REGION

"Nicht länger Augen verschließen, viele stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin"

Wann dürfen die Geschäfte wieder öffnen? - Archivbilder: Tobias Rehbein


Donnerstag, 18.02.2021
von LUISA DIEGEL

Bis mindestens 7. März geht der Lockdown in Deutschland noch. Wie es danach mit Gastronomie, Hotellerie oder Einzelhandel weitergeht, ist ungewiss. Für viele Einzelhändler ist diese perspektivlose Situation kaum noch auszuhalten. Der Handelsverband Hessen fordert nun eindringlich, die aktuell geschlossenen Geschäfte schnellstmöglich wieder zu öffnen. 

"Bund und Länder werden in den nächsten Wochen weiter gemeinsam Öffnungsschritte abstimmen. Sie werden sich vorrangig am landesweiten und regionalen Infektionsgeschehen orientieren", hieß es in der Beschlussvorlage der letzten Konferenz von Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel. Erst bei einer Inzidenz von 35 soll es möglich sein, Geschäfte zu öffnen. 

Jochen Ruths, Präsident des Handelsverbandes Hessen, appelliert an Ministerpräsident Volker Bouffier in der nächsten Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sich aktiv für die Öffnung der geschlossenen Geschäfte einzusetzen - unabhängig von Inzidenzwerten. "Der aktuelle Zustand ist für den Non-Food-Handel in Hessen nicht mehr länger hinnehmbar", sagt er. Der Handel erbringe aktuell ein Sonderopfer – Existenzen stehen vor dem Ruin. "Wir rechnen in Hessen mit einer Insolvenzwelle im Handel und Restrukturierungen, die mehrere tausende Jobs kosten werden", so Ruths.

Ruth spricht von einer katastrophalen Situation und kritisiert die Entscheidungen der Politik: "Neue Inzidenz-Ziele, fehlende Perspektiven und absolut keine Entschädigungen. Viele Selbständige finanzierten mit dem angeordneten Lockdown die Bekämpfung der Pandemie aus ihrer eigenen, privaten Tasche", erläutert Ruths. "Ohne den massiven Druck auf Bundes- und Landesebene durch den Handelsverband wäre der Handel wohl sogar bei der Überbrückungshilfe III leer ausgegangen", so Ruths weiter.

Verzweiflung und Wut in der Branche wächst

Tatjana Steinbrenner, Vizepräsidentin des Handelsverbandes in Hessen, sieht aktuell, dass die Verzweiflung und Wut in der Branche mit jedem Tag weiterwächst. Dem gesamten Handel müsse es ab sofort erlaubt werden, Termine mit seinen Kund:innen zu vereinbaren – da aktuelle Untersuchungen zeigen würden, dass hiervon keine Gefahren ausgehen.

"Im geöffneten Lebensmittelhandel und in den Drogerien finden wir keine erhöhten Infektionszahlen (vgl. Studie des BGHW und BAuA zum Corona-Risiko im Einzelhandel) – weder bei Beschäftigten noch bei Einkaufenden. Dieser Schritt ist längst überfällig", so Steinbrenner. Laut aktuellen Studien ist das Einkaufen mit Maske und Abstand sicher.

"Öffnet die Läden!", fordern Ruths und Steinbrenner stellvertretend für den betroffenen hessischen Handel die Verantwortlichen der Politik auf. "Wer jetzt noch länger die Augen vor der Realität verschließt, betreibe den wirtschaftlichen Ruin an großen Teilen des Handels!" +++

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