FRANKFUR AM MAIN / RUMÄNIEN
Schlag gegen Schockanrufer-Bande: Betrüger aus Offenbach in Rumänien gefasst
Foto: jeanerre1980/pixabay
Samstag, 08.08.2026
Sie nennen sie „Keiler“ – und genau so gingen sie auch auf die Jagd nach ihrer Beute. Mit einer besonders fiesen Masche versuchten Betrüger aus dem Rhein-Main-Gebiet, unschuldige Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Doch jetzt feiert die Frankfurter Justiz einen großen Erfolg: Die Handschellen klickten am Ende einer europaweiten Jagd.
Zwei 39-jährige Männer aus Offenbach wurden nun im rumänischen Bukarest festgenommen. Sie stehen im Verdacht, Teil einer international agierenden Schockanrufer-Bande zu sein. Ihr Komplize (33) aus Hanau sitzt bereits seit Mai hinter Gittern. Jetzt hat die Polizei auch seine mutmaßlichen Mittäter geschnappt.
Die miese Masche mit der Angst
Die Taktik der Verdächtigen war so simpel wie grausam: Als sogenannte „Keiler“ bauten sie am Telefon eine mitleidlose Drohkulisse auf. Sie gaben sich als Polizisten oder Staatsanwälte aus und tischten ihren Opfern eine Schock-Story auf: Ein naher Angehöriger habe angeblich einen schweren Unfall verursacht.
Nur wer sofort eine hohe Kaution zahlt, könne verhindern, dass Sohn, Tochter oder Enkel direkt in den Knast wandern. Um den Druck zu erhöhen, sollen sich die Komplizen im Hintergrund sogar als weinende Angehörige ausgegeben haben.
14 Fälle in nur einer Woche
Allein zwischen dem 11. und 17. Februar 2026 sollen die Verdächtigen von Spanien aus 14-mal zugeschlagen haben. Ihre Opfer suchten sie sich in ganz Süddeutschland – von Hessen über Rheinland-Pfalz bis nach Bayern.
Doch die Betrüger hatten die Rechnung ohne die Aufmerksamkeit ihrer potenziellen Opfer gemacht. In allen 14 Fällen blieb es beim Versuch. Entweder durchschauten die Angerufenen den miesen Trick sofort, oder die Betrüger brachen das Telefonat ab, weil bei den Opfern schlichtweg nichts zu holen war.
Endstation beim Ermittlungsrichter
Lange konnten sich die Verdächtigen in Osteuropa nicht verstecken. Nach der Festnahme in Bukarest wurden die beiden Offenbacher am Donnerstag nach Deutschland ausgeliefert. Am heutigen Freitag geht es direkt vor den Ermittlungsrichter in Hanau, der über die Untersuchungshaft entscheidet.