MAIN-KINZIG-KREIS

Mobile Teams setzen Impfaktion für Ältere fort

Die mobilen Impfteams sollen weiter aktiv bleiben. - Symbolbild: pixabay


Mittwoch, 09.06.2021

Die Zahl der verabreichten Impfungen in den beiden Impfzentren des Kreises liegt seit einigen Tagen unter der Marke von 2.000, wo doch bis zu 4.000 Impfungen am Tag möglich wären. Hintergrund ist der nach wie vor geringe Zufluss an Impfstoffen, wie auch in anderen Impfzentren und Arztpraxen im Bundesgebiet. Doch für die Altersgruppe der Über-80-Jährigen meldet der Main-Kinzig-Kreis nun „Vollzug“. „Die allermeisten Seniorinnen und Senioren, die sich für einen Impftermin registriert oder vorgemerkt hatten, waren schon im Frühjahr mit ihren Erst- und Zweitimpfungen durch“, erläutert Landrat Thorsten Stolz. „In den vergangenen Wochen und auch noch in diesen Tagen kamen aber einige hinzu, die noch dazu nicht in der Lage waren, selbst ein Impfzentrum anzusteuern. Hier haben unsere mobilen Teams jetzt unkompliziert ausgeholfen“, so Stolz.

Aus den Impfzentren Gelnhausen und Hanau waren daher noch bis in diese Woche hinein mobile Impfteams im Einsatz, die die älteren Menschen jenseits der 80 Jahre in ihren Wohnungen besucht und mit Impfstoff versorgt haben. Sie wurden vor Ort unterstützt durch ehrenamtliche Kräfte, etwa aus den Reihen der Feuerwehr. Zunächst waren die Teams im Ostkreis unterwegs, danach im Westkreis und dem Raum Hanau. Und noch immer kommen einzelne Nachmeldungen bei der Impfleitung des Main-Kinzig-Kreises an, die ebenfalls in Kürze versorgt werden.

Rund 4.000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreisgebiet, so lautete die Meldung des Landes Hessen im April, hätten sich für eine Corona-Schutzimpfung registriert und dabei angegeben, dass sie nicht mobil und somit auf eine Hausimpfung angewiesen seien. Sie alle wurden danach durch den Main-Kinzig-Kreis kontaktiert und entweder über Hausarztpraxen oder mobile Teams mit einer Impfung versorgt. Letzte und teils zusätzlich hinzugekommene Adressen von Über-80-Jährigen wurden bis Anfang Juni besucht. Die Teams verimpften das Vakzin des Herstellers Johnson&Johnson, so dass kein zweiter Impftermin mehr nötig wird und der volle Impfschutz schon nach wenigen Tagen gewährleistet ist.

Als Nächstes kommen die Über-70-Jährigen dran, die aus den gleichen Gründen derzeit auf eine Impfungen warten: teils durch eine spätere Registrierung und eben durch ihre Immobilität. Auch sie erhalten in Kürze einen direkten Termin mit den mobilen Teams.

„Der Aufwand dahinter ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Impfzentren in den letzten Wochen enorm, die Unterstützung aus den Kommunen aber wirklich gut, allen gilt daher mein ausdrücklicher Dank“, so Landrat Thorsten Stolz. Die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler ergänzt: „Eine Impfung ist nun mal der wirksamste Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe mit Covid-19, die gerade bei den hochaltrigen Menschen mit einem hohen lebensbedrohlichen Risiko verbunden sind. Insofern war und ist es dieser Aufwand wert.“

Simmler: Weiterhin Menschen mit besonderen Risiken auch besonders schützen

Die derzeit eher niedrige Auslastung von unter 50 Prozent in den Impfzentren sieht Gesundheitsdezernentin Simmler mit gemischten Gefühlen. „Beide Impfzenten wären gerüstet für den Volllastbetrieb, seit Monaten“, merkt sie an. Einzig die Impfstofflieferungen an die Impfzentren fehlten derzeit. „Die Aufhebung der Impfpriorisierung hat an der Situation leider noch keinen Meter etwas verändert, sondern erst einmal bei mehr Menschen eine Erwartungshaltung geschürt, die über viele Wochen hinweg nicht zu erfüllen sein wird.“ Dennoch müsse der Blick nach vorn gehen. „Für uns als Gesellschaft gilt es meiner Ansicht nach weiter, dass wir vor allem jene Menschen besonders unterstützen und schützen sollten, die einem besonderen Risiko ausgesetzt sind, also im Falle einer Erkrankung oder auch schon für eine Ansteckung.“ Sie denke dabei nach den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger an jene, die in prekären Verhältnissen lebten oder für die der Gang zum Arzt beispielsweise durch Sprachbarrieren ein Problem sei.

Susanne Simmler kündigte speziell für diese Menschen an, weitere Impfaktionen in der Fläche zu organisieren. „Wir nähern uns dem Punkt, an dem es den Schutz gegen das Coronavirus standardmäßig beim Arzt oder der Ärztin des Vertrauens gibt. Bis dahin darf aber nicht das Recht des Schnelleren und Stärkeren gelten, gerade nicht bei diesem Thema.“ +++

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