GELNHAUSEN / KÖLN
Hammer-Gegner zum Auftakt: TV Gelnhausen muss morgen beim Longericher SC ran
Foto: Roland Adrian
Dienstag, 01.09.2026
Für den TV Gelnhausen beginnt morgen Abend die neue Saison in der 3. Handball-Liga Süd-West ...
Um 20.15 Uhr gastieren die Barbarossastädter beim Longericher SC Köln in der Sporthalle der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule. Während die meisten Mannschaften bereits am vergangenen Wochenende in die neue Spielzeit gestartet sind, wird es für den TVG nun erstmals um Punkte gehen. Dabei wartet direkt eine der schwierigsten Aufgaben der Liga.
"Wir haben richtig Lust auf dieses besondere erste Saisonspiel"
Nach der intensiven Vorbereitung und dem starken Auftritt bei der knappen 25:27 (14:12)-Niederlage gegen Zweitligist TV Hüttenberg in der ersten Runde des DHB-Pokals ist die Vorfreude entsprechend groß. „Ungewohnt ist für uns natürlich, direkt zum Saisonstart unter der Woche an einem Mittwoch zu spielen. Gleichzeitig ist die Vorfreude aber sehr groß, dass es endlich losgeht. Wir haben richtig Lust auf dieses besondere erste Saisonspiel“, sagt TVG-Trainer Tim Beckmann.
Mit dem Longericher SC wartet allerdings eine echte Herkulesaufgabe auf den TVG. Die Kölner belegten in der vergangenen Saison direkt hinter dem TV Gelnhausen den dritten Tabellenrang und zählen auch in dieser Spielzeit zum erweiterten Favoritenkreis der Süd-West-Staffel. Trotz einiger Abgänge und Neuzugänge im Sommer ist der Kern der Mannschaft weitgehend zusammengeblieben. Auch Trainer Chris Stark steht weiterhin an der Seitenlinie.
Sie sorgen für viel Torgefahr
Besonders im Rückraum verfügt der LSC nach wie vor über große Qualität. Kapitän Lukas Martin Schulz und Jonas Kämper gehören zu den Spielern, auf die die Gelnhäuser Defensive besonders achten muss. Beide sorgen mit ihrer individuellen Qualität und Wurfstärke für viel Torgefahr.
Dass die Kölner erneut zu den stärksten Mannschaften der Staffel gehören, haben sie bereits in den ersten beiden Pflichtspielen unter Beweis gestellt. Für einen Paukenschlag sorgte Longerich in der ersten Runde des DHB-Pokals. Gegen den Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen setzte sich der LSC mit 37:35 (20:22) durch und zog als einziger Drittligist in die zweite Pokalrunde ein. Dort wartet mit dem VfL Eintracht Hagen der nächste Zweitligist. Auch zum Auftakt in die 3. Liga blieben die Kölner ungeschlagen und erkämpften sich gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden ein 30:30 (16:18)-Unentschieden.
TVG-Trainer erwartet eine sehr physische Partie
„Longerich hat seine Qualität zuletzt eindrucksvoll unter Beweis gestellt und ist mit seiner körperlichen Präsenz und der großen Torgefahr aus dem Rückraum an einem guten Tag nur sehr schwer zu schlagen“, sagt Beckmann. Der TVG-Trainer erwartet eine sehr physische Partie: „Sie spielen mit einem hohen körperlichen Einsatz und suchen über 60 Minuten konsequent die Eins-gegen-eins-Situationen. Das war sowohl gegen Nordhorn als auch gegen Nieder-Roden deutlich zu sehen.“
Dass dem TVG eine schwierige Aufgabe bevorsteht, zeigt auch der Blick auf die vergangenen Begegnungen. In der vergangenen Saison trennten sich beide Mannschaften zweimal unentschieden. In Köln hieß es 29:29, das Rückspiel in der Hölle Süd endete 28:28. In der Saison zuvor musste sich der TVG sogar in beiden Duellen geschlagen geben. Ein Sieg gegen Longerich gelang den Barbarossastädtern damit seit vier Ligaspielen nicht mehr.
Ein Schlüssel wird das Umschaltspiel sein
„Für uns wird entscheidend sein, ihr Tempospiel in der ersten und zweiten Welle in den Griff zu bekommen und selbst im Umschaltspiel sehr handlungsschnell zu sein“, sagt Beckmann. Gleichzeitig warnt der TVG-Trainer vor der Widerstandsfähigkeit der Gastgeber: „Gegen Nieder-Roden hat Longerich eine starke Moral gezeigt. Sie haben über den gesamten Spielverlauf sehr intensiv gekämpft, sich auch nach Rückständen immer wieder herangearbeitet und nie aufgehört, Druck zu machen.“
Einen schweren Rückschlag musste der LSC allerdings bereits verkraften. Rückraumspieler Lennart Niehaus zog sich beim Pokalerfolg gegen Nordhorn-Lingen einen Kreuzbandriss zu und fällt den Rest der Saison aus.
Personalsituation zum Saisonstart angespannt
Auch beim TV Gelnhausen ist die Personalsituation zum Saisonstart angespannt. Zu den bereits verletzten Alexander Bechert (Knieprobleme), Silas Altwein (Nasenbeinbruch) und Jonas Dambach (Fußprobleme) gesellte sich in den vergangenen Tagen Max Bechert. Der Kreisläufer zog sich im Training einen Mittelhandbruch zu und wird voraussichtlich rund sechs Wochen ausfallen. Damit steht mit Torben Fehl aktuell nur ein etatmäßiger Kreisläufer zur Verfügung. Für Alexander Bechert wird erneut Nachwuchstorhüter Noah Pilgrim in den Kader rücken.
Trotz der personellen Voraussetzungen wollen die Barbarossastädter mit viel Energie in die neue Drittliga-Saison starten und bei einem Gegner bestehen, der ihnen in den vergangenen beiden Spielzeiten einiges abverlangt hat. Für alle Fans, die die Mannschaft nicht mit nach Köln begleiten können, wird die Partie wie gewohnt live auf Sporteurope.TV übertragen. (red)