MAIN-KINZIG-KREIS
Wie Ihr mit diesen pelzigen Krabblern am besten umgehen solltet
Foto: 123RF/Sergei Millikin
Sonntag, 14.06.2026
Der Main-Kinzig-Kreis weist auf mögliche Gesundheitsgefahren durch den Eichenprozessionsspinner hin. Die Raupen des Nachtfalters tragen feine Brennhaare, die bei Menschen und Tieren allergische und entzündliche Reaktionen auslösen können.
Besonders häufig befällt der Eichenprozessionsspinner Stiel- und Traubeneichen. Im Frühjahr schlüpfen die Raupen, bis zur Verpuppung im Juli durchlaufen sie mehrere Entwicklungsstadien. Typisch sind ihre Wanderungen in Gruppen entlang von Stämmen und Ästen.
Brennhaare können Beschwerden auslösen
Gefährlich sind vor allem die Brennhaare der Raupen. Sie enthalten ein Nesselgift und können auch ohne direkten Kontakt Beschwerden verursachen, etwa wenn sie vom Wind verbreitet werden.
Mögliche Folgen sind starker Juckreiz, Hautentzündungen, Augenreizungen und Entzündungen. Werden die Haare eingeatmet, können auch Nase, Hals, Bronchien und Atemwege betroffen sein. Bei vorbelasteten Menschen kann es besonders kritisch werden.
Abstand halten und Warnhinweise beachten
Befallene Bereiche werden im öffentlichen Raum häufig mit Warnplakaten gekennzeichnet oder abgesperrt. Diese Bereiche sollten unbedingt gemieden werden.
Der Kreis rät dazu, Wege nicht zu verlassen, befallene Eichen zu meiden und betroffene Gebiete möglichst von April bis Ende Juli nicht zu betreten. Kinder und Haustiere sollten besonders im Blick behalten und von Fundorten ferngehalten werden.
Nester nicht selbst entfernen
Raupen und Gespinste dürfen nicht berührt werden. Auch Nester sollten auf keinen Fall eigenhändig entfernt werden – weder im öffentlichen Raum noch im privaten Garten.
Die Bekämpfung sollte ausschließlich durch zertifizierte Fachfirmen erfolgen. Dafür ist spezielle Ausrüstung nötig, da die Brennhaare auch am Boden, an Kleidung oder Schuhen haften können.
Was nach Kontakt wichtig ist
Wer mit Brennhaaren in Kontakt gekommen sein könnte, sollte möglichst schnell die Kleidung wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen. Außerdem wird empfohlen, zu duschen und die Haare gründlich zu waschen.
Bei starken Beschwerden, Atemnot oder asthmatischen Reaktionen sollte umgehend medizinische Hilfe gerufen werden. Symptome können auch verzögert auftreten.
Befallene Bäume melden
Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht vor allem dort, wo sich befallene Eichen in der Nähe von Wohngebieten, Spazierwegen, Sport- und Freizeitanlagen, Schulen, Kindertagesstätten oder Badegewässern befinden.
Wer befallene Bäume entdeckt, soll die zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung informieren. Dort werden weitere Maßnahmen koordiniert. Weitere Auskünfte gibt es beim Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr unter 06051/8511665. (red)