HAMMERSBACH

Elterntaxi-Wahnsinn vor der Schule: Polizei stoppt verantwortungslose Eltern

Am Dienstagmorgen nahm die Polizei vor einer Schule in Hammersbach Elterntaxis genau unter die Lupe. (Symbolbild)
Foto: Tho-Ge/pixabay
von Redaktion Kinzig News


Mittwoch, 19.08.2026

 Jeden Morgen das gleiche Drama vor unseren Schulen: Damit die Kleinen es bequem haben, kutschieren Eltern ihren Nachwuchs per „Elterntaxi“ bis direkt vor das Klassenzimmer. Doch was gut gemeint ist, wird oft zur tödlichen Falle. Wo Hektik und Wendemanöver regieren, werden Kinder zu Fuß oder auf dem Rad lebensgefährlich bedroht.

Wie begründet die Sorge der Behörden ist, zeigte am Dienstagmorgen (18. AUgust) ein Großeinsatz im Köbler Weg in Hammersbach. Von 7.30 Uhr bis 8.45 Uhr nahmen Beamte der Polizei Langenselbold und das Ordnungsamt das morgendliche Chaos unter die Lupe. 60 Autos wurden gestoppt – und das Ergebnis macht fassungslos.

Kinder ohne Gurt im Auto gestoppt

Die Bilanz veröffentlichte die Polizei in einer Pressemitteilung: In vier Fällen ignorierten Eltern die Sitzpflicht. Ein Kind saß sogar völlig ungesichert im Wagen. Drei weitere Kinder waren während der Fahrt nicht einmal angeschnallt. Dazu kamen drei rücksichtlose Gehweg-Parker und ein Vorfall, bei dem einem Kind am Zebrastreifen eiskalt die Vorfahrt genommen wurde.

Die Ausrede der Verkehrs-Sünder? Stress! Viele gaben an, unter Zeitdruck zu stehen. Doch für die Polizei zählt das nicht. Sprecher Thomas Leipold stellt klar: „Kinder müssen im Auto entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gesichert sein – und zwar unabhängig davon, ob die Fahrt nur wenige Minuten dauert. Gerade vermeintlich kurze Strecken sind keine Ausrede, um die geltenden Regelungen zu umgehen.“

Klare Ansage vom Polizeisprecher

Leipold warnte zudem eindringlich vor der Bequemlichkeit vieler Eltern. Er gab zu bedenken, dass das Parken auf Gehwegen oder das Halten an ungeeigneten Stellen lebensgefährlich für Schüler sein könne. Fahrzeuge würden Sichtachsen versperren, was dazu führe, dass Kinder beim Überqueren der Straße von anderen Verkehrsteilnehmern zu spät erkannt würden. Das morgendliche Verkehrsaufkommen mache die Situation ohnehin unübersichtlich. 

Der Sprecher mahnte: „Zeitdruck darf niemals der Grund sein, die Sicherheit der eigenen Kinder oder anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel zu setzen.“ Wer morgens mehr Zeit für den Schulweg einplane, könne Hektik vermeiden und trage wesentlich zu einem sicheren Schulumfeld bei.

Zu Fuß statt mit dem Elterntaxi

Zwar zeigten sich die meisten Eltern bei der Kontrolle einsichtig, dennoch kündigte die Polizei an: Wir kommen wieder! Um die Sicherheit rund um die Schulen zu erhöhen, wird es auch künftig Einsätze vor Schulen geben. Der beste Schutz für die Kids sei ohnehin die Bewegung an der frischen Luft, so die Polizei: Wer zu Fuß zur Schule geht, lernt Schritt für Schritt, sich sicher im Verkehr zu bewegen, auch ganz ohne Elterntaxi-Wahnsinn.