KASSEL

Chihuahua-Verkauf nimmt üble Wendung: Was das Gericht entschied

Chihuahua-Prozess endet ohne Urteil. (Symbolfoto)
Foto: Pixabay/Aaron H
von Redaktion Kinzig News


Samstag, 22.08.2026

Der Prozess um einen eskalierten Chihuahua-Verkauf ist am Landgericht Kassel überraschend schnell beendet worden. Gegen eine der angeklagten Frauen wurde das Verfahren vorläufig gegen Auflagen eingestellt. Sie muss innerhalb von sechs Monaten 250 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Erfüllt sie die Auflage fristgerecht, wird ihr Verfahren endgültig beendet. Gegen die beiden weiteren Angeklagten stellte das Gericht das Verfahren wegen geringer Schuld ein. Ein Urteil über die ursprünglichen Vorwürfe erging damit nicht.

Chihuahua für 800 Euro verkauft und erneut angeboten

Ausgangspunkt des Falls war ein Hundeverkauf im Internet. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft verkaufte eine heute 31 Jahre alte Frau aus Oldenburg ihren Chihuahua im September 2020 für 800 Euro an einen Mann aus Kassel.

Bereits einen Tag später soll der Käufer den Hund erneut im Internet angeboten haben. Diesmal verlangte er demnach 2.000 Euro für das Tier.

Drei Personen fahren zum Käufer nach Kassel

Ein heute 66 Jahre alter Mann aus Bremen soll das neue Inserat entdeckt haben. Er hatte selbst Interesse an dem Chihuahua gehabt, beim ursprünglichen Verkauf aber nicht den Zuschlag erhalten. Nach Angaben der Anklage informierte er die frühere Halterin über das Angebot.

Die Frau setzte demnach eine heute 30-jährige Bekannte aus Edewecht im Landkreis Ammerland in Kenntnis. Gemeinsam sollen die drei anschließend zur Wohnung des neuen Hundebesitzers nach Kassel gefahren sein, um den Chihuahua zurückzuholen.

Anklage wirft Trio gewaltsamen Übergriff vor

Vor Ort soll zunächst ein verbaler Streit ausgebrochen sein. Laut Anklage entwickelte sich daraus eine körperliche Auseinandersetzung. Der 66-Jährige soll den Käufer gegen die Brust geschlagen und gegen das Schienbein getreten haben.

Der 30-Jährigen wurde vorgeworfen, den Mann mit der Faust gegen Brust und Gesicht geschlagen und Pfefferspray eingesetzt zu haben. Anschließend soll sie ihm den Chihuahua entrissen haben. Den beiden Frauen wurden schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Mann war wegen Beihilfe zum gemeinschaftlichen Raub und wegen Körperverletzung angeklagt.

Angeklagte schilderte Geschehen anders

Eine der Frauen hatte den Ablauf zum Prozessauftakt anders dargestellt. Sie gab an, dem Käufer 700 Euro für die Rückgabe des Hundes angeboten zu haben. Zunächst habe Einigkeit über den Rückkauf bestanden.

Anschließend sei der Mann jedoch aggressiv geworden und habe den Chihuahua heftig geschüttelt. Aus Angst um das Tier habe sie einmal kurz Pfefferspray eingesetzt. Der 66-Jährige habe sich nach ihrer Darstellung nicht an der Auseinandersetzung beteiligt, während die frühere Halterin im Auto gewartet habe. Über den unterschiedlichen Darstellungen musste das Gericht nun nicht abschließend entscheiden.

Vier weitere Prozesstermine entfallen

Der Prozess hatte erst rund eine Woche zuvor begonnen. Ursprünglich waren vier weitere Verhandlungstage bis Ende August vorgesehen.

Nach der Einstellung der drei Verfahren entfallen diese Termine. Weitere Einzelheiten zum Abschluss des Verfahrens nennt der Bericht über den Chihuahua-Prozess in Kassel nicht. (red)