Katastrophenhilfe die ankommt

Landwirte und Freunde organisieren Hilfsaktion für die Flutopfer

Langenselbolder organisieren Hilfsaktion für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Westdeutschland. - Fotos: Patrick Heck


Dienstag, 20.07.2021

LANGENSELBOLD - Auf Initiative von Landwirt Klaus Fuchs und Einzelhändler Rainer Schmidt startete am vergangenen Wochenende die erste Hilfslieferung aus Langenselbold in das stark von den Fluten betroffene Ahrtal in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Pünktlich um acht Uhr am Sonntagmorgen fuhr Klaus Fuchs zusammen mit dem Maintaler Sicherheitsexperten Jörg Dreger zu dieser kurzfristigen anberaumten Hilfsaktion ins Katastrophengebiet unserer Nachbarbundesländer. Die Dreger Group mit Sitz in Frankfurt am Main unterstützt das Hilfsprojekt mit mobilen Stromgeneratoren, kistenweise geschmackvolle und haltbare Notfallnahrung, Snacks sowie nichtbrennbaren und hochwirksamen Desinfektionsmittel.

„Ohne eine ausreichende und stabile Stromversorgung, Infrastruktur, Lebensmittel und Bekleidung ist eine adäquate Hilfe in solchen Krisengebieten fast nicht möglich. Ohne funktionierendes Telefonnetz nutzt den Betroffenen auch ein geladenes Handy nichts“ erklärt Dreger einleitend.

Das vor Ort dringend Hilfe benötigt wird, war auch vielen Langenselbolder Einzelhändlern bewusst. Das Langenselbolder REWE Einkaufszentrum rund um Chef Freddy Stoll spendete zwei Großpaletten Getränke sowie eine Palette Hygienetücher. Der Eigentümer des Telefonladens in der Ringstraße Rainer Schmidt organisierte weitere Hygieneartikel, Seifen und Trinkbecher. Familie Matz vom Unverpacktladen „Ins Dippsche“ stellte Handtücher und Toilettenpapier zur Verfügung. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Langenselbold (MIT) spendete den Kraftstoff für die Fahrt der Hilfskräfte. Familie Giebisch vom Baumwieserhof unterstützte mit einer Geldspende und der Klausehof aus Birstein steuerte haltbare Lebensmittel bei.

Im Katastrophengebiet angekommen zeigte sich den Helfern ein Bild der Verwüstung, welches sich nur schwer über Foto- und Fernsehaufnahmen übertragen lässt. „Die Straßen sind auch heute noch kilometerweit mit einer mehrere Zentimeter dicken Schlamm- und Dreckschicht überzogen, der nun herrschende Sonnenschein und die gestiegenen Temperaturen machen ein durchkommen mit PKWs an vielen Stellen fast unmöglich. Die örtliche Infrastruktur von der Straße über die Tankstelle bis zum Lebensmittelladen wurde ausradiert. Am Wegesrand und in den Vorgärten türmen sich meterhoch Abfälle, Trümmer und Treibgut“ berichtet Klaus Fuchs. „In den Hinterhöfen stapeln sich Autowracks, Bahnstrecken sind unterspült und nicht wenige der Anwohner haben traumatische Tage und Nächte hinter sich. Einige Anwohner schilderten, wie sie mitansehen mussten wie Menschen von den Fluten mitgerissen wurden oder andere von Dächern stürzten. Hoffentlich werden Lehren gezogen, denn das Wissen zur Vorsorge war schon vorher vorhanden“ ergänzt Jörg Dreger.

Auf ihrem Einsatz durch das Ahrtal macht der Hilfstransport zunächst Station in Dernau im Kreis Ahrweiler, wo man den Soldaten der Bundeswehr Lebensmittel zur Verfügung stellen konnte, bevor man in Rheinbach im Rhein-Erft-Kreis die Einsatzkräfte vor Ort unterstützen und die Hilfsgüter an die Bevölkerung verteilen konnte.

„Wir danken allen Helfern und Unterstützern für Ihre schnelle und unkomplizierte Hilfe. Binnen weniger Stunden konnte ein ganzer Transporter voll Hilfsgüter gepackt werden. Die Langenselbolder wissen, wie schnell ein Hochwasser kommen kann, erst Ende Januar dieses Jahres hat ein Starkregenereignis Teile unserer Stadt zur Überraschung der Einsatzkräfte unter Wasser gesetzt“ berichtet Rainer Schmidt abschließend.

Bereits in den kommenden Tagen soll eine weitere von Langenselboldern organisierte Hilfsaktion zur Umsetzung kommen. Nach den Eindrücken der Helfer vor Ort werden die Aufräumarbeiten noch mehrere Wochen andauern, die Schäden an Gebäuden und Infrastruktur zu beheben wird deutlich länger dauern. (pm) +++

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