HANAU

Warum Peta beim Zirkus Barus in Hanau auf die Barrikaden geht

Zirkus Barus von Peta schwer kritisiert. (Symbolfoto)
Foto: Pixabay/ckirner
von Redaktion Kinzig News


Samstag, 11.07.2026

Der derzeit an der August-Schärttner-Halle in Hanau gastierende Zirkus Barus steht wegen der Haltung zweier Berberaffen in der Kritik der Tierschutzorganisation Peta. Die Organisation wirft dem Betreiber vor, die Tiere möglicherweise nicht artgerecht zu halten und verweist auf vermeintliche Verhaltensauffälligkeiten.

Der Zirkus weist die Vorwürfe entschieden zurück. Zirkuschef Marco Frank beruft sich dabei auf eine veterinärbehördliche Kontrolle vom 1. Juli 2026, bei der nach seinen Angaben keine Beanstandungen festgestellt worden seien.

Zwei Berberaffen reisen mit dem Zirkus

Bei den beiden Tieren handelt es sich um Berberäffin Daisy und einen weiteren Artgenossen. Nach Angaben des Zirkus treten die Affen nicht in der Manege auf und werden auch nicht zur Unterhaltung des Publikums eingesetzt.

Peta kritisiert hingegen, dass die Tiere mit dem Zirkus auf Tournee reisen und nach Angaben der Organisation teilweise auch bei Werbe- oder Spendenaktionen an den Gastspielorten gezeigt würden.

Zirkus weist Kritik an Gehege zurück

Untergebracht sind die Tiere in einem rundum mit einem Netz umgebenen Außengehege. Dort befinden sich unter anderem eine Schaukel, ein Kletterseil und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten.

Als Rückzugsort dient ein umgebauter Sattelschlepperauflieger. Laut Marco Frank ist dieser thermoisoliert und speziell für die Berberaffen eingerichtet. Das Gehege sei zudem größer als gesetzlich vorgeschrieben.

Veterinäramt kontrollierte Anfang Juli

Frank verweist auf eine Kontrolle des zuständigen Veterinäramts mit Prüfdatum 1. Juli 2026. Nach seiner Darstellung habe es dabei keine Beanstandungen gegeben.

Die Kontrollen würden unangemeldet durchgeführt, betont der Zirkuschef. Er kritisiert zugleich, dass Menschen ohne entsprechenden Sachverstand Vorwürfe gegen den Zirkus erheben würden.

Peta beschäftigt sich seit Jahren mit dem Zirkus

Die Tierschutzorganisation Peta beobachtet die Tierhaltung des Zirkus Barus nach eigenen Angaben bereits seit rund 20 Jahren.

In einer von der Organisation zusammengestellten Chronik werden verschiedene frühere Vorwürfe genannt. Dabei ging es unter anderem um die Haltung und Pflege von Kamelen, Pferden, Eseln und Pavianen.

Verurteilung aus dem Jahr 2009

Peta verweist außerdem auf eine Verurteilung aus dem Jahr 2009. Damals seien Verantwortliche des Zirkus vom Amtsgericht Nürtingen wegen eines vorsätzlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu Geldstrafen verurteilt worden.

Nach Darstellung von Peta bezog sich das Urteil auf die mehrtägige Haltung von sieben Affen während eines Transports zwischen zwei Gastspielorten in Baden-Württemberg.

Zirkus fühlt sich zu Unrecht angeprangert

Marco Frank wehrt sich gegen die aus seiner Sicht pauschale Kritik. Die Affen gehörten seinem Vater Stefan Frank, der als Senior des Familienbetriebs mitreise.

Auch Tourneeplaner Reiner Bohländer verteidigt die Haltung der Tiere. Nach seiner Darstellung stammen die Berberaffen aus einem Tierpark und hätten ohne Aufnahme durch den Zirkus möglicherweise keine Zukunft gehabt.

Stadt Hanau kennt keine Verstöße

Von der Stadt Hanau heißt es, dass keine tierschutzrechtlichen Verstöße im Zusammenhang mit dem Zirkus bekannt seien.

Auch gegen das seit 2017 geltende städtische Wildtierverbot verstößt der Zirkus demnach nicht. Das Verbot umfasst unter anderem Giraffen, Nashörner, Elefanten, Wölfe, Menschenaffen, Großkatzen und Bären.

Debatte um Tierhaltung bleibt bestehen

Der Konflikt zwischen Peta und dem Zirkus Barus zeigt einmal mehr, wie emotional die Haltung von Wildtieren in Zirkusbetrieben diskutiert wird.

Während die Tierschutzorganisation grundsätzliche Kritik an der Mitführung der Berberaffen übt, verweist der Zirkus auf behördliche Kontrollen, gesetzliche Vorgaben und die nach eigener Darstellung ordnungsgemäße Versorgung der Tiere. (red)