RANSTADT
Frau kauft etliche Gutscheinkarten in Tankstelle - Betreiber wird zum Helden
Foto: Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle
Freitag, 12.06.2026
Ein aufmerksamer Tankstellenbetreiber in Ranstadt hat offenbar verhindert, dass eine Frau aus dem östlichen Wetteraukreis weiter Geld an Betrüger verliert. Die Polizei spricht von einem Fall von sogenanntem Lovescam.
Dem Betreiber war Ende Mai eine Frau aufgefallen, die mehrere Geschenkkarten im Gesamtwert von fast 1000 Euro kaufen wollte. Da sie bereits in der Woche zuvor mehrere solcher Karten erworben hatte, wurde der Mann misstrauisch und verständigte die Polizei.
Betrüger forderten Codes von Geschenkkarten
Die Büdinger Polizei nahm sofort Ermittlungen auf und suchte die Frau an ihrer Anschrift auf. Nach Angaben der Ermittler stellte sich heraus, dass sie tatsächlich mit Betrügern in Kontakt stand.
Diese forderten offenbar die Übersendung von Codes der gekauften Geschenkkarten. Einen Code im Wert von 100 Euro hatte die Frau bereits übermittelt. Die Weitergabe weiterer Codes im Wert von 850 Euro konnten die Beamten verhindern.
Rückerstattung über Tankstelle veranlasst
Die noch nicht eingelösten Gutscheinkarten wurden sichergestellt. Über die Tankstelle konnte später eine Rückerstattung veranlasst werden.
Wie oft die Frau zuvor bereits Geschenkkarten gekauft und Codes weitergegeben hatte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
So funktioniert die Masche
Beim Lovescam bauen Betrüger über soziale Netzwerke, Dating-Plattformen oder Messenger gezielt emotionale Nähe auf. Sie geben sich etwa als einsame Person, Soldat, Arzt in einem Krisengebiet oder vermögender Erbe in einer schwierigen Lage aus.
Nach Wochen intensiver Kommunikation werden Treffen oder eine gemeinsame Zukunft in Aussicht gestellt. Dann tauchen angeblich plötzlich Probleme auf, für die Geld benötigt wird. Die Opfer überweisen Geld, kaufen Gutscheinkarten oder nehmen in manchen Fällen sogar Kredite auf.
Polizei rät zu gesundem Misstrauen
Die Polizei empfiehlt, neue Online-Bekanntschaften kritisch zu prüfen – besonders dann, wenn Geld, Gutscheinkarten oder Codes gefordert werden. Auch eine Suche nach dem Namen der Person in Verbindung mit dem Wort „Scammer“ könne Hinweise liefern.
Wird ein Foto geschickt, kann eine umgekehrte Bildersuche helfen. Oft verwenden Betrüger gestohlene Bilder anderer Personen.
Mit Vertrauenspersonen sprechen
Wichtig ist aus Sicht der Polizei auch, im Familien- und Bekanntenkreis über solche Maschen zu sprechen. Viele Opfer schämen sich und bleiben dadurch länger in der Täuschung gefangen.
Wer Zweifel an einer Online-Bekanntschaft hat oder bereits Geld gezahlt hat, sollte sich einer Vertrauensperson oder direkt der Polizei anvertrauen. Der Fall aus Ranstadt zeigt: Aufmerksamkeit von außen kann weiteren Schaden verhindern. (red)