BRUCHKÖBEL

Alle Kinder unter einem Dach: Brückenschule erhält Neubau mit Sporthalle

Kreisbeigeordneter Jannik Marquart (Zweiter von links) besuchte gemeinsam mit Matthias Eckhardt, Bürgermeisterin Sylvia Braun, Schulleiterin Melanie Neumann und Sabine Reusert den Standort der neuen Brückenschule in Roßdorf (von links).
Foto: Main-Kinzig-Kreis
von Redaktion Kinzig News


Sonntag, 06.09.2026

Kinder tollen über den Schulhof der Brückenschule in Roßdorf, lachen und spielen. Es ist ein ganz normaler Schultag. Doch für die Grundschule stehen große Veränderungen bevor.

Bei einem Besuch der Brückenschule informierten Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Jannik Marquart, Bürgermeisterin Sylvia Braun sowie Amtsleiter Matthias Eckhardt über die nächsten Schritte des geplanten Neubaus. Die wichtigste Nachricht: Der Neubau, der rund 250 Meter vom heutigen Schulgelände entstehen soll, bekommt eine eigene Sporthalle.

Warum eine zweite Sporthalle nötig wird

„Die Schule ist zu voll, deshalb soll der Neubau entstehen. Die Schülerinnen und Schüler sind auf zwei Standorte verteilt, in Containern und in einem sehr in die Tage gekommenen Gebäude. Und wenn wir schon neu bauen, bauen wir auch eine neue Schulsporthalle“, erläuterte der Schuldezernent. Die Entscheidung für eine neue Halle fiel nicht leicht. Schließlich wurde die bestehende Sporthalle erst 2009 gebaut. Nach Einschätzung des Kreises ist sie jedoch zu klein für den künftigen Bedarf. Da sie nicht teilbar ist, drohen bei steigenden Schülerzahlen Platzprobleme im Sportunterricht.

„Wir würden uns ärgern, wenn wir diese Chance jetzt nicht nutzen würden. Es ist das Beste für die Kinder“, so der Kreisbeigeordnete. Auch Bürgermeisterin Sylvia Braun unterstützt die Pläne. „Die alte Sporthalle ist keine vollwertige Sporthalle, sondern eigentlich ein Bewegungsraum. Die Stadt hat deshalb von Anfang an unterstützt, dass beim Neubau auch eine neue Halle entsteht“, sagte sie.

Vereine sollen ebenfalls profitieren

Von der neuen Halle sollen nicht nur die Schülerinnen und Schüler profitieren. Auch Vereine haben bereits Bedarf angemeldet. Zudem gilt der geplante Standort als verkehrlich günstig und sicher erreichbar.

Vorgesehen ist eine vierzügige Grundschule mit 16 Klassenräumen, zusätzlichen Lernräumen sowie Fachräumen für Musik und Kunst. Hinzu kommen Mensa, Ganztagsbereich und Verwaltung. Die Mensa wird für einen Zweischichtbetrieb ausgelegt. Insgesamt umfasst das Schulgebäude rund 4.700 Quadratmeter Nutzfläche auf einem etwa 9.000 Quadratmeter großen Grundstück.

Offene Lernbereiche statt enger Klassenstrukturen

Die neue Brückenschule soll moderne Lernkonzepte ermöglichen. Geplant sind offene Lernbereiche sowie ein zentraler Treffpunkt im Herzen des Gebäudes. Auch der Schulhof wird Teil des pädagogischen Konzepts. Geplant sind ein grünes Klassenzimmer, naturnahe Aufenthaltsbereiche und viel Platz zum Lernen und Spielen. Bäume und Grünflächen sollen an heißen Tagen für Schatten und Kühlung sorgen. Mit dem Neubau sollen zudem alle Klassen wieder an einem Standort zusammengeführt werden. Derzeit werden die vierten Klassen wegen Platzmangels an der Heinrich-Böll-Schule unterrichtet.

„Wir freuen uns sehr auf den Neubau und darauf, dass wir bald wieder alle an einem Standort sind“, sagte Schulleiterin Melanie Neumann. Läuft alles nach Plan, könnten die heutigen Zweitklässler ihre Grundschulzeit noch im Neubau verbringen. Die rund 405 Quadratmeter große Sporthalle wird direkt in das Schulgebäude integriert. Über einen separaten Eingang kann sie später auch von Vereinen genutzt werden.

Moderne Technik für die Schule von morgen

Auch beim Thema Energie setzt der Kreis auf moderne Technik. Geplant sind unter anderem Wärmepumpe, Gründach und Photovoltaikanlage. Zudem soll der Hitzeschutz bei künftigen Schulbauten stärker berücksichtigt werden. Über mögliche Mehrkosten muss noch der Kreistag entscheiden. „Wir müssen uns dem Thema stellen. Dieser Sommer hat uns das allzu deutlich vor Augen geführt“, so der Dezernent.

Die Ausschreibung läuft bereits. Ende 2026 soll der Auftrag vergeben werden. Der Baustart ist für 2027 geplant, die Fertigstellung für Mitte 2028. Für das Projekt sind Investitionen von rund 28,8 Millionen Euro vorgesehen. „Das Projekt ist Teil der Schulbauoffensive des Kreises, der weiterhin auf der politischen Agenda steht“, so Jannik Marquart.

Noch ist unklar, wie das bisherige Schulgelände künftig genutzt wird. Nach Angaben von Bürgermeisterin Braun besteht in Bruchköbel Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Erste Gespräche mit einer Baugenossenschaft laufen bereits.