OFFENBACH

Sonja Pahl: „Mehr als eine Frauenquote unter den Sportreportern“

Sonja Pahl im Interview mit Bundestrainer Joachim Löw. - Foto: Holger Sá


Sonntag, 14.02.2021

„Das WM-Finale 2006 live aus dem Stadion in Berlin zu kommentieren, war mein Highlight“, sagt Sonja Pahl (48) rückblickend. Als erste Frau kommentierte sie das Endspiel zwischen Italien und Frankreich damals live im Radio. „Es klingt etwas kurios, aber mein großes „Glück“ war, dass die deutsche Nationalelf zuvor „ausgeschieden“ ist, ich deshalb nach Berlin fahren konnte und das Spiel für FFH kommentieren durfte. Es war tierisch aufregend, weil ich wusste, was ich als Frau vor mir habe. Als erste Frau live aus dem Stadion zu berichten! Die ganzen Reporter aus aller Welt um mich herum und dazwischen ich – es hat unheimlich viel Spaß gemacht und war mir eine Ehre.“

Mit Sonja Pahl besetzt seit 2011 eine Frau die Position der Sportchefin bei HIT RADIO FFH. Bereits seit 2002 ist sie festangestellte Reporterin und Redakteurin der FFH-Sportredaktion. In ihrer Funktion hat sie sich bundesweit einen Ruf als Fußball-Expertin aufgebaut und äußert in entsprechenden Gesprächsrunden, wie z.B. dem „Sport1 – Doppelpass“, ihre Meinung oder ordnet Fußball-Geschehnisse ein.

"Musste zahlreiche Hürden überwinden"

Sonja Pahl konnte sich beim Start ihrer Laufbahn dabei nie auf „Vitamin B“ verlassen. Ihre Zutaten waren: Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und die Begeisterung für den Sport! „Ich musste zahlreiche Hürden überwinden, um diesen Job als Frau ausüben zu können, wie ich ihn heute mache. Aber das war mir egal, ich habe es einfach trotzdem durchgezogen, weil es mir Spaß macht und meine Leidenschaft ist.“

Die gebürtige Offenbacherin arbeitet seit 1994 bei FFH. Während ihres Studiums (Abschluss als Diplom-Anglistin mit Wirtschaftswissenschaften und Spanisch) war sie bereits nebenbei als freie Mitarbeiterin für Zeitungen und für die Deutsche Presse-Agentur als freie Auslandskorrespondentin für den Hörfunkdienst in London tätig. Fußball kommentiert sie live bereits seit 1995 und ist seit 2001 auch als Reporterin der Fußball-Nationalmannschaft im Einsatz.

Foto: Privat

Als Leiterin der FFH-Sportredaktion kümmert sie sich um die Ausbildung des Reporter-Nachwuchses, koordiniert die Einsätze der Sportreporter und ist vor allem selbst europaweit in Stadien mit dem FFH-Mikrofon unterwegs. Sie sitzt für FFH in Pressekonferenzen mit Bundestrainer Joachim Löw, aber auch mit den regionalen Fußballmachern von Darmstadt über Frankfurt bis nach Kassel. Bei der WM 2006 war sie Teil des Reporterpools des Privatradio-Senderkonsortiums und kommentierte die Spiele aus Frankfurt für die Stationen in Deutschland. Auch neben dem Mikro setzt Sonja Pahl sich für die Frauenrolle im Sport ein. Sie ist Teil des Mentoring-Programms des „Landessportbund Hessen“. Ein Jahr lang begleitet sie dabei Frauen, die im Sport Führungsaufgaben anstreben oder schon innehaben. „Das ist ein Herzensprojekt. Denn die Frauen kämpfen oft mit ähnlichen Problemen, die ich selbst aus meinen Anfangszeiten kenne. Es ist wichtig und toll zu sehen, was sich daraus entwickelt, welche Gemeinschaften entstehen und wie neue Impulse gesendet werden.“

In der Anfangszeit ein Interview mit Uli Hoeneß

Als Praktikantin angefangen, hat sie sich in einer „vorrangigen Männer-Domäne“ nie unterkriegen lassen und ihre Karriere bei Hessens erfolgreichstem Radiosender gemacht. Der Weg dorthin war teilweise richtig schwer, sagt Sonja Pahl, aber: „Es fängt jetzt langsam an, sich zu bewegen. Meine Erfahrungen mit den Akteuren sind unter dem Strich relativ positiv. In meiner Anfangszeit als Reporterin stand mir mal Uli Hoeneß (inzwischen Ehrenpräsident des FC Bayern) für ein Interview zur Verfügung und hat mir sehr professionell, ohne zu zögern drei nette Antworten gegeben. Lothar Buchmann (erfolgreicher, hessischer Fußballtrainer, u.a. DFB-Pokalsieger mit Eintracht Frankfurt 1981) hat mich damals nach einem Gespräch angeschaut und gesagt: „Noch ein bisschen selbstbewusster und dann machen Sie das schon“. Und irgendwie ist er damit auch ein bisschen dafür mitverantwortlich, dass ich das mache, was ich jetzt mache.“

Wichtig war ihr bei alledem immer das Medium Radio. „Durch das Hören bekommt der Fußball noch mal eine andere Dimension. Da ist es egal, ob ein Mann oder eine Frau am Mikrofon sitzt. Emotionen transportieren – darum geht es. Ich kann für mich nur sagen: Gänsehaut-Reportagen sind und bleiben meine große Leidenschaft.“

Der hessische Radio-Marktführer und zweitgrößte privatrechtliche Radiosender Deutschlands HIT RADIO FFH (laut Media-Analyse über 2,6 Millionen Hörer pro Tag, 458.000 Hörer pro Stunde) gehört, wie planet radio und harmony.fm, zur Radio/Tele FFH mit Sitz in Bad Vilbel bei Frankfurt am Main. (pm) +++

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