NIDDERAU

Schmierereien am Brunnen sorgen für Wirbel in Nidderau: Bürgermeister und Bauhofleiter beziehen Stellung

Bürgermeister Andreas Bär und Bauhofleiter Werner Christiansen sowie dessen Team beziehen Stellung zur aktuellen Diskussion um den Brunnen auf dem Windecker Marktplatz.
Foto: Stadt Nidderau


Donnerstag, 06.08.2026

Die Schmierereien mit Farbkreide am Brunnen auf dem Windecker Marktplatz (KINZIG.NEWS berichtete) haben in Nidderau für mächtig Wirbel gesorgt. Jetzt beziehen Bürgermeister Andreas Bär und Bauhofleiter Werner Christiansen Stellung zur aktuellen Diskussion.

KINZIG.NEWS veröffentlicht das Statement der beiden im Wortlaut:

"Die jüngste Mitteilung zu den erneuten Kreidespuren am Brunnen auf dem Windecker Marktplatz hat viele Reaktionen ausgelöst – auch kritische. Das nehmen wir ernst und möchten eines klarstellen: Es geht uns ausdrücklich nicht darum, Kindern das Spielen im öffentlichen Raum abzusprechen oder Kinderzeichnungen zu problematisieren. Im Gegenteil: Familien und Kinder beleben und bereichern unsere Stadt jeden Tag durch ihre Spontanität, Kreativität und ihr Miteinander.

Es geht uns um den besonderen Naturstein, aus dem der Brunnen gefertigt ist. Sandstein ist ein sehr empfindliches Material; seine Oberfläche nimmt Farb- und andere Rückstände schnell auf. Flecken verschwinden daher nicht einfach mit dem nächsten Regenschauer, sondern müssen aufwendig und von Hand entfernt werden. Diese fachgerechte und schonende Reinigung bindet Mitarbeitende des Bauhofs über viele Stunden.

"Wollten keinen Staatsakt daraus machen"


In den vergangenen Wochen wurde der Brunnen mehrfach bemalt, zum Teil auch mit Wachsmalstiften. Inzwischen sind Flecken dauerhaft sichtbar, zudem ist die Oberfläche durch die notwendigen Reinigungen bereits an manchen Stellen beeinträchtigt. Auf Wunsch des Bauhofs haben wir deshalb auf dieses Thema hingewiesen – nicht, um einen „Staatsakt“ daraus zu machen, sondern um zu sensibilisieren und eine Verhaltensänderung zu erreichen.

Der Brunnen ist öffentliches Eigentum und wurde mit erheblichen Mitteln finanziert, die letztlich von allen Nidderauerinnen und Nidderauern getragen werden. Er war für den Marktplatz ausdrücklich gewünscht: Bei der damaligen Bürgerbefragung sprach sich eine Mehrheit für einen solchen Brunnen aus. Umso mehr sollten wir ihn gemeinsam pfleglich behandeln. Niemand von uns möchte vermutlich, dass die eigene Hauswand bemalt wird. Warum sollten für einen öffentlichen Brunnen andere Maßstäbe gelten?

"Alles für eine lebenswerte Stadt"


Natürlich gibt es in Nidderau viele andere wichtige, teils auch wichtigere Themen. Das ändert aber nichts daran, dass wiederholte Verschmutzungen vermeidbare Arbeit verursachen und den Bauhof verständlicherweise ärgern. Wir sind überzeugt, dass dies nicht aus böser Absicht geschieht, sondern oftmals aus Unwissenheit. Genau deshalb möchten wir unsere Sichtweise noch einmal erläutern.

Eine lebenswerte Stadt entsteht auch durch Rücksichtnahme im Kleinen. Bitte achten Sie gemeinsam mit uns darauf, dass öffentliche Orte sauber bleiben und erhalten werden – für Kinder, Familien und alle Menschen in Nidderau." (red)