MENDIG
Männer-Trio steigt in Lavatunnel hinab: Wenig später herrscht plötzlich Panik
Foto: Pixabay/GTF06
Sonntag, 12.07.2026
Ein gefährlicher Ausflug in die Unterwelt von Mendig in der Osteifel hat für drei junge Männer mit einem größeren Rettungseinsatz geendet. Die Männer waren verbotenerweise in das weit verzweigte unterirdische Lavatunnelsystem eingedrungen und hatten dort die Orientierung verloren.
In rund 32 Metern Tiefe gelang es ihnen glücklicherweise noch, einen Notruf abzusetzen. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst machten sich daraufhin auf die Suche.
Männer verirren sich in weit verzweigten Stollen
Die drei jungen Männer aus Nordrhein-Westfalen waren nach Angaben der Polizei aus Neugier in die unterirdischen Stollen gestiegen.
Dort verloren sie jedoch die Orientierung. Das Tunnelsystem erstreckt sich unter Mendig über eine große Fläche und besteht aus zahlreichen Felsenkellern, Stollen und Schächten.
Experte mit Tunnelplänen hilft bei Suche
Bei der Rettungsaktion erhielten die Einsatzkräfte Unterstützung von einem Experten des Umweltministeriums. Dieser verfügte über Pläne des weit verzweigten Systems.
Von verschiedenen Zugängen aus wurde nach den Vermissten gerufen. Schließlich gelang es, Kontakt zu ihnen herzustellen und die drei jungen Männer aus der Tiefe zu retten.
Nur leicht unterkühlt
Die Geretteten kamen vergleichsweise glimpflich davon. Sie waren nach Angaben der Polizei lediglich leicht unterkühlt.
In den Stollen herrscht eine konstante Temperatur von etwa sieben Grad. Ein längerer Aufenthalt ohne geeignete Ausrüstung hätte deshalb durchaus gefährlich werden können.
Strafanzeige gegen die drei Männer
Ganz ohne Konsequenzen bleibt der verbotene Ausflug allerdings nicht. Gegen die drei jungen Männer wurde eine Strafanzeige gefertigt.
Zudem müssen sie damit rechnen, für die Kosten des Rettungseinsatzes aufkommen zu müssen.
Polizei warnt eindringlich vor Betreten
Die Polizei warnt ausdrücklich davor, die unterirdischen Tunnelsysteme unbefugt zu betreten. Wer sich dort ohne Erlaubnis und Ortskenntnis hineinbegibt, gefährdet nicht nur sich selbst.
Auch Rettungskräfte werden bei solchen Einsätzen zusätzlichen Risiken ausgesetzt.
Lavatunnel reichen 32 Meter unter die Erde
Das unterirdische System in Mendig entstand durch den Abbau von Basalt, der aus einem erkalteten Lavastrom gewonnen wurde. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dort ein riesiges Netz aus Stollen und Felsenkellern.
Teile des Systems können heute bei geführten Touren besichtigt werden. Unbefugtes Betreten anderer Bereiche ist jedoch verboten – aus gutem Grund, wie der aktuelle Rettungseinsatz zeigt. (red)