HESSEN

Tarifstreit eskaliert: Am Samstag wird gestreikt

In Teilen Hessens wird am Samstag der Einzelhandel bestreikt
Symbolbild: pixabay
von Redaktion Kinzig News


Freitag, 17.07.2026

Der Tarifstreit im Einzel- und Versandhandel spitzt sich weiter zu. Nachdem die Arbeitgeber alle Verhandlungstermine bis Mitte August abgesagt haben, reagiert die Gewerkschaft ver.di mit hessenweiten Streiks. Am Samstag sollen Beschäftigte unter anderem in Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Südhessen die Arbeit niederlegen.

Verhandlungen geplatzt – jetzt wächst der Ärger

Im Tarifkonflikt zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft sind die Fronten verhärtet. Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden Anfang Juli ziehen die Arbeitgeber die Reißleine und sagen sämtliche weiteren Gespräche bis Mitte August ab.

Für ver.di ist das ein Affront. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, die Tarifrunde bewusst auszubremsen und die Beschäftigten hinzuhalten – obwohl viele wegen der steigenden Lebenshaltungskosten dringend auf höhere Einkommen angewiesen seien.

Scharfe Kritik am Angebot der Arbeitgeber

Besonders deutlich wird ver.di-Verhandlungsführer Marcel Schäuble. Das bisherige Angebot sei aus Sicht der Gewerkschaft völlig unzureichend und liege sogar unter der Inflationsentwicklung. Noch heftiger fällt die Kritik an dem Vorhaben aus, einzelne Entgeltgruppen unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns tariflich zu regeln.

Für Schäuble ist das angesichts eines zuletzt um rund fünf Prozent gestiegenen Umsatzes im hessischen Einzel- und Versandhandel nicht nachvollziehbar. Sein Appell: Die Arbeitgeber müssten ihre Blockade beenden und endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.

Samstag wird gestreikt

Die Antwort der Beschäftigten folgt prompt: Für Samstag, 18. Juli, ruft ver.di zu hessenweiten Warnstreiks auf. Betroffen sind unter anderem Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet, Wiesbaden, Kassel sowie Teile Südhessens.

Mit den Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöhen. Je nach Betrieb müssen Kundinnen und Kunden mit Einschränkungen oder längeren Wartezeiten rechnen.

Das fordert ver.di

Die Gewerkschaft verlangt:

Aus Sicht von ver.di sind diese Forderungen angesichts steigender Preise und der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche mehr als gerechtfertigt.

Ein Ende ist nicht in Sicht

Eine schnelle Lösung ist derzeit nicht zu erwarten. Weil die Arbeitgeber die Tarifgespräche auf Eis gelegt haben, dürfte sich der Konflikt in den kommenden Wochen weiter zuspitzen.

Für tausende Beschäftigte bedeutet das: Der Kampf um mehr Geld geht in die nächste Runde – und weitere Streiks scheinen längst nicht ausgeschlossen.