FRANKFURT AM MAIN
Umstrittener Sänger Thompson kommt nach Frankfurt - kommt es zur Eskalation?
Foto: Instagram/Marko Perkovic Thompson
Montag, 24.08.2026
Der umstrittene kroatische Sänger Marko Perkovic, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Thompson, kommt nach Frankfurt. Am Freitag, 13. November 2026, soll der Musiker in der Jahrhunderthalle auftreten. Der Termin ist inzwischen auch offiziell im Veranstaltungskalender der Halle aufgeführt. Der Konzertbeginn ist für 21 Uhr vorgesehen.
Politisch dürfte der Auftritt für Diskussionen sorgen. Perkovic gehört zu den bekanntesten Musikern Kroatiens, wird aber seit Jahren wegen nationalistischer und rechtsextremer Bezüge bei seinen Auftritten kritisiert. Immer wieder wurden bei Konzerten Ustascha-Symbole gezeigt oder entsprechende Parolen gerufen. Der Sänger selbst weist zurück, faschistische Ideologie zu vertreten.
Frankfurt ist Auftakt der Europatournee
Das Konzert in Frankfurt soll zugleich den Auftakt für den europäischen Teil seiner aktuellen Tournee bilden. Zuvor war Perkovic mit seinem Album „Hodocasnik“ durch Kroatien unterwegs. In Frankfurt sollen neben neuen Titeln auch bekannte Stücke aus seiner langjährigen Karriere gespielt werden.
Der Vorverkauf startete am Donnerstag, 20. August. Veranstaltungsort ist die Jahrhunderthalle im Frankfurter Stadtteil Höchst. Die Halle bewirbt den Abend mit dem Motto „Eine Nacht. Tausende Stimmen.“ Auch VIP-Angebote für das Konzert werden bereits über das offizielle Ticketsystem angeboten.
Thompson seit Jahren wegen Ustascha-Bezügen umstritten
Der Künstlername „Thompson“ geht auf eine Maschinenpistole zurück, die Perkovic während des Kroatienkriegs getragen haben soll. Seine Karriere begann Anfang der 1990er-Jahre. In Kroatien verfügt der Sänger über eine große und besonders treue Anhängerschaft.
Gleichzeitig begleiten ihn seit Jahrzehnten Vorwürfe wegen der Nähe zum historischen Ustascha-Faschismus. Bei Konzerten wurden wiederholt faschistische Symbole gezeigt. Auch der Ustascha-Gruß „Za dom spremni“ – auf Deutsch etwa „Für die Heimat bereit“ – spielte bei Auftritten eine Rolle. Perkovic selbst distanzierte sich in der Vergangenheit von einzelnen extremistischen Liedern und bestritt, entsprechende Ideologien zu vertreten.
Konzerte sorgten international bereits für Proteste
Auftritte des Sängers führten deshalb auch außerhalb Kroatiens immer wieder zu Auseinandersetzungen. In mehreren Ländern wurden Konzerte abgesagt oder kritisch begleitet. Bereits bei früheren Tourneen protestierten Menschenrechtsorganisationen gegen Auftritte und verwiesen auf rechtsextreme Symbolik im Umfeld seiner Veranstaltungen.
Erst im Februar 2026 hatte ein Konzert in Bosnien-Herzegowina erneut Kritik ausgelöst. Medien berichteten dort über rechtsextreme Provokationen aus Teilen des Publikums. Auch die israelische Botschafterin in Bosnien-Herzegowina kritisierte die Vorfälle scharf.
Thompson trat schon früher vor Tausenden in Frankfurt auf
Frankfurt ist für Perkovic kein neuer Spielort. Bereits in den 2000er-Jahren trat er dort vor großem Publikum auf. Ein früheres Konzert in der Stadt soll rund 13.000 Besucher angezogen haben.
Am 13. November kehrt Thompson nun in die Mainmetropole zurück. Ob es im Vorfeld des Konzerts Proteste, politische Reaktionen oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen geben wird, ist bislang offen. (red)