MANNHEIM
Mann schlägt zweijähriges Kind im ICE – einen Tag später fällt das Urteil
Foto: BRuM309/pixabay
Samstag, 05.09.2026
Ein 49-Jähriger hat in einem ICE von Frankfurt am Main nach Mannheim ein zweijähriges Kind mit einer Tasche ins Gesicht geschlagen und verletzt. Nur einen Tag später stand der Mann bereits vor dem Amtsgericht Mannheim: Dort wurde er zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstagnachmittag im ICE 373, der von Frankfurt über Mannheim in Richtung Basel unterwegs war. Nach Angaben der Bundespolizei hatte der 49-Jährige keinen gültigen Fahrschein. Eine Zugbegleiterin stellte ihm deshalb eine Fahrpreisnacherhebung aus.
Mit Trinkflaschen gefüllte Tasche trifft Kind im Gesicht
Anschließend lief der Mann stark erregt durch den Zug. Dabei begegnete ihm eine Frau, die ihr zweijähriges Kind auf dem Arm trug. Nach Angaben der Bundespolizei gab es zuvor keine Interaktion zwischen den Beteiligten.
Beim Vorbeigehen schlug der 49-Jährige dem Kind unvermittelt seine mit Trinkflaschen gefüllte Tasche ins Gesicht. Das Kleinkind fiel daraufhin vom Arm seiner Mutter auf den Boden und wurde leicht verletzt. Eine ärztliche Behandlung lehnten die Angehörigen ab. Danach soll der Mann gegenüber der Mutter noch abfällige Bemerkungen gemacht haben.
Bundespolizei nimmt 49-Jährigen in Mannheim fest
Noch während der Fahrt wurde die Bundespolizei verständigt. Als der ICE den Mannheimer Hauptbahnhof erreichte, warteten die Beamten bereits auf den 49-Jährigen und nahmen ihn fest.
Weil der Mann keinen festen Wohnsitz in Deutschland hatte und der Sachverhalt nach Angaben der Behörden einfach gelagert war, beantragte die Staatsanwaltschaft Mannheim ein beschleunigtes Verfahren. Dadurch kam der Fall bereits am folgenden Tag vor Gericht.
Sieben Monate Freiheitsstrafe
Das Amtsgericht Mannheim verurteilte den 49-Jährigen am Mittwoch wegen Leistungserschleichung in Tateinheit mit Hausfriedensbruch und Körperverletzung zu sieben Monaten Haft.
Rechtskräftig ist die Entscheidung allerdings noch nicht. Nach Angaben der Bundespolizei blieb der Mann zunächst auf freiem Fuß.