HESSEN

So drastisch stieg die Zahl der Hitzetoten in Hessen

Mehr Hitzetote in Hessen. (Symbolfoto)
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von Redaktion Kinzig.News


Sonntag, 16.08.2026

Die Hitze hat in Hessen in diesem Jahr vermutlich deutlich mehr Todesopfer gefordert als in den vergangenen Jahren. Das Robert Koch-Institut schätzt die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle bis zum 2. August auf rund 1.710.

Damit liegt der Wert bereits jetzt höher als in jedem vollständigen Jahr seit 2016. Den bisherigen Höchststand innerhalb dieses Zeitraums verzeichnete Hessen 2018 mit schätzungsweise 1.140 hitzebedingten Todesfällen.

Zahl der Hitzetoten hat sich deutlich erhöht

Auf 100.000 Einwohner kommen im laufenden Jahr rechnerisch 27,2 hitzebedingte Sterbefälle. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 5,2. Das geht aus einem Bericht über die aktuellen RKI-Zahlen für Hessen hervor.

Bei den Angaben handelt es sich nicht um eine exakte Erfassung, sondern um statistische Schätzungen. Das RKI gibt für Hessen eine mögliche Spanne zwischen 1.350 und 2.100 hitzebedingten Sterbefällen bis Anfang August an.

Wie das Robert Koch-Institut die Zahlen ermittelt

Grundlage der Berechnung sind unter anderem die Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Temperaturdaten des Deutschen Wetterdienstes. Das RKI vergleicht die beobachtete Sterblichkeit mit einem statistisch erwartbaren Verlauf ohne große Hitze.

Eine direkte Erfassung ist kaum möglich. Hitze steht nur selten als Todesursache auf einem Totenschein. Häufig führt erst das Zusammenspiel aus hohen Temperaturen und bestehenden Erkrankungen zum Tod.

Frühere Zahlen können sich nachträglich verändern

Das RKI berechnet seine Schätzungen regelmäßig neu. Davon können auch die Werte für vergangene Jahre betroffen sein. Zudem wird das verwendete Berechnungsmodell fortlaufend weiterentwickelt.

Die Angaben verschiedener Wochenberichte können deshalb voneinander abweichen. Das Institut bezeichnet seine Berechnungen grundsätzlich als konservative Schätzung. Die tatsächliche Zahl könnte demnach höher liegen.

Bundesweit bereits 12.500 hitzebedingte Todesfälle

Deutschlandweit geht das RKI bis Anfang August von rund 12.500 hitzebedingten Sterbefällen aus. Allein etwa 9.600 davon entfallen auf die besonders heiße Kalenderwoche 26 Ende Juni. Das zeigt der aktuelle RKI-Wochenbericht.

Damit übertrifft der bisherige Wert für 2026 bereits die Schätzungen sämtlicher vollständiger Jahre seit mindestens 2016. Für 2018 geht das aktuelle Modell bundesweit von rund 9.400 Hitzetoten aus, für 2019 von etwa 7.700.

Ältere Menschen besonders gefährdet

Besonders stark gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Nach den bundesweiten RKI-Daten entfällt der größte Teil der geschätzten Todesfälle auf Menschen ab 75 Jahren.

Hitze kann Herz und Kreislauf stark belasten. Warnzeichen sind unter anderem Schwindel, starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen. Bei schweren Beschwerden sollte sofort der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden.

Hitzetelefon des Main-Kinzig-Kreises berät Bürger

Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises rät dazu, regelmäßig zu trinken und körperliche Anstrengungen in der Mittagshitze zu vermeiden. Wohnungen sollten möglichst nachts oder am frühen Morgen gelüftet und tagsüber abgedunkelt werden.

Weitere Informationen erhalten Bürger beim Hitzetelefon des Main-Kinzig-Kreises unter 06051 8514600. Hinweise stehen zudem auf der Internetseite des Kreises im Bereich „Hitzeschutz“ bereit. (red)