FRANKFURT AM MAIN

Weltkriegsbombe gefunden: Entschärfung am Sonntag - 4.500 Anwohner betroffen

Die Weltkriegsbombe in Niederrad - Foto: 5vision media


Mittwoch, 17.02.2021
von MORITZ PAPPERT

Eine bei Bauarbeiten im Frankfurter Stadtteil Niederrad gefundene Weltkriegsbombe soll am Sonntag entschärft werden. Der 500kg-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Nachmittag des 16. Februar bei Arbeiten in einer Baugrube in der Saonestraße gefunden worden.

Nach der Beurteilung durch den Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen (RP Darmstadt), wurden von allen involvierten Behörden und Organisationen der Zeitpunkt der Entschärfung und notwendige Maßnahmen festgelegt. Aufgrund der Sprengstoffmenge und der Bauart der Bombe amerikanischen Typs ist die Einrichtung von einem Evakuierungsbereich sowie einer Schutzzone erforderlich, da eine Detonation massive Schäden an Gebäuden und eine große Gefahr für Menschenleben bedeuten würde. 

Die Feuerwehr hat eine genaue, interaktive Karte mit Suchfunktion erstellt, mit deren Hilfe jeder überprüfen kann, ob er betroffen ist. Die Karte kann hier abgerufen werden: https://t1p.de/lsz3 Nach der Einwohnermeldestatistik hat das Gebiet 4.500 Anwohner. Es liegen außerdem einige Sonderobjekte wie das Heizkraftwerk Niederrad, eine unterirdische Gashochdruckleitung, Fernwärmeverbindungen und Umspannanlagen sowie der S-Bahnhof Niederrad, Bahnstrecken und das 10. Polizeirevier im Gefahrenbereich. Altenpflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser sind nicht betroffen. 

Eine zusätzliche Schwierigkeit bietet die Pandemie-Situation. Aufgrund der Begebenheiten in diesem Fall kann die Entschärfung bis in die Abendstunden andauern.

Für den auf der Karte rot markierten Gefahren-/Evakuierungsbereich gilt: Die Zone muss am Sonntag, den 21.02., bis 8.00 Uhr selbstständig verlassen worden sein. Eingeschränkt gehfähige Personen, die im Evakuierungsbereich wohnen und einen Transport zu der Betreuungsstelle, oder einen sicheren Ort in der Nähe des Evakuierungsbereichs benötigen, sollten sich schnellstmöglich, spätestens bis Samstag, 20.02.2021, 16.00 Uhr, online registrieren https://arcg.is/1jK89u oder telefonisch beim Bürgertelefon melden unter: 069 / 212 111.

Das Bürgertelefon ist von Donnerstag, 18.02. bis Samstag, 20.02., in der Zeit von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr und Sonntag, 21.02. ab 6.00 Uhr bis Einsatzende zu erreichen.

Der Evakuierungsbereich

Der Evakuierungsbereich - Foto: Polizei

Für alle Anwohner, die keinen anderen Aufenthaltsort finden, wird von der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Deutschem Roten Kreuz in der Carl-von-Weinberg-Schule, Zur Waldau 21, eine Betreuungsstelle mit entsprechendem Corona Hygienekonzept eingerichtet. Die Räumlichkeiten können am Sonntag ab 7.30 Uhr selbstständig aufgesucht werden.

Angrenzend an den Evakuierungsbereich gibt es zudem eine Schutzzone (gelb). Für diese Adressen gilt sogenanntes "Luftschutzmäßiges Verhalten". Das heißt: Ab 11.00 Uhr dürfen Wohnungen, Häuser oder Geschäftsgebäude nicht mehr verlassen werden. Der Aufenthalt im Bereich von Fenstern, Glastüren, Terrassen und Balkonen ist untersagt. Fenster und Türen sind geschlossen zu halten. Halten Sie sich wenn möglich in den vom Entschärfungsort abgewandten Räumen Ihrer Wohnung auf. Ebenfalls ist jeglicher Aufenthalt im Freien verboten.

Eine entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt Frankfurt am Main wird erlassen und veröffentlicht werden.

Für von Corona betroffene Menschen im Evakuierungsbereich, mit einer schriftlichen oder mündlichen ausgesprochenen Isolations- bzw. Quarantäneverfügung vom Gesundheitsamt, gilt: Diese werden gesondert telefonisch kontaktiert und zuhause abgeholt, an einem geeigneten Ort betreut und nach Abschluss aller Maßnahmen wieder nach Hause gebracht.

Das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt verteilt an die betroffenen Liegenschaften und Anwohner Flyer mit Informationen zur Evakuierung. Für alle Anwohner, die keinen anderen Aufenthaltsort finden, wird derzeit nach einer Betreuungsstelle mit entsprechendem Hygienekonzept gesucht. Genauere Informationen dazu finden sich, sobald sie vorliegen, auf der Webseite der Feuerwehr www.feuerwehr-frankfurt.de. Aktuelle Informationen werden auf www.feuerwehr-frankfurt.de veröffentlicht. Die Stadt Frankfurt, Feuerwehr und Polizei informieren auch auf ihren Twitter-Kanälen: www.twitter.com/Stadt_ffm, www.twitter.com/feuerwehrffm bzw. www.twitter.com/polizei_ffm. (PM) +++

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