HANAU

Schluss mit dem Leerstand: Ehemaliger Kiosk wird zum Ort für Hanauer Jugendliche

Ein neuer Treffpunkt für die Nachbarschaft ...
Fotos: Stadt Hanau/Moritz Göbel


Montag, 15.06.2026

Wo lange Zeit Leerstand herrschte und ein Abriss bereits diskutiert wurde, ist ein neuer Treffpunkt für die Nachbarschaft entstanden ...

Der Kinder- und Jugendtreff Lamboypark aus der Abteilung Familien- und Jugendarbeit der Stadt Hanau hat einen ehemaligen Kiosk an der Lamboystraße hinter der Nordbahnhof-Brücke zu einem Ort der Begegnung und Teilhabe umgestaltet. Am gestrigen Sonntag wurde er offiziell eröffnet.

Quartiersprojekt "Kiosk452" in der Lamboystraße eröffnet


„Mit dem ehemaligen Kiosk ist weit mehr als eine Umnutzung eines leerstehenden Gebäudes gelungen. Hier entsteht ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich austauschen, voneinander lernen und ihren Stadtteil aktiv mitgestalten können“, sagt Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Maximilian Bieri. „Solche offenen Treffpunkte sind für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von großer Bedeutung und gerade für unsere Jugendlichen ist es ein neuer Anlaufpunkt.“

Ein niedrigschwelliger Begegnungsort


Unter der Federführung der Einrichtungsleitung des Lamboyparks, Denise Kannengießer, wurde das Projekt konzipiert, organisiert und in den vergangenen Monaten gemeinsam mit zahlreichen Beteiligten umgesetzt. Entstanden ist ein niedrigschwelliger Begegnungsort, der insbesondere Jugendlichen offensteht und zugleich Menschen aller Altersgruppen willkommen heißt.

Die Eröffnungsveranstaltung bot Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die neu gestalteten Räumlichkeiten kennenzulernen und sich über das künftige Programm zu informieren. Zudem präsentierte die Künstlerin Nicole Jänes ihre Installation „Rirum“, die den neuen Treffpunkt künstlerisch bereichert.

Der Kinder- und Jugendtreff Lamboypark aus der Abteilung Familien- und Jugendarbeit der Stadt Hanau hat einen ehemaligen Kiosk an der Lamboystraße hinter der Nordbahnhof-Brücke zu einem Ort der Begegnung und Teilhabe umgestaltet.

Soziale Kontakte fördern


Das Konzept orientiert sich an der Idee sogenannter „Dritter Orte“, also Räume, die weder Zuhause noch Arbeitsplatz oder Schule sind und an denen Menschen ohne Konsumzwang zusammenkommen können. Gerade angesichts steigender Lebenshaltungskosten gewinnen solche kostenfreien Begegnungsorte zunehmend an Bedeutung. Sie fördern soziale Kontakte, stärken Nachbarschaften und ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Besucherinnen und Besucher.

Bereits vor der offiziellen Eröffnung wurden erste Projekte umgesetzt. Dazu zählen ein Verschenk-Flohmarkt in Kooperation mit dem Fundbüro der Stadt Hanau sowie ein Nachbarschafts- und Nähcafé gemeinsam mit dem Lamboyladen. Ergänzt wird das Angebot durch Beratungen für Jugendliche sowie Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Kultur sowie ökologischer und politischer Bildung.

"Clean up your Hood"


Ab Juli startet mit „Clean up your Hood“ ein weiteres Projekt: Jugendliche treffen sich dabei einmal pro Woche am Kiosk, um gemeinsam die Lamboystraße von Müll zu befreien. Das Projekt, so die Idee, verbindet Umweltbewusstsein mit sozialer Verantwortung und stärkt die Identifikation junger Menschen mit ihrem Stadtteil.

Freitag zwischen 11 und 11.30 Uhr wird eine ambulante Suchtberatung für Jugendliche in Kooperation mit der Diakonie durchgeführt. Ab dem 7. Juli ergänzt eine Kooperation mit dem Fachdienst Jugendhilfe im Strafverfahren der Stadt Hanau das Programm. In den hessischen Sommerferien (29. Juni bis 7. August) sind offene Treffen, Angebote der Jugendberufshilfe und kreative Projekte wie Siebdruck-Workshops geplant.

Reguläre Öffnungszeiten gibt es nicht. Informationen zu aktuellen Veranstaltungen und Angeboten werden direkt am Kiosk sowie über den Instagram-Kanal (kiosk452.hanau) des Projekts veröffentlicht. (red)