HESSEN
Tierisch gute Reise: So kommen Urlauber und Vierbeiner einwandfrei ans Ziel
Symboldbild: Pixabay
Dienstag, 30.06.2026
Urlaub mit Hund wird immer beliebter. Wer die schönste Zeit des Jahres zusammen mit seinem Vierbeiner verbringen möchte, sollte sich vorab gut informieren, denn fremde Länder haben häufig andere Regeln.
Ob Sicherung im Auto, Einreisebestimmungen oder Vorgaben am Urlaubsort – damit keine bösen Überraschungen vor Ort lauern, gibt der ADAC Hessen-Thüringen wichtige Tipps zur Reise mit dem Vierbeiner.
Rundum abgesichert
Für Reiseziele innerhalb der Europäischen Union muss der blaue EU-Heimtierausweis mitgeführt werden. In diesem ist unter anderem die Tollwut-Impfung und die Registrierung des Tieres durch Microchip vermerkt. Die Haftplicht-Versicherungsnummer muss ebenfalls immer griffbereit sein. Hier ist vorab zu klären, ob der Hund auch im Ausland versichert ist.
Zusätzlich muss der Vierbeiner, den für das jeweilige Reiseland, nötigen Impfschutz haben. Damit dieser zum Start in den Urlaub wirksam ist, empfiehlt es sich schon einige Wochen vor Reisebeginn den Tierarzt aufzusuchen, um genügend Zeit für eventuell erforderliche Impfungen zu haben – der Tollwut-Impfschutz zum Beispiel wird erst nach 21 Tagen wirksam. Je nach Urlaubsort werden zudem Maßnahmen gegen Herzwürmer, Leishmaniose und weitere empfohlen.
"Oft herrscht Leinenzwang"
„In vielen Ländern gibt es abgesehen von den jeweiligen Einreisebestimmungen zudem Einschränkungen vor Ort. Oft herrscht Leinenzwang, so zum Beispiel in Italien und Spanien und auch in Dänemark bei Waldspaziergängen“, so Oliver Reidegeld, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen. Teilweise muss ein Maulkorb mitgeführt werden.
Falls der Hund im Urlaub verloren geht, sollte auf dem Halsband die Urlaubsadresse und Telefonnummer vermerkt werden. Ein am Hundehalsband befestigtes GPS-Gerät verspricht Sorgenfreiheit mit genauer Standortermittlung. Bei gechipten Hunden können die Halterdaten europaweit ausgelesen werden.
Sichere Anreise
Bei Reisen mit dem Auto gelten
besondere Beförderungsbestimmungen, da Hunde in Deutschland rechtlich
als Ladung gelten, die gesichert werden muss. Für eine sichere Fahrt
eignen sich Transportboxen aus Kunststoff, die idealerweise im hinteren
Fußraum verstaut werden. Die Box sollte dabei nicht zu groß sein, sonst
besteht Verletzungsgefahr, wenn der Hund bei Brems- oder
Ausweichmanövern unkontrolliert herumgeschleudert wird. Steht die Box im
Kofferraum, sollte sie zusätzlich mit Gurten gesichert werden, damit
nichts rutscht. Kann ein Tier nicht in einer Box gesichert werden, sind
Autogeschirre und Gurtsysteme eine gute Alternative. So wird verhindert,
dass der Hund bei plötzlichen Lenkbewegungen nicht nach vorne oder zur
Seite geschleudert wird.
„Wer sein Haustier im Zug, auf der Fähre
oder im Flugzeug mitnehmen möchte, sollte sich vorab über die
Beförderungsbestimmungen des jeweiligen Anbieters informieren“, erklärt
Oliver Reidegeld. Hier gilt es Besonderheiten bezüglich Größe und
Gewicht des Tieres zu beachten. Die Buchung sollte rechtzeitig
vorgenommen werden.
Gut verpflegt?
Je nach Hund
sollte mindestens alle zwei bis drei Stunden eine Pause eingeplant
werden, in der der vierbeinige Begleiter trinken und fressen kann sowie
Auslauf bekommt. Um auf Staus und andere Verzögerungen gut reagieren zu
können sollte im Auto immer genug Wasser für Besitzer und Vierbeiner
vorhanden sein.
Während der Fahrt gilt es, Zugluft zu vermeiden.
Auch wenn viele Tiere gerne ihre Schnauze in den Wind halten, kann das
zu schmerzhaften Augenentzündungen führen. Verträgt der Hund das
Autofahren nicht so gut, sollten sich Hundebesitzer im Vorfeld der Reise
beim Tierarzt zudem über Maßnahmen gegen Reisekrankheiten informieren.
Empfehlenswert ist es, empfindliche Tiere während der Fahrt nicht zu
füttern. Autofahrten sollten vorher in jedem Fall trainiert werden, um
das Tier daran zu gewöhnen.
Wichtig: Hunde
niemals allein im geparkten Auto lassen. Das Autoinnere heizt sich bei
sommerlichen Temperaturen binnen weniger Minuten auf – das kann für
Tiere schnell lebensgefährlich werden. Wer die Mittagshitze meiden
möchte, nutzt eher die späten Abendstunden oder fährt in der Nacht oder
am frühen Morgen los.
Das passende Reiseziel wählen
Bei
der Wahl des Urlaubsziels sollten Besitzer auf die Vorlieben und
körperlichen Eigenschaften ihres Tieres achten. Langhaarige Hunde fühlen
sich im Sommer im Süden oft nicht wohl, alte schwache Hunde haben an
einer Bergtour nicht viel Freude. Faktoren, wie die Entfernung zum
Urlaubsort, Reiseart oder Betreuung durch Tierärzte vor Ort sollte vor
der nächsten Buchung ebenfalls betrachtet werden.
Je nach Reiseland kann es zudem strenge Einreisebestimmungen geben. Die Bestimmungen mancher Länder, wie etwa Norwegen, Großbritannien, Finnland oder der Türkei, sind so umfangreich, dass ein spontaner Kurztrip mit Hund oft gar nicht möglich ist. In manchen Ländern gibt es zudem spezielle Regelungen für bestimmte Rassen. Das kann die Auswahl des Urlaubsziels einschränken.
Unkomplizierter gestaltet sich der gemeinsame Urlaub im eigenen Land. Aber auch viele direkte Nachbarländer, wie die Niederlande, Frankreich, Italien, Österreich oder die Schweiz, sind gut auf die Bedürfnisse von Urlaubern mit Hunden eingestellt.
Was manche Hundebesitzerinnen und -besitzer nicht wissen: In den meisten Anrainerstaaten am Mittelmeer, aber auch an Nord- und Ostsee sind Hunde während der Hauptsaison zumindest an den touristisch stark frequentierten Stränden nicht erlaubt. Es bleiben meist nur speziell abgetrennte Hundestrände zur Verfügung. (red)