WIESBADEN/MAINZ
Wegen Kindesmissbrauch verurteilt: Polizei fasst Flüchtigen aus der Türkei in Mainz
Foto: fsHH/pixabay
Montag, 24.08.2026
Nach einer langen Flucht durch Deutschland klickten in Mainz endlich die Handschellen. Zielfahndern des Hessischen Landeskriminalamtes (HLKA) gelang es am Donnerstagabend (20. August), einen 29-jährigen Mann festzunehmen, der bereits seit längerer Zeit per Auslieferungshaftbefehl gesucht wurde.
Die Ermittler bewiesen bei der Suche einen langen Atem. Der Mann, ein türkischer Staatsangehöriger, war aus der Haft in seinem Heimatland geflohen und hatte sich nach Deutschland abgesetzt. Zunächst wähnte er sich in Norddeutschland, im Raum Lübeck, in Sicherheit. Doch als seine Spur nach Hessen führte, übernahmen die Experten der Zielfahndung des HLKA den Fall.
Ein langes Sündenregister
Der Grund für die intensive Fahndung: Der 29-Jährige ist in der Türkei rechtskräftig verurteilt worden. Die Vorwürfe wiegen schwer: Neben schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes stehen Freiheitsberaubung, Körperverletzung mit Waffen sowie mehrfache Einbrüche in seiner Akte. Insgesamt brummte ihm die dortige Justiz über 30 Jahre Haft auf, wovon er noch mehr als 14 Jahre verbüßen muss.
Festnahme in Mainz
Mit Unterstützung des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) konnten die Fahnder den Gesuchten schließlich in Mainz lokalisieren. Der Zugriff erfolgte widerstandslos.
Bei dem Einsatz arbeiteten die hessischen Beamten eng mit der Polizei aus Rheinland-Pfalz zusammen. Am heutigen Freitag wird der Mann dem Haftrichter am Amtsgericht Mainz vorgeführt, um die weiteren Schritte für seine Überstellung in die Türkei einzuleiten.