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Neues Renteneintrittsalter mit 68 - Darf`s noch ein bisschen mehr sein?

Arbeiten bis mindestens 68? Auf viele Menschen wird das wohl zukommen - picture alliance / ZB | Z6944 Sascha Steinach


Montag, 14.06.2021
von MIRIAM ROMMEL

REGION - Die Idee der Bundesregierung, das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen, schlägt aktuell hohe Wellen – und das zu Recht. Geht es nach den deutschen Volksvertretern, dürfte die aktuelle Generation mindestens bis zum Erreichen des 68. Lebensjahres arbeiten, alle, die nach 1980 geboren wurden, sogar noch zwei Jahre länger. Was gerade in Berlin geplant wird, ist in der Realität kaum umsetzbar.

Stellen Sie sich vor: Im Seniorenheim sind die Mitarbeiter irgendwann kaum mehr von den Bewohnern zu unterscheiden. Die 70-jährige Pflegekraft soll täglich Menschen in ihrem Alltag unterstützen und körperlich harte Arbeit tun. Dem Bauarbeiter mit Rückenleiden wird zugemutet, auch noch als grauer Herr seinen Dienst zu verrichten und die Verkäuferin darf 40 Stunden in der Woche hinter der Ladentheke stehen. Weitere Beispiele gibt es viele.

Anstatt ständig diejenigen weiter zu knechten, die ohnehin bereits viel für den Staat tun, wäre es an der Zeit, sich Gedanken um eine alternative Finanzierung der Rente zu machen. Wie wäre es zum Beispiel damit, Menschen in die Pflicht zu nehmen, die nie -oder nur wenige Jahre -in die Kasse einzahlen? Damit ausdrücklich nicht gemeint sind natürlich Kranke sowie diejenigen, die sich redlich um Arbeit bemühen.

43 Milliarden Euro – diese Summe wird jährlich vom Staat allein für Leistungen nach dem SGB II (also Hartz IV) ausgegeben, viele weitere Milliarden für zusätzliche Sozialleistungen. Auf der einen Seite weigert sich der Staat, Menschen dazu anzuhalten, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, auf der anderen Seite darf erst der in Rente gehen, der fast nicht mehr kann. Ist das wirklich gerecht?

Das tatsächliche Renteneintrittsalter betreffend liegt Deutschland im europäischen Vergleich sowieso schon weit hinten. Selbst Länder, die großzügig mit Steuergeldern von der Bundesrepublik alimentiert werden, gewähren "ihren Arbeitnehmern" im Schnitt einen deutlich früheren Renteneintritt und das, bei ähnlichen demografischen Strukturen.

Beschäftigt man sich auch nur oberflächlich mit dem deutschen Staatshaushalt (1.678,6 Milliarden Euro Ausgaben im Jahr 2020), könnte man zu der Auffassung gelangen, dass für alles und jeden Geld im Überfluss bereitsteht – nur eben nicht für den kleinen Bürger, der schlussendlich - wie immer - die gesamte große Zeche zahlt.+++

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