GELNHAUSEN

Mit Sonnencreme fing alles an: Ursula und Bernd Kemmerer feiern Diamantene Hochzeit

Landrat Thorsten Stolz (links) und Bürgermeister Christian Litzinger gratulieren Ursula und Bernd Kemmerer (Mitte) zu ihrem Jubeltag.
Foto: Stadt Gelnhausen


Mittwoch, 28.10.2026

Ihr Rezept für eine glückliche Ehe ist Vertrauen und Humor ...

Am Montag haben Ursula und Bernd Kemmerer in Gelnhausen ihre Diamantene Hochzeit gefeiert. Zu den Gratulanten gehörten Bürgermeister Christian Litzinger und Landrat Thorsten Stolz.

Bürgermeister und Landrat gratulieren


Wer die Wohnung von Ursula und Bernd Kemmerer in der Gelnhäuser Kernstadt betritt, versteht schnell, warum sich das Paar in der Barbarossastadt wohlfühlt. „Der Blick reicht von der Marienkirche bis zur Kinzig und weiter bis nach Geislitz“, sagt die Gastgeberin zu Christian Litzinger. Der Gelnhäuser Bürgermeister ist gekommen, um den Eheleuten die Glückwünsche der Stadt und des Ministerpräsidenten zu überreichen – nebst einem Präsentkorb aus dem Rathaus. 

Und auch Landrat Thorsten Stolz, dessen Amtssitz ebenfalls in Sichtweite liegt, hat es sich nicht nehmen lassen, dem Jubelpaar persönlich zu sechs gemeinsamen Jahrzehnten voller Liebe, Treue und Verbundenheit zu gratulieren.

Mit Sonnencreme fing alles an


Begonnen hat dieser gemeinsame Lebensweg in Hanau, wo beide aufgewachsen sind. Ihr Glück verdanken die Eheleute einem sonnigen Tag im Jahr 1965 im Heinrich-Fischer-Bad – und einer fehlenden Tube Sonnencreme. „Ich war mit meinem Cousin schwimmen, und wir hatten keine Sonnencreme dabei“, erzählt Ursula Kemmerer ihren Besuchern. Ihr späterer Ehemann, der zu dieser Zeit gerade seinen Wehrdienst bei der Raketenabwehr in Kilianstädten beendet hatte, erwies sich als Kavalier und half aus.

„Eincremen durfte ich sie damals aber noch nicht“, erinnert er sich schmunzelnd. Gefunkt hat es trotzdem. Ein Jahr später läuteten die Hochzeitsglocken in der Hanauer Marienkirche. Standesamtlich gaben sich die beiden im Schloss Philippsruhe das Jawort.

An medizinischer Revolution mitgewirkt


Bei der Suche nach einer gemeinsamen Wohnung half der Arbeitgeber des jungen Ehemanns, der dem Paar eine erste Bleibe in der Nähe des Hanauer Bahnhofs vermittelte. Seiner Firma, der Hanauer Vacuumschmelze (VAC), blieb Bernd Kemmerer bis zum Ruhestand treu. Bereits 1961 hatte er dort nach seiner Ausbildung zum Starkstromelektriker seine berufliche Laufbahn begonnen und war später als Elektrotechniker in gehobener Position tätig.

Dabei hat er an einer ganz besonderen Erfolgsgeschichte mitgeschrieben: der Entwicklung eines Spezialmagneten für die Magnetresonanztomographie (MRT) – eine Pionierleistung, an der Kemmerer von Anfang an beteiligt war. Später bildete er Fachkräfte in Frankreich, England und den USA in der Wicklung der Magneten aus. Dabei knüpfte er zahlreiche internationale Kontakte. Ein besonderes Erinnerungsstück aus dieser Zeit hat bis heute einen Ehrenplatz in der Wohnung: ein Modell des ersten MRT-Magneten, das Kemmerer von seinem Arbeitgeber zum 25-jährigen Dienstjubiläum geschenkt bekam. Noch heute leuchten seine Augen, wenn er von dieser aufregenden Zeit erzählt. „Als wir den Magneten entwickelt haben, hatten wir keine Ahnung, welche Bedeutung dieser einmal für die Medizin haben würde“, erinnert er sich.

Auch Ursula Kemmerers beruflicher Werdegang ist eng mit Hanauer Spitzentechnologie verbunden. Die gelernte Großhandelskauffrau war zunächst im Einkauf für die Produktion der bekannten Hanauer Höhensonne tätig. Nach einer Familienpause wechselte sie 1980 ebenfalls zur VAC und arbeitete dort in der Personalabteilung. „Ich war für die Mitarbeiter auf allen Ebenen zuständig und habe dafür gesorgt, dass sie alle pünktlich ihr Gehalt erhielten“, erzählt sie. Dafür waren nicht selten Überstunden nötig, besonders freitags. „Ich musste oft mehr als eine Stunde auf sie warten, wenn ich sie nach der Arbeit abholen wollte“, erinnert sich ihr Mann.

Von Hessen bis zur Zugspitze und zurück


Ihren Wohnort wechselten die Eheleute mehrfach. Nach verschiedenen Stationen in Hanau baute das Paar ein Mehrfamilienhaus in Albstadt. Später zogen beide in einen Bungalow nach Großenhausen, wo sie 18 Jahre lebten. Im Ruhestand zog es die beiden schließlich in die Ferne – nach Garmisch-Partenkirchen. „Wir waren dort oft im Urlaub, und es hat uns immer gut gefallen“, erzählt Ursula Kemmerer. Besonders die Bergwelt hat es den beiden angetan. „Wir hatten eine Karte für alle Seilbahnen im Umkreis. Einfach mal zum Kaffeetrinken auf die Zugspitze fahren, das war schon etwas Besonderes.“

Doch nach einigen Jahren meldete sich das Heimweh. „Wir haben uns in Garmisch wirklich wohlgefühlt, aber Heimat ist eben Heimat und Familie bleibt Familie“, erklären die beiden. Und die besteht in ihrem Fall nicht nur aus dem gemeinsamen Sohn und der Schwiegertochter, sondern auch aus vier inzwischen erwachsenen Enkelsöhnen, auf die das Jubelpaar sehr stolz ist.

Sportlich, sportlich


Mit seinem Sohn verbindet Bernd Kemmerer übrigens eine besondere Leidenschaft: der Fußball. „Zu meiner Bundeswehrzeit war ich auf dem Sprung in die erste Mannschaft vom FC Hanau 93, der damals ziemlich hoch gespielt hat“, erzählt er. Doch ein schwerer Unfall setzte seinen sportlichen Ambitionen ein jähes Ende. „Mein Arzt sagte mir, ich hätte die Wahl zwischen einem steifen Bein und dem Ende meiner Fußballkarriere.“ Kemmerer entschied sich schweren Herzens, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. „Dafür hat mein Sohn dann gespielt, mehr als 40 Jahre lang.“ Und die Familie war mit dabei: „Bei den Jugendspielen hatten wir immer das Auto voll.“

Auch Ursula Kemmerer war sportlich aktiv, vor allem in der Frauengruppe des TV Lützelhausen. In Linsengericht trat sie außerdem dem Sozialverband VdK bei, dem sie auch während ihrer Zeit in Garmisch-Partenkirchen und bis heute die Treue gehalten hat.

In Gelnhausen haben die beiden seit 2015 eine Wohnung gefunden, in der sie sich rundum wohlfühlen. Neben dem großartigen Ausblick und der altersgerechten Ausstattung schätzen sie vor allem die zentrale Lage an der Barbarossastraße. Ein weiterer Vorteil: „Das Landratsamt ist fußläufig zu erreichen und damit auch die Kantine.“ Besonders den Schnitzeltag besuchen sie, so oft es ihnen möglich ist. Das gilt auch für die Wächtersbacher Messe, die beide wegen des Musikprogramms mögen, berichten sie ihren Gratulanten.

"Sechzig Jahre verheiratet zu sein, ist etwas ganz Wunderbares"


„Sechzig Jahre verheiratet zu sein, ist etwas ganz Wunderbares. Das schaffen nur sehr wenige Paare heutzutage. Es heißt, sich Liebe und Vertrauen immer aufs Neue zu schenken und zu bewahren, viele schöne aber auch mal schwerere Zeiten gemeinsam zu erleben und gemeinsam durchzustehen. Ich beglückwünsche Sie beide, dass Sie das erreicht haben, das ist eine großartige Leistung“, würdigt Landrat Thorsten Stolz das Jubelpaar.

Doch was ist nun das Geheimnis einer so langen und glücklichen Ehe? „Wir verstehen uns einfach wirklich gut“, sagt Ursula Kemmerer. „Natürlich kommt es auch mal zu einem kleinen Streit, aber spätestens am Abend haben wir uns wieder vertragen.“ Ihr Mann kennt noch einen weiteren Grund: „Jeder von uns hat seinen Bereich, in dem er sich auskennt und den Hut aufhat. Wir vertrauen uns und helfen uns gegenseitig.“ Vor allem, betonen die Eheleute, haben sich die beiden trotz gesundheitlicher Einschränkungen ihren Humor bewahrt.

„Manchmal sind es die kleinen Zufälle, die Menschen das große Glück ermöglichen. Im Falle von Ursula und Bernd Kemmerer war es eine fehlende Tube Sonnencreme“, gratuliert Bürgermeister Christian Litzinger dem Jubelpaar. „Man merkt sofort, dass sie sich vor allem zwei Dinge bewahrt haben: die Freude aneinander und ihren Humor. Ich wünsche den beiden von Herzen noch viele glückliche gemeinsame Jahre in unserer Barbarossastadt.“ (red)