LORSCH
Horror-Lkw in Südhessen gestoppt: Mängelliste ist unfassbar
Foto: Pixabay
Sonntag, 30.08.2026
Eine groß angelegte Lastwagenkontrolle in Südhessen hat zahlreiche Verstöße ans Licht gebracht. Insgesamt beanstandeten die Einsatzkräfte 21 Fahrzeuge beziehungsweise deren Fahrer. Vier Lastwagen durften wegen besonders gravierender Mängel oder fehlender Voraussetzungen nicht weiterfahren.
An der Kontrollaktion waren insgesamt 35 Polizistinnen und Polizisten beteiligt. Neben Kräften aus Südhessen unterstützten auch Beamte aus Westhessen und Südosthessen sowie aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg die Überprüfungen.
18 Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten
Den größten Anteil der Beanstandungen machten Verstöße gegen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten aus. Insgesamt registrierte die Polizei davon 18 Fälle.
Hinzu kamen mehrere Verstöße bei der Ladungssicherung. Gegen Fahrer und Spediteure wurden entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Sechs Fahrer ohne festen Wohnsitz in Deutschland mussten zusammen knapp 6000 Euro Sicherheitsleistungen hinterlegen.
Spedition muss 1650 Euro vor Ort bezahlen
Auch ein Unternehmen wurde unmittelbar zur Kasse gebeten. Eine Spedition musste nach Angaben der Polizei 1650 Euro bezahlen.
Grund war laut Polizei ein „illegaler Wettbewerbsvorteil durch die Art der Transportdurchführung“. Welche konkrete Gestaltung des Transports zu dieser Bewertung führte, geht aus dem Bericht nicht näher hervor.
Holztransporter mit nur zwölf statt 41 Zurrgurten
Besonders deutlich waren die Mängel bei einem Holztransporter. Dieser wurde an einer Rastanlage kontrolliert. Für eine ordnungsgemäße Sicherung seiner Ladung wären nach Angaben der Polizei 41 Zurrgurte notwendig gewesen.
Tatsächlich waren lediglich zwölf Gurte angebracht. Zusätzlich fehlten Antirutschmatten. Auch bei seinen Lenk- und Ruhezeiten stellten die Beamten Verstöße fest. Die Weiterfahrt wurde untersagt.
110 Tonnen schwerer Transport ohne ausreichende Genehmigung
Auch ein Schwertransport fiel den Kontrolleuren auf. Allein das geladene Baustellengerät brachte mehr als 62 Tonnen auf die Waage. Mit Fahrzeug und Ladung lag das Gesamtgewicht bei rund 110 Tonnen.
Für diesen Transport lag nach Angaben der Polizei keine ausreichende Genehmigung vor. Zudem war auch hier die Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert. Der Unternehmer musste deshalb zunächst eine gültige Transportgenehmigung organisieren, während der Fahrer für eine korrekte Sicherung der Fracht sorgen musste.
Polizei zählt 62 einzelne Mängel an einem Lastwagen
Noch gravierender war der technische Zustand eines weiteren Lastwagens. Bei diesem Fahrzeug stellten die Beamten insgesamt 62 einzelne Mängel fest.
Betroffen waren unter anderem die Bremsanlage und die Beleuchtung. Hinzu kamen eine stellenweise durchgerostete Karosserie sowie eine stark ausgeschlagene Lenkung.
Eigentümer muss defekten Lkw abtransportieren lassen
Aufgrund des technischen Zustands untersagte die Polizei auch diesem Fahrzeug die Weiterfahrt. Der Lastwagen durfte nicht mehr aus eigener Kraft am Straßenverkehr teilnehmen.
Der Eigentümer muss sich nun selbst darum kümmern, das Fahrzeug abtransportieren zu lassen. Damit gehörte der Lkw zu insgesamt vier Fahrzeugen, für die die Kontrolle unmittelbar endete.
21 Fahrzeuge fallen bei Kontrolle durch
Insgesamt zeigt die Bilanz der Aktion ein breites Spektrum an Verstößen. Neben technischen Defekten und unzureichender Ladungssicherung standen vor allem die vorgeschriebenen Ruhezeiten der Fahrer im Mittelpunkt.
Die gemeinsame Kontrolle mehrerer Polizeipräsidien und Bundesländer sollte insbesondere schwere Nutzfahrzeuge überprüfen und Risiken durch technisch unsichere Fahrzeuge, mangelhaft gesicherte Ladung und Verstöße gegen Sozialvorschriften erkennen. (red)