SINNTAL / MKK

Das war Kinzigtal Total: Wettergott meinte es nicht gut mit Hessens längstem Straßenfest

Die Freude war trotz des eher trüben Wetters groß: Der Radlersonntag Kinzigtal Total fand in diesem Jahr zum 31. Mal statt - wir haben die Impressionen ...
Fotos: Walter Dörr
von WALTER DÖRR


Montag, 14.09.2026

Das eine oder andere Fahrrad wurde sicherlich vor dem gestern stattgefundenen Radfahrersonntag „Kinzigtal Total“ erst einmal entstaubt, denn im vergangenen Jahr musste das „längste Straßenfest Hessens“ wegen Sicherheitsbedenken abgesagt werden.

Jeweils am zweiten Sonntag im September sind die „Profis“ und die Gelegenheitsradler vom Main-Kinzig-Kreis aufgerufen, zwischen Sinntal-Sterbfritz, wo bekanntlich das Flüsschen Kinzig entspringt, bis – diesmal nur bis Langenselbold – Rad zu fahren. Damit das problemlos geht, werden jeweils zahlreiche Bundes-, Landes- und Kreisstraßen für die Autos gesperrt.

Ein langes Straßenfest mit vielen Stopp-Möglichkeiten


„Kinzigtal Total“ ist keine Leistungssportveranstaltung, sondern ein langes Straßenfest mit vielen Stopp-Möglichkeiten unterwegs. In den Kommunen bieten Vereine und Gruppen ein Unterhaltungsprogramm und verpflegen ihre Gäste. In den Vorjahren konnte „das Unterland“ sich mit Sonderzügen bis nach Sterbfritz bringen lassen, sodass die Fahrt nach Hause relativ stressfrei sein konnte. Diesmal gab es keine Sonderzüge - und das merkten die Sterbfritzer ARGE-Vereine ganz gewaltig. Es war viel weniger los. 

Eröffnung im "kleinen Rahmen"


Schon die offizielle Eröffnung durch Landrat Thorsten Stolz und Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling verlief „in kleinem Rahmen“. In Sterbfritz gab es zudem eine Terminüberschneidung, denn genau um 10 Uhr, der offiziellen Eröffnung vor der Mehrzweckhalle, begann wenige Meter entfernt ein Open-Air-Gottesdienst in der dortigen Tankstelle Ommert gegenüber dem lila Gemeindehaus. 

Dem Wort Gottes durch Pfarrer Arne Schmitz von der evangelischen Christusgemeinde in Sinntal und Marjoss und mit musikalischer Begleitung durch die „Kalli-Hendrix-Band“ lauschten so mehr Schäfchen als bei Landrat Stolz und Bürgermeister Henfling. Der Rathauschef hieß die auf ihren Drateseln geduldig Wartenden herzlich in Sterbfritz und bei der für Sinntal wertvollen Veranstaltung willkommen. Dass es endlich wieder ein „Kinzigtal Total“ gebe, freute auch Landrat Stolz. Nach einem Jahr Pause erwarte man wieder Tausende Teilnehmer.


Geänderter Streckenverlauf


Die Sicherheitsvorschriften seien überarbeitet worden. Ein Dank galt den freiwilligen Helfern und Helferinnen, den abbeorderten Landespolizeibeamten, den beteiligten Vereinen, den DRK-Helfern mit einer Motorradstaffel und letztlich auch den Sponsoren. Den Mitarbeitern des zuständigen Kreisamtes habe die Veranstaltung viele schlaflose Nächte beschert. Stolz wies auf einen geänderten Streckenverlauf in der Nachbargemeinde Sannerz hin.

Dort ging es diesmal nicht die Hauptstraße (Lindenstraße) voll Richtung Süden, sondern kurz nach der Ortseinfahrt mussten die Radfahrer links in den stark abfallenden Hollunderrain abbiegen und über den Erlenweg kam man zur Kastanienstraße und traf auf den „normalen motorisierten Verkehr“. Bei der Verkehrsschleuse regelte die Polizei, wer fahren durfte und wer warten musste. Dann ging es weiter über den Birkenweg und die Lärchenstraße zur Landesstraße L 3180 und zur Weiterfahrt nach Herolz.

Bis es zur offiziellen Freigabe der Strecke Sterbfritz-Langenselbold mit neun beteiligten Städten durch die Verkehrsbehörde kam, musste man in Sterbfritz jedoch warten. Eine Stadt hatte wohl besondere Absperr-Probleme. Letztlich schickte Landrat Thorsten Stolz die Radler doch los. In Sterbfritz sorgten der Turnverein 1903 und Sportgemeinde Germania 1919 von der Arbeitsgemeinschaft der Sterbfritzer Vereine (ARGE) für die Bewirtung der Gäste.

Eine besondere Attraktion war das Deutsche Fahrradmuseum Bad Brückenau, das mit seinem mobilen Museum nach Sterbfritz gekommen war. An der Mehrzweckhalle konnte man historische Fahrräder besichtigen und auf einem spezielle Parcours Hoch- und Spaßräder ausprobieren. In diesem Bereich hatte auch das DRK-Sinntal seine Erste-Hilfe-Station. (red)