SCHLÜCHTERN / SAARBRÜCKEN

Geplantes Energiekraftwerk in Schlüchtern: "Es braucht Fakten statt Schlagzeilen"

Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller (rechts) war mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, Magistratsmitgliedern und Stadtverordneten in Saarbrücken, um das dortige Kraftwek zu besichtigen.
Foto: Stadt Schlüchtern


Mittwoch, 02.09.2026

In Schlüchtern soll ein Energiekraftwerk entstehen, das das geplante Rechenzentrum in Birstein mit Strom versorgt ...

Die Stadtverordneten entscheiden als Nächstes über einen Prüfauftrag, der sich mit den Auswirkungen einer möglichen Ansiedlung beschäftigen soll. Im Vorfeld waren Mitarbeitende der Stadtverwaltung sowie Stadtverordnete und Magistratsmitglieder nach Saarbrücken gereist, um sich ein ähnliches Energiekraftwerk aus nächster Nähe anzuschauen.

"Es braucht Fakten statt Schlagzeilen"


Betreiber ist das Unternehmen EnergieSaarLorLux. Das Kraftwerk trägt den Namen Gamor, liefert eine Gesamtleistung von circa 53 Megawatt und versorgt gut 65.000 Haushalte mit Strom sowie 13.000 Haushalte mit Wärme. Im Gegensatz zum in Schlüchtern geplanten Kraftwerk verfügt es nicht über Brennstoffzellen, sondern ausschließlich über Gasmotoren.

Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller betont: „Die Debatte um das neue Energiekraftwerk ist bedeutend – doch sie braucht Fakten statt Schlagzeilen.“ Möller ist überzeugt: „Investitionen in die Zukunft unserer Stadt und aller Stadtteile bleiben unerlässlich – genau deshalb ist dieses Projekt so wichtig.“ 

Gewerbesteuereinnahmen für 30 Jahre sichergestellt?


Nach dem Verkauf der Gewerbefläche entstehe für Schlüchtern eine dauerhafte Win-Win-Situation: „Das Energiekraftwerk ermöglicht uns finanzielle Entlastung, nachhaltige Infrastrukturmaßnahmen und eine zukunftsfähige Stadtentwicklung“, sagt Möller.

Die Gewerbesteuereinnahmen seien für 30 Jahre sichergestellt und keineswegs abhängig vom Verbrauch: „Mehrere Millionen Euro pro Jahr geben uns Möglichkeiten für notwendige Sanierungen von Kindertagesstätten und Straßen. Außerdem steht der bedeutsame Neubau des Feuerwehrstützpunktes bevor, dafür benötigen wir auf der Gegenseite schlicht Einnahmen“, betont Möller.

Prädikat "Luftkurort" nicht gefährdet


Das Prädikat „Luftkurort“ sei mit einem Energiekraftwerk übrigens keineswegs gefährdet: „Unsere Luftqualität ist hervorragend. Und sie wird es auch bleiben. Das moderne Energiekraftwerk verursacht keinen Feinstaub, keinen Ruß und nur sehr geringe Stickoxidwerte.“ Die Grenzwerte würden dabei deutlich unterschritten und lägen sogar unter denen der nahegelegenen Autobahn. Ein unabhängiges Gutachten soll dies noch belegen.

Darüber hinaus könne sich die Luftqualität sogar verbessern, betont Möller: „Die Nutzung der Abwärme für kommunale Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten ist fester Bestandteil des Projekts. Wir arbeiten am Ausbau eines Fernwärmenetzes. Dadurch könnten zahlreiche private Ölheizungen wegfallen.“

CO₂-Einsparung von mehr als 25.000 Tonnen pro Jahr


Der Rathauschef fasst zusammen: „750 Millionen Euro private Investition ohne neue Schulden für die Stadt, ein erheblicher Veräußerungsgewinn beim Grundstücksverkauf, viele Millionen an jährlicher Gewerbesteuer, drastisch reduzierte Energiekosten für die Stadtverwaltung und eine CO₂-Einsparung von mehr als 25.000 Tonnen pro Jahr sind ein extrem wichtiger Baustein, um die Zukunft Schlüchterns nachhaltig abzusichern.“

Mit der Besichtigung des Gamor-Kraftwerks in Saarbrücken sei der erste Schritt zu einer ausführlichen Informationsarbeit getan. „Es werden aber noch viele weitere Schritte folgen. Es ist uns ganz wichtig, die Menschen mitzunehmen und faktenbasiert zu informieren. Ich freue mich auf den Austausch mit den Leuten“, betont Bürgermeister Möller abschließend.

Die ersten beiden Bürgerdialoge finden am Dienstag und Mittwoch, 8. und 9. September, jeweils um 19:30 Uhr im Café Fabrice (Breitenbacher Straße 3) statt. Für den zweiten Abend können sich Interessierte noch per Mail an buergermeister@schluechtern.de anmelden. Der erste Abend ist bereits ausgebucht. (red)