MAIN-KINZIG-KREIS

Testen, testen, testen - strengere Teststrategie nach Auftauchen von Virusvarianten

Symbolbild pixabay


Samstag, 20.02.2021

 Das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises hat für Donnerstag 73 laborbestätigte Neuinfektionen mit dem SarsCoV-2-Virus und vier weitere Todesfälle gemeldet. Der Sieben-Tages-Inzidenzwert steigt leicht von 83 am Vortag auf jetzt 89. Die Verstorbenen wohnten in Hanau (3) und Schlüchtern.

Das Robert-Koch-Institut hat in diesen Tagen den Anteil der Mutationen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 auf etwa 22 Prozent beziffert. Diese Entwicklung wird besonders aufmerksam verfolgt, weil die veränderten Viren nach derzeitigem Kenntnisstand eine höhere Reproduktionszahl aufweisen. Sie sind also noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als die bisher zirkulierenden Varianten. Weil ihre Ausbreitung schwerer einzudämmen ist, ist es aus Sicht der Fachleute umso wichtiger, dass die Teststrategie sich ständig anpasst und sich weiterhin die Bürgerinnen und Bürger an die allgemeinen Hygieneregeln halten. Der dringende Apell der WHO lautet „testen, testen, testen“ im Kampf gegen das Coronavirus neben den Impfungen. Daran orientieren sich der Landkreis und das Gesundheitsamt des Kreises. Die Ergebnisse auch der Sequenzierungen – also des genauen Untersuchens der Virusvarianten – werden im Gesundheitsamt sehr genau analysiert. Die Informationen des Robert-Koch-Institutes zu den Virusmutationen decken sich auch mit den Beobachtungen im Main-Kinzig-Kreis, wo bisher ein Anteil der Mutationen von etwa 18 Prozent (64 von 351 Fällen) bestätigt werden konnte. In der Vorwoche lag der Anteil bei rund 8 Prozent (27 von 320 Fällen). Auch in der Altenpflegeinrichtung in Rodenbach gibt es mehrere Verdachtsfälle auf die britische Virusvariante. Hier liegen jedoch die Ergebnisse der Gensequenzierung noch nicht vor.

Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass die strengen Quarantäne-Auflagen für Infizierte ohne Unterschied gelten, ganz gleich mit welcher Virusvariante sich die einzelne Person angesteckt hat. Was das Umfeld der Infizierten angeht, hat das Gesundheitsamt seine Teststrategie in den vergangenen Wochen angepasst und untersucht im Wesentlichen den weiteren persönlichen Umkreis nach möglichen Ansteckungen. Das bedeutet etwa für Alten- und Pflegeheime, aber auch für Kindertagesstätten und Schulen, dass nicht nur die sogenannten Kontaktpersonen ersten Grades einen Test vermittelt bekommen, sondern auch jene zweiten Grades. Der Main-Kinzig-Kreis wird zudem das Angebot an Schnelltests in den kommenden Tagen deutlich ausweiten, um insbesondere für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen einen stärkeren Schutz und eine schnellere Aufklärung zu ermöglichen.

Nachdem drei Coronavirus-Fälle nachträglich in die Statistik aufgenommen worden sind, liegt die Gesamtzahl der Personen aus dem Main-Kinzig-Kreis, die sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, bei 14.383 Personen. Als infektiös eingestuft werden 690 Menschen, 13.693 haben die akute Virusinfektion überstanden. Im Zusammenhang mit Covid-19 sind 443 Menschen mit Wohnort im Kreisgebiet gestorben. In den Krankenhäusern in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern werden im Zusammenhang mit Covid-19 insgesamt 77 Patientinnen und Patienten medizinisch versorgt, darunter 66 Menschen, die im Main-Kinzig-Kreis wohnen. Auf der Intensivstation liegen 16 Patientinnen und Patienten, 6 sind auf ein Beatmungsgerät angewiesen. Das Gesundheitsamt hat unterdessen einen Coronavirus-Fall registriert, von dem die Philipp-Reis-Schule in Gelnhausen betroffen ist.

Die von den 73 Neuinfektionen betroffenen Personen wohnen in: Hanau (20), Maintal (9), Rodenbach (8), Bruchköbel (7), Bad Soden-Salmünster (3), Erlensee (3), Gelnhausen (3), Schlüchtern (3), Jossgrund (2), Großkrotzenburg (2), Gründau (2), Steinau (2), Brachttal (2), Linsengericht (2), Hammersbach, Langenselbold, Ronneburg und Schöneck. Ein Fall wurde noch nicht zugeordnet. (pm) +++

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