STEINAU

Gänsehaut-Moment bei Motorrad-Großkontrolle in Steinau: Unfall-Opfer rüttelt Biker wach

"Halt Polizei": Ein Biker wird in die Kontrollstelle im Wald gewunken.
Foto: Polizeipräsidium Südosthessen
von Redaktion Kinzig News


Montag, 17.08.2026

Die Landesstraße 3196 zwischen Steinau und Marjoß ist eine der beliebtesten Biker-Strecken der Region – und eine der gefährlichsten. Nach einer Serie schwerer Unfälle zog die Polizei am Sonntag (16. August) die Reißleine und bat zur Großkontrolle. Dabei kam es zu einer Begegnung, die selbst hartgesottenen Beamten unter die Haut ging.

Es ist ein malerisches Stück Asphalt, das sich durch den Main-Kinzig-Kreis schlängelt. Doch die Bilanz der letzten Monate ist blutig: Immer wieder kam es hier zu schweren, teils tödlichen Unfällen. Der Grund? Oft nur ein Moment der Unachtsamkeit oder ein km/h zu viel auf dem Tacho.

Das Netz zog sich zu: Jagd auf Raser und Bastler

Von 10 bis 16.30 Uhr verwandelten Spezialisten der Direktion Verkehrssicherheit das Teilstück in eine Kontrollzone. 142 Personen und 137 Fahrzeuge wurden genauestens unter die Lupe genommen. Das Ziel: Raser stoppen und illegale Umbauten aus dem Verkehr ziehen. Die Bilanz zeigt: Die meisten Biker sind vernünftig. Doch einige Unbelehrbare schießen quer.

Der PS-Sünder des Tages: Ein Fahrer donnerte mit satten 160 km/h durch eine 100er-Zone und direkt in die Messstelle der Polizei. Für drei Fahrer war die Tour vor Ort beendet. Ihre Maschinen – darunter ein Kleinkraftrad, ein Leichtkraftrad und ein Motorrad – wurden sichergestellt. Der Verdacht: Illegale Manipulationen am Auspuff und technische Veränderungen, die die Maschinen zur Gefahr für den Fahrer und andere machen.

Ein Schicksal, das mehr bewegt als jedes Bußgeld

Mitten im Kontroll-Trubel ereignete sich ein Moment, der für Ruhe auf dem Parkplatz sorgte. Ein junger Mann erschien aus eigenem Antrieb bei den Beamten. Er war selbst vor einiger Zeit auf dieser Strecke schwer verunglückt, kämpfte sich nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt zurück ins Leben.

Noch immer zeichnen ihn die körperlichen Folgen des Sturzes, weitere Operationen stehen ihm bevor. Er suchte das Gespräch – nicht nur mit der Polizei, sondern direkt mit den angehaltenen Bikern. Seine mahnenden Worte über das, was nach dem Adrenalinkick kommen kann, hinterließen bei vielen Motorradfahrern einen nachhaltigeren Eindruck als jeder Strafzettel.