KASSEL

Drama um Dackel-Opa: Kameras führen Polizei auf richtige Spur

Drama um ausgesetzten Dackel. (Symbolfoto)
Foto: Pixabay/mristenpart
von Redaktion Kinzig.News


Samstag, 29.08.2026

Unter einer Bank angebunden, mit Decken zugedeckt und offenbar bewusst zurückgelassen: Die Bundespolizei hat am Dienstagabend im Kasseler Hauptbahnhof einen älteren Rauhaardackel entdeckt. Videoaufzeichnungen brachten die Ermittler anschließend auf die Spur eines tatverdächtigen Paares.

Gegen 21.20 Uhr war der Bundespolizei ein herrenloser Hund in der Bahnhofshalle gemeldet worden. Eine Streife fand das Tier schließlich unter einer Bank. Der Dackel war mit einer kurzen Leine festgebunden und mit zwei Decken zugedeckt worden.

Nassfutter und Leckerlis liegen neben dem Hund

Neben dem Tier lagen mehrere Packungen Nassfutter und Leckerlis. Für die Beamten entstand deshalb der Verdacht, dass der Hund nicht nur kurzfristig unbeaufsichtigt geblieben war, sondern gezielt im Hauptbahnhof zurückgelassen worden sein könnte.

Um den Ablauf zu rekonstruieren, wertete die Bundespolizei die Videoaufzeichnungen aus dem Bahnhof aus. Dabei bestätigte sich nach Angaben der Ermittler der Verdacht einer Aussetzung.

Videoaufnahmen zeigen tatverdächtiges Paar

Auf den Aufnahmen identifizierten die Beamten ein tatverdächtiges Paar. Die Frau konnte wenig später zweifelsfrei festgestellt werden und ist der Polizei bereits bekannt.

Die genaue Rolle der beiden Personen sowie die Hintergründe der Tat sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Gegen das Paar wird wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen tierschutzrechtliche Vorschriften ermittelt.

Chip liefert zunächst keinen Hinweis auf Halter

Beamte des Polizeipräsidiums Nordhessen überprüften den Rauhaardackel außerdem mit einem Chiplesegerät. Einen Hinweis auf den Besitzer des Tieres brachte diese Kontrolle zunächst nicht.

Damit blieb am Dienstagabend zunächst auch unklar, wo der ältere Hund kurzfristig untergebracht werden konnte.

Bundespolizisten betreuen Dackel über Nacht

Weil sich zu dieser Uhrzeit keine andere Unterbringungsmöglichkeit fand, nahmen die Bundespolizisten den Dackel mit auf ihre Dienststelle.

Dort wurde das Tier über Nacht versorgt und betreut. Am folgenden Tag konnte der Hund schließlich an die zuständige Stelle übergeben werden.

Ermittlungen wegen möglichen Tierschutzverstoßes

Für das tatverdächtige Paar könnte das Zurücklassen des Hundes nun rechtliche Folgen haben. Die Ermittlungen wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen dauern an.

Warum der ältere Rauhaardackel im Kasseler Hauptbahnhof zurückgelassen wurde und wem das Tier ursprünglich gehörte, ist bislang nicht abschließend geklärt. (red)