MAIN-KINZIG-KREIS

Wenn Hitze zur Gefahr wird: Auf diese Warnzeichen sollten Bürger achten

Hitzebelastung für den Körper. (Symbolfoto)
Foto: 123RF/Main-Kinzig-Kreis
von Redaktion Kinzig.News


Samstag, 15.08.2026

Extreme Hitze kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises warnt vor einer hohen Belastung für Herz, Kreislauf und Gehirn. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und chronisch Erkrankte.

Wie ernst die Gefahr ist, zeigen aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts. Das RKI schätzt die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle in Deutschland bis Anfang August auf rund 12.500. Etwa 9.600 davon entfallen auf die besonders heiße Woche Ende Juni. Dabei handelt es sich um statistische Schätzungen, da Hitze auf Totenscheinen nur selten als unmittelbare Todesursache erscheint. Das geht aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht hervor.

Körper verliert Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe

„Hitze ist weit mehr als ein unangenehmes Wetterphänomen“, sagt Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr. Sie beanspruche den gesamten Organismus.

Der Körper versucht, seine Temperatur bei etwa 37 Grad zu halten. Dazu weitet er die Blutgefäße und bildet Schweiß. Dessen Verdunstung kühlt die Haut. Unter starker Hitzebelastung können laut Gesundheitsamt bis zu zwei Liter Flüssigkeit pro Stunde verloren gehen. Gleichzeitig verliert der Körper wichtige Elektrolyte.

Herz und Kreislauf geraten unter Druck

Das Herz muss stärker arbeiten, um den erhöhten Blutfluss aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig kann der Blutdruck sinken. Mögliche Folgen sind Schwindel, Erschöpfung und Kreislaufprobleme. Im schlimmsten Fall drohen Herzrhythmusstörungen oder ein Kreislaufkollaps.

Menschen mit Herzschwäche, Bluthochdruck oder einer koronaren Herzerkrankung sollten besonders vorsichtig sein. Das Gesundheitsamt empfiehlt, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Eine mögliche Anpassung von Medikamenten sollte ausschließlich mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Auch Gehirn und Verdauung reagieren auf Hitze

Flüssigkeitsmangel kann Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Schwindel und Verwirrtheit auslösen. Hohe Temperaturen können zudem die Stimmung beeinflussen. Menschen reagieren dann mitunter gereizter, ungeduldiger oder weniger belastbar.

Auch die Verdauung arbeitet bei Hitze langsamer, weil der Körper mehr Blut in die Haut leitet. Schwere und fettreiche Speisen belasten den Organismus zusätzlich. Leichte Mahlzeiten mit Obst und Gemüse sind daher besser geeignet.

Tropennächte erhöhen das Gesundheitsrisiko

Besonders belastend sind längere Hitzeperioden, in denen sich Wohnungen und Häuser auch nachts kaum abkühlen. Das gilt vor allem für dicht bebaute Gebiete. Bereits bei Raumtemperaturen ab etwa 26 Grad oder bei spürbarem Unwohlsein sollten Bewohner gegensteuern.

Steigen die Tageshöchstwerte über 30 Grad und bleiben die Temperaturen nachts über 20 Grad, nimmt das Gesundheitsrisiko deutlich zu. Ältere oder pflegebedürftige Menschen können ihre eigene Gefährdung häufig nicht rechtzeitig erkennen.

Diese Beschwerden können Warnzeichen sein

Langanhaltende Hitze kann eine Hitzeerschöpfung, Hitzekrämpfe, einen Hitzekollaps oder einen Sonnenstich verursachen. Besonders gefährlich ist der Hitzschlag. Er kann lebensbedrohlich werden.

Zu den Warnzeichen zählen starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen. Auch ein hochroter und heißer Kopf nach intensiver Sonneneinstrahlung kann auf einen medizinischen Notfall hindeuten.

So können sich Bürger vor der Hitze schützen

Das Gesundheitsamt rät dazu, regelmäßig Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen zu trinken. Gemüsebrühe sowie kaliumreiches Obst wie Bananen, Aprikosen oder Pfirsiche können dabei helfen, verlorene Mineralstoffe auszugleichen.

Anstrengende Tätigkeiten sollten möglichst nicht in der Mittagshitze stattfinden. Besser sind die frühen Morgen- oder Abendstunden. Wohnungen sollten nachts oder am frühen Morgen gelüftet und tagsüber abgedunkelt werden. Leichte Kleidung, eine Kopfbedeckung sowie ausreichender Schutz für Haut und Augen sind ebenfalls wichtig.

Bei einem Notfall sofort die 112 wählen

Besondere Aufmerksamkeit benötigen ältere Menschen sowie Personen mit Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen. Angehörige und Nachbarn sollten darauf achten, dass gefährdete Menschen genügend trinken und Mineralstoffe aufnehmen.

Treten Anzeichen einer Hitzeerkrankung auf, muss die betroffene Person sofort an einen kühlen Ort gebracht werden. Bei Bewusstseinsstörungen, starker Verwirrtheit oder anderen schweren Beschwerden ist der Rettungsdienst unter 112 zu verständigen. Weitere Informationen bietet das Hitzetelefon des Main-Kinzig-Kreises unter 06051/8514600. Hinweise finden Bürger außerdem auf der Internetseite des Kreises im Bereich „Hitzeschutz“. (red)