NIDDERAU
Mitarbeiter des Nidderbades schlagen Alarm: "Respektvoller Umgang? Fehlanzeige!"
Foto: Stadt Nidderau
Montag, 06.07.2026
Regeln werden zunehmend missachtet, den Anweisungen immer weniger Folge geleistet, Wartezeiten nicht mehr akzeptiert: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nidderauer Nidderbades schlagen Alarm.
Die Grenzen der Belastbarkeit seien erreicht. Der eindringliche Appell laute: Respektvoller Umgang sei im Schwimmbad der Stadt Nidderau Pflicht.
"Respektvoller Umgang ist im Nidderbad Pflicht"
„Wir werden unser Hausrecht auf Basis der Hausordnung und mithilfe der Security verstärkt durchsetzen“, stellt sich Bürgermeister Andreas Bär hinter das Team um Badebetriebsleiter Robert Weniger. Es gehe um den Schutz der Mitarbeitenden. Und es sei nicht länger zu akzeptieren, dass einige wenige Gäste mit ihrem verantwortungslosen Egoismus der großen Mehrheit, die sich an die Regeln halte, den Badespaß verderben.
Das Verhalten habe sich verändert, der Ton vieler Gäste habe sich deutlich verschärft. Frech und ungeduldig: Beleidigungen wie „Halts Maul“ seien mittlerweile an der Tagesordnung, berichtet das Team. 18 Personen sind fest im Nidderbad beschäftigt. Hinzu kommen fünf Saisonkräfte und die Security. Sie tragen gemeinsam die Verantwortung, dass die Mehrzahl der bis zu 2.800 Badegäste pro Tag sicher und ungestört ihre Freizeit genießen können.
Benutzte Tampons liegen auf dem Fußboden der Umkleiden
Dieser Aufgabe könne das Team mittlerweile nicht mehr vollumfänglich gerecht werden. Schubsereien am Beckenrand, Drängeleien vor der Kasse. Gäste, die offensichtlich stark alkoholisiert das Bad betreten wollen. Menschen, die mit einer Portion Pommes in der Hand ins Becken steigen. Das Fehlverhalten konzentriere sich nicht allein auf jüngere Besucher: Auf Esstischen werden Babys gewickelt. Toiletten werden extrem verschmutzt. Benutzte Tampons lägen auf dem Fußboden der Umkleiden.
"Der Kauf einer Eintrittskarte ist kein Freifahrtschein für Respektlosigkeit"
„Diese Belastung ist dem Team auf Dauer nicht zuzumuten. Der Kauf einer Eintrittskarte ist kein Freifahrtschein für Respektlosigkeit“, sagt Bürgermeister Bär. Ein reibungsloser Ablauf sei kaum noch zu gewährleisten, weil die Mitarbeitenden einen großen Teil der Arbeitszeit damit verbringen, Diskussionen zu führen. Die Saison habe gerade erst begonnen. Die Sorge sei groß, dass diese Belastung bis Saisonende zu einer Überlastung führe. Der Appell laute: „Respekt zeigen gegenüber dem Team und den anderen Badegästen.“
Denn: Die Mitarbeiter vor Ort seien nicht „das Schwimmbad“, sondern Menschen, die ihren Job machen und jeden Tag versuchen, für einen guten Ablauf und einen schönen Aufenthalt für alle Besucher zu sorgen. (red)