OFFENBACH

Hiebe statt Liebe: Vermeintliche Dates enden in Gewalt

Die Polizei Offenbach rät zur Vorsicht bei Treffen über Dating-Apps
Symbolbild: KN/Jonas Wenzel (Yowe)
von Redaktion Kinzig News


Freitag, 12.06.2026

Nach zwei ähnlichen Gewalttaten in Offenbach schlägt die Polizei Alarm: In beiden Fällen könnten Männer über Dating-Apps gezielt in eine Falle gelockt und anschließend attackiert worden sein. Die Ermittler prüfen einen möglichen Zusammenhang zwischen den Taten und raten zur Vorsicht bei Treffen über Datingapps. 

Ein Fall ereignete sich am Samstagabend gegen 21.30 Uhr auf einem Spielplatz in der Eberhard-von-Rochow-Straße. Dort wurde ein 21-Jähriger nach Polizeiangaben plötzlich von mehreren teils maskierten Jugendlichen oder jungen Männern angegriffen. Die Täter schlugen und traten auf ihn ein, zudem soll eine Pfeffer-Pistole eingesetzt worden sein.

Nur wenige Tage zuvor kam es zu einem ähnlichen Vorfall im Brunnenweg. Ein 40-jähriger Mann traf dort am späten Abend vor einem Mehrfamilienhaus auf mehrere dunkel gekleidete und maskierte Personen. Auch er wurde attackiert und unter anderem mit einem harten Gegenstand geschlagen. Eine Pfeffer-Pistole sei ebenfalls mitgeführt worden, blieb in diesem Fall jedoch unbenutzt. Beide Männer mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

Polizei vermutet gezielte Falle über Dating-Apps

Besonders brisant: Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sich beide Opfer über Dating-Apps zu den späteren Tatorten verabredet. Statt eines Dates warteten dort offenbar mehrere Angreifer auf sie. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass die Männer gezielt an abgelegene Orte gelockt worden sein könnten. Ein möglicher Zusammenhang zwischen den beiden Fällen wird derzeit intensiv geprüft.

Angesichts der Vorfälle richtet die Polizei einen deutlichen Appell an Nutzerinnen und Nutzer von Dating-Apps: Treffen sollten niemals an abgelegenen Orten stattfinden, sondern immer in belebten, öffentlichen Bereichen.

Zudem rät die Polizei, Freunde oder Familie über ein Treffen zu informieren, Standortfreigaben zu nutzen und bei kurzfristigen Ortswechseln besonders misstrauisch zu werden.

Auch ungewöhnliche Situationen – etwa wenn plötzlich mehrere Personen am Treffpunkt erscheinen – sollten als Warnsignal gelten. In solchen Fällen solle man den Ort sofort verlassen und im Zweifel den Notruf 110 wählen.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen der beiden Attacken laufen weiter.