FRANKFURT AM MAIN

Ebola-Ausbruch im Kongo: Warum auch Experten aus Frankfurt alarmiert sind

Ebola-Ausbruch im Kongo beschäftigt Experten in Frankfurt. (Symbolfoto)
Foto: Pixabay
von Redaktion Kinzig News


Samstag, 11.07.2026

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in Zentralafrika beschäftigt auch Spezialisten in Frankfurt. Im Kompetenzzentrum für hochpathogene Infektionserreger arbeiten Fachleute daran, Behörden und Gesundheitseinrichtungen beim Umgang mit besonders gefährlichen Krankheiten zu unterstützen.

Zum Kompetenzzentrum gehören das Gesundheitsamt Frankfurt, die Branddirektion Frankfurt, die Universitätsmedizin Frankfurt und das Hochsicherheitslabor in Marburg. Die Einrichtung ist rund um die Uhr erreichbar.

Spezialisten für Ebola, Marburgvirus und Co.

Die Ärztin Regina Ellwanger Berry und der Arzt Christian Kleine gehören zu den Experten, die zum Einsatz kommen, wenn Verdachtsfälle mit besonders gefährlichen Erregern auftreten.

Dazu zählen unter anderem Ebola, das Marburgvirus und bestimmte Hantaviren. Die Krankheiten sind selten, können aber schwere oder sogar tödliche Verläufe verursachen und erfordern besondere Schutzmaßnahmen.

Ebola-Ausbruch im Kongo breitet sich weiter aus

Besonders aufmerksam verfolgen die Frankfurter Experten derzeit den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Dort breitet sich die Krankheit weiterhin aus.

Nach aktuellen Angaben wurden inzwischen mehr als 1.700 bestätigte Infektionen registriert. Rund 600 Menschen sind gestorben. Verantwortlich ist die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus.

Frankfurter Zentrum unterstützt drei Bundesländer

Das Kompetenzzentrum unterstützt nicht nur Frankfurt und Hessen. Es ist auch für Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständig.

Bei einem Verdachtsfall können Gesundheitsämter und Behörden die Spezialisten hinzuziehen. Dann geht es unter anderem darum, das tatsächliche Infektionsrisiko einzuschätzen, die notwendige Schutzkleidung festzulegen und mögliche Transporte von Patienten zu koordinieren.

Alle wichtigen Kompetenzen gebündelt

Der Vorteil des Frankfurter Modells liegt in der engen Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Das Gesundheitsamt bringt medizinische und epidemiologische Expertise ein, die Branddirektion verfügt über Möglichkeiten für spezielle Patiententransporte.

Hinzu kommen die Sonderisolierstation der Universitätsmedizin Frankfurt und das S4-Hochsicherheitslabor in Marburg, in dem besonders gefährliche Erreger untersucht werden können.

Experten sind rund um die Uhr erreichbar

Das Kompetenzzentrum ist für Behörden jederzeit erreichbar. Häufig beginnt ein Einsatz zunächst mit einer telefonischen Beratung und der Prüfung, ob überhaupt ein begründeter Verdachtsfall vorliegt.

Dabei spielen beispielsweise Symptome, Reiseziele und mögliche Kontakte zu Erkrankten eine Rolle. Nicht jeder Verdacht bestätigt sich.

Hantavirus-Fall führte Experten nach Eindhoven

Wie konkret die Arbeit des Zentrums aussehen kann, zeigte zuletzt ein Fall im niederländischen Eindhoven. Auf einer Kreuzfahrt hatten sich mehrere Menschen mit dem südamerikanischen Andes-Hantavirus infiziert.

Diese Hantavirus-Variante ist besonders ungewöhnlich, weil sie von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die Frankfurter Fachleute kümmerten sich um symptomlose deutsche Passagiere und planten deren sicheren Weitertransport.

Entscheidungen müssen schnell getroffen werden

Bei solchen Einsätzen muss oft unter Zeitdruck entschieden werden. Welche Schutzstufe ist erforderlich? Welche Schutzkleidung müssen Helfer tragen? Muss ein Patient während eines Transports medizinisch überwacht werden?

Auch die Frage, ob Menschen bereits Symptome zeigen oder sich noch in der Inkubationszeit befinden, kann entscheidend sein.

Keine Panik, aber großer Respekt vor den Erregern

Die Spezialisten begegnen Krankheiten wie Ebola nach eigener Darstellung nicht mit unspezifischer Angst, aber mit großem Respekt und klaren Sicherheitsabläufen.

Gerade die Routine und intensive Vorbereitung sollen verhindern, dass bei einem tatsächlichen Verdachtsfall Zeit verloren geht oder Einsatzkräfte unnötigen Risiken ausgesetzt werden.

Frankfurter Experten bleiben wachsam

Dass der Ebola-Ausbruch in Afrika auch die Fachleute in Frankfurt beschäftigt, bedeutet nicht, dass es dort einen lokalen Ausbruch gibt. Die Aufgabe des Kompetenzzentrums besteht vielmehr darin, Entwicklungen weltweit zu beobachten und für mögliche Verdachtsfälle vorbereitet zu sein.

Gerade bei seltenen und hochgefährlichen Infektionskrankheiten kann dieses spezialisierte Netzwerk entscheidend sein, damit Verdachtsfälle schnell erkannt, Patienten sicher versorgt und weitere Ansteckungen verhindert werden. (red)