FRANKFURT AM MAIN

„Spaghetti-Diktatur“ in der Frankfurter Uni-Mensa? Warum Studierende auf die Barrikaden gehen

Spaghetti-Aufstand in der Frankfurter Uni-Mensa. (Symbolfoto)
Foto: Pixabay/truongvandoan
von Redaktion Kinzig News


Sonntag, 21.06.2026

Ein besonders günstiges veganes Gericht in der Frankfurter Hochschulgastronomie sorgt für Unmut. Für 1,80 Euro bietet das Studierendenwerk Frankfurt derzeit täglich Spaghetti Napoli an.

Was zunächst nach einem Entlastungsangebot für Studierende klingt, stößt inzwischen auf Kritik. Denn das günstige Gericht ist nach Angaben von Studierenden jeden Tag dasselbe: Nudeln mit Tomatensoße.

Pilotversuch für günstiges veganes Essen

Hintergrund ist ein Pilotversuch des Studierendenwerks. Studentische Vertreter im Verwaltungsrat hatten sich demnach ein besonders preisgünstiges veganes Gericht gewünscht.

Das Studierendenwerk setzte diesen Wunsch mit Spaghetti Napoli um. Andere Gerichte in der Cafeteria kosten deutlich mehr und liegen laut Bericht meist zwischen 4,30 und 4,90 Euro.

Kritik an fehlender Abwechslung

Der Preis ist für viele Studierende nicht das Problem. Kritisiert wird vielmehr die fehlende Auswahl. Wer vegetarisch oder vegan essen möchte, hat neben den täglichen Spaghetti offenbar nur begrenzte Alternativen.

Genannt werden unter anderem Pommes, Salat oder belegte Brötchen. Zudem wird bezweifelt, ob Spaghetti Napoli auf Dauer eine ausgewogene vegane Alternative darstellen.

Protest gegen „Spaghetti-Diktatur“

Auf Plakaten rufen Studierende inzwischen zum Protest gegen die „Spaghetti-Diktatur“ auf. Der Slogan ist augenzwinkernd gemeint, verweist aber auf ein ernstes Anliegen: Gefordert wird ein günstiges veganes Angebot, das nicht jeden Tag identisch ist.

Ein AStA-Vertreter kritisiert, aus der ursprünglichen Forderung sei eine Karikatur gemacht worden. Mehrere Studierende hätten sich bereits per E-Mail beim Studierendenwerk beschwert.

Studierendenwerk verweist auf Kapazitäten

Das Studierendenwerk begründet die eingeschränkte Auswahl mit begrenzten Kapazitäten und räumlichen Möglichkeiten an den Ausgabestellen. Ein weiteres Gericht zusätzlich anzubieten, sei derzeit nicht umsetzbar.

Nach Abschluss der vierwöchigen Testphase sollen Verkaufszahlen und Rückmeldungen ausgewertet werden. Danach soll erneut beraten werden, wie es weitergeht.

Auch andere Hochschulstandorte betroffen

Das Angebot betrifft nicht nur die Universität und die Fachhochschule in Frankfurt. Auch weitere Hochschulstandorte in Frankfurt, Offenbach, Geisenheim und Rüsselsheim werden demnach mit dem täglichen Nudelgericht beliefert.

Ob es künftig dauerhaft ein besonders günstiges veganes Gericht geben wird, hängt laut Studierendenwerk auch von der Resonanz der Studierenden ab. Mehr Abwechslung ist damit aber noch nicht automatisch garantiert.

Günstig, aber einseitig

Der Fall zeigt ein Grundproblem vieler Mensen: Studierende wünschen sich bezahlbare, vegetarische und vegane Angebote. Gleichzeitig stoßen Küchen und Ausgabestellen offenbar an organisatorische Grenzen.

Für die Betroffenen bleibt die Frage, ob ein günstiges Gericht wirklich alltagstauglich ist, wenn es über Wochen hinweg jeden Tag gleich aussieht. Genau daran entzündet sich nun der Protest. (red)