnis im Gesundheitssystem bei gleichzeitig gesicherter Versorgung.
Die Aussagen stoßen bereits jetzt auf deutlichen Widerspruch aus dem Apothekenwesen und der Gesundheitspolitik. Kritiker warnen vor Risiken für die Arzneimittelsicherheit und die Beratung vor Ort.