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STIKO empfiehlt Impfung bei Kindern und Jugendlichen nur mit Vorerkrankungen

Die Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist noch immer umstritten - Symbolbild: Pixabay


Freitag, 11.06.2021
von Adrian Böhm

Nach großen Startschwierigkeiten zu Beginn hat die Impfkampagne in Deutschland gegen das neuartige Coronavirus in den letzten zwei Monaten endlich Fahrt aufgenommen. Aktuell sind - Stand 10. Juni - 47 Prozent der Bevölkerung erstgeimpft. 23,9 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben bereits die zweite Impfung erhalten und genießen damit vollen Impfschutz. Doch was ist mit Jugendlichen und Kindern? 

Der Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer ist seit Ende Mai nun auch für Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren zugelassen. Davor lag die Grenze des Mindestalters noch bei 16 Jahren, seit der Zulassung des Impfstoffes im Dezember 2020. In der Zulassungsstudie für Impflinge zwischen zwölf und 17 Jahren, die über 2.200 Kinder eingeschlossen hat, konnte der Impfstoff auch bei Jugendlichen seine Wirksamkeit und Sicherheit unter Beweis zu stellen. In der Zulassungsstudie zeigte der Impfstoff eine Wirksamkeit von 100 Prozent gegen eine Infektion mit SARS-CoV2. Mit der Anpassung der Zulassung und der Aufhebung der Impfpriorisierung am 7. Juni ist auch eine Debatte über die Impfung von Kindern und Jugendlichen entbrannt. 

Im Morgenmagazin sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens am vergangenen Freitag: "Es ist keine generelle Empfehlung der STIKO für alle gesunden Kinder zu erwarten." Dafür habe man, so Mertens, aktuell einfach noch nicht genug belastbare Daten. Einige Expertinnen sehen in der oben genannten Zulassungsstudie lediglich einen ersten Schritt in Richtung der Impfung für Kinder und Jugendliche. Daher ist die STIKO aktuell eher zurückhaltend. Dies heißt jedoch nicht, dass die STIKO prinzipiell gegen eine Impfung dieser Altersgruppe ist.

Empfehlung

Aktuell spricht sich die STIKO in einem Entwurf lediglich für die Impfung von Kindern mit besonderen Vorerkrankungen aus, die einen schweren Verlauf von Covid-19 erwarten lassen. Zu diesen gehören unter anderem Adipositas, Fehler des Immunsystems, schwere Herz- oder Lungenerkrankungen, Trisomie 21, Nierenfunktionsstörungen oder chronische neurologische Erkrankungen. Außerdem solle man Kinder mit Krebsleiden und schweren syndromalen Erkrankungen für die Impfung anmelden. Kinder, die in Haushalten mit Angehörigen leben, die sich nicht impfen lassen können, aber ein erhöhtes Expositionsrisiko haben, solle man ebenfalls laut STIKO impfen. 

Kritik gegenüber Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte erst vor kurzer Zeit auf einer Pressekonferenz gesagt, dass man jedem Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot machen wolle. Dieser Vorstoß hat in der Fachwelt auch für einige Kritik gesorgt. Besonders, da der Minister die Empfehlung der STIKO nicht abgewartet hat. Thomas Fischbach, Vorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte nannte Spahns Vorstoß "überambitioniert". Gleichzeitig forderte er die Einbindung der Kinder- und Jugendärzte in die Impfkampagne.

Wird eine Impfung gewünscht, kann man Jugendliche zwischen zwölf und 17 impfen

Eine generelle Absage bedeutet dies jedoch seitens der STIKO nicht für völlig gesunde Kinder und Jugendliche. Will man sein Kind impfen lassen, sollte man dies nach sorgfältiger Aufklärung durch eine Ärztin und nach guter Nutzen- Risikoabwägung machen. Weil die Impfung von Kindern und Jugendlichen aktuell stark erforscht wird, rechnen Experten in den nächsten Wochen und Monaten mit noch belastbareren Daten. Dann ist auch mit einer weiteren Anpassung der Empfehlungen seitens der STIKO zu rechnen. +++

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