DEUTSCHLAND/MÜNCHEN

Paukenschlag bei Bundesjugendspielen: Geplante Reform sorgt für drastische Änderung

Reform soll Bundesjugendspiele wieder kompetitiver machen. (Symbolfoto)
Foto: DOSB
von Redaktion Kinzig News


Donnerstag, 11.06.2026

Bei den Bundesjugendspielen soll in den dritten und vierten Klassen der Grundschulen wieder das Wettkampfformat eingeführt werden. Das hat die Bildungsministerkonferenz am Donnerstag in München beschlossen.

Hessen begrüßt die Entscheidung. Das Land hatte sich nach Angaben des Kultusministeriums bereits länger dafür eingesetzt, den Leistungsgedanken bei den Bundesjugendspielen zu erhalten.

Zeiten, Weiten und Platzierungen wieder stärker im Fokus

Zum Schuljahr 2023/2024 waren die Bundesjugendspiele verändert worden. In Grundschulen durfte demnach nur noch der sogenannte Wettbewerb durchgeführt werden.

Dabei standen keine klassischen Leistungstabellen und ausgewiesenen Platzierungen auf den Urkunden im Mittelpunkt. Genau das hatte in mehreren Ländern und Schulen für Diskussionen gesorgt.

Hessen hatte Sonderweg eingeschlagen

Weil es auf Bundesebene zunächst keine Einigung gab, hatte Hessen das Verbot des etablierten Wettkampfformats für dritte und vierte Klassen bereits für seine Schulen zurückgenommen.

Zugleich wurden hessische Schulen angewiesen, bei Durchführung des Wettbewerbs die jeweilige Platzierung auf den Urkunden festzuhalten. Nach der neuen Entscheidung soll dieser hessische Weg nun wieder bundesweiter Maßstab werden.

Schwarz: „Kinder wollen sich messen“

Hessens Bildungsminister Armin Schwarz sieht die Entscheidung als Bestätigung. „Kinder wollen sich messen“, erklärte er. Wettkämpfe um Zeiten, Weiten, Punkte und Platzierungen spornten zu Leistung an, machten stolz auf das eigene Können und lehrten zugleich, mit Enttäuschungen umzugehen.

Schwarz betonte, das Leistungsprinzip habe für das Funktionieren der Gesellschaft eine grundlegende Bedeutung. Man tue Kindern keinen Gefallen, wenn man so tue, als habe Leistung nichts mit dem Leben zu tun.

Empfehlung für dritte und vierte Klassen

Hessen will seinen Grundschulen weiterhin empfehlen, in den dritten und vierten Klassen die Wettkampfform dem Wettbewerb vorzuziehen.

Der Bildungsminister stellte die Entscheidung auch in einen sportpolitischen Zusammenhang. Wenn Deutschland sich um Olympische Spiele bewerbe, sei es wichtig, den Leistungsgedanken schon früh in den Schulen zu vermitteln.

Entscheidung gilt ab dem nächsten Schuljahr

Nach Angaben des Ministeriums soll die neue Regelung zum nächsten Schuljahr greifen. Die Bildungsministerkonferenz ist über ihre Präsidentin im zuständigen Kuratorium der Bundesjugendspiele vertreten.

Dem Gremium gehören außerdem der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. (red)