Tonnenweise Spenden gesammelt

Erste Helfer kehren aus Hochwassergebiet zurück: "Schäden unglaublich groß"

Abladen der Spenden aus Gelnhausen am Feuerwehrhaus Heimersheim - Fotos: Feuerwehr Gelnhausen


Freitag, 30.07.2021
von SELINA FELLER

GELNHAUSEN - Nach einem anstrengenden Einsatz in den Hochwassergebieten Ahrweiler und Heimersheim sind die Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus Gelnhausen wieder zurückgekehrt.

Gut eine Woche ist es her, dass die ehrenamtlichen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Gelnhausen-Mitte, des DRK Ortsverbands Gelnhausen und des THW Ortsverbands Gelnhausen  nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gestartet sind, um dort die gesammelten Spenden an die Feuerwehren und Bürger zu übergeben. Im Gepäck haben die erschöpften Retter nicht nur verschmutze und massiv beanspruchte Einsatzmaterialien, sondern vielmehr auch Bilder der Verwüstung und vor allem des menschlichen Leids.

Erschüttert von Zerstörung


Die ehrenamtlichen Helfer waren erschüttert von der Zerstörung, die sie in den angefahrenen Orten über mehreren Kilometern vorfanden. „Solch eine Zerstörung und surreale Stimmung haben die Einsatzkräfte noch nie erlebt. Und diese waren schon häufiger in Katastrophengebiete im Einsatz“, so Heiko Ruffolo-Schweitzer, Wehrführer Gelnhausen-Mitte. „Die Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Einsatzkräfte, waren völlig entkräftet und bereits über Tage im Einsatz und trotzdem weiterhin motiviert, diese Situation bis zum Ende durchzustehen.“

Fotos von den gespendeten Materialien Besen
Fotos von den gespendeten Materialien Besen
Fotos von den gespendeten Materialien
Fotos von den gespendeten Materialien

Die Spendenbereitschaft für die Opfer der Hochwasserkatastrophe war hoch. Rund 10.000 Tonnen Hilfsgüter, wie zum Beispiel Schippen, Besen, Gummistiefel, Schubkarren, Stromaggregate, aber auch Tischkreissägen, Kettensägen, Baustützen und unterschiedliches Handwerkzeug, haben die Katastrophenhelfer erreicht. Dieses Material wird dort dringend benötigt. Das gespendete Material wurde zum Feuerwehrhaus Heimersheim gebracht, das ebenfalls von den Fluten zerstört wurde, aber noch über eine Fahrzeughalle verfügt.

Von dort aus haben die Kameraden aus Gelnhausen, in Absprache mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr Ahrweiler, die Spenden direkt zu den Sammelpunkten in den umliegenden Ortschaften gebracht. Ebenfalls konnten die gespendeten Baustützen sofort zum THW Gelnhausen nach Altenahr gebracht werden, die dort nun ein Fachwerkhaus, das Erhalten werden soll, sichern.

Feuerwehrhaus Heimersheim
Feuerwehrhaus Heimersheim
Abladen am zugewiesenen Sammelplatz
Abladen am zugewiesenen Sammelplatz

Die Dankbarkeit der Bürger war überragend. „Ich habe noch nie erlebt, wie sehr sich jemand über einen Schubkarren freut und sich mehrfach dafür bedankt“, so Tine Schuster und Moritz Amrhein von der Feuerwehr Gelnhausen. Die eingerichteten Sammelplätze sind sehr zentral gelegen und die Abgabe von Spenden und Material wird jeweils von THW, DRK und Feuerwehr koordiniert. Dort gibt es unter anderem Wasser, Toiletten, warmes Essen und benötigte Materialien für die Bürger. An manchen Sammelpunkten sind auch mobile Arztpraxen des DRK aufgestellt. Die Zusammenarbeit der freiwilligen Helfer, Bauunternehmer und Hilfsorganisationen funktioniert reibungslos. Es wird sofort und direkt geholfen und jeder hat seine zugewiesene Aufgabe. Die Straßen werden mit großen Baumaschinen und Lkw frei geräumt und der Schutt außerhalb abgeladen.

Hand in Hand


Die freiwilligen Helfer kümmern sich um die Häuser und die Versorgung der Bürger. THW und Feuerwehr suchen Hand in Hand ununterbrochen nach Überlebenden und sichern gleichzeitig Abbruchstellen, stellen den Brandschutz sicher und arbeiten alle relevanten Gefahrenstellen ab. In allen Bereichen unterstützt die Bundeswehr die Helfer vor Ort. Diese räumt mit ihren Panzern die Straßen, bringt benötigtes Benzin für die Baumaschinen vor Ort und setzt verschiedene Spezialfahrzeuge ein. So baut die Bundeswehr - wie auch das THW - Brücken über die Ahr, die eigentlich nur ein kleiner Fluss ist und sich zu einem reißenden Strom entwickelte. In der Region wurden 13 von 14 Brücken vollständig zerstört. 

„Die Einsätze werden von den örtlichen Feuerwehren und den heimischen Betrieben geleitet, nur so kann man eine solche Lage vernünftig koordinieren“, sagte der örtliche Einsatzleiter im Gespräch mit Wehrführer Heiko Ruffolo-Schweitzer. „Die Feuerwehren hier aus den Orten und die Bauunternehmen kennen sich in der Gegend aus und können sich auf dem kurzen Weg abstimmen. Mit fremden Führungskräften, die die Logistik über den PC steuern, würde das nicht so gut laufen. Das müssen wir selbst in die Hand nehmen und unsere Einsatzkräfte und die Einsatzkräfte am Nürburgring selbst abrufen. Was auch problemlos funktioniert. Deshalb haben wir auch die Führungskräfte des Krisenstabes aus unserer Stadt nach nicht einmal einem Tag wieder weggeschickt“, so der Einsatzleiter weiter. Nach einer kleinen Stärkung im Stützpunkt in Bad Neuenahr-Ahrweiler fuhr der Konvoi dann am späten Abend nach Gelnhausen zurück. Am Feuerwehrhaus angekommen, wurden Material und Fahrzeuge sofort gereinigt.

Bürgermeister Daniel Christian Glöckner und Wehrführer Heiko Ruffolo-Schweitzer bedanken sich bei THW, DRK und Feuerwehr für die unbürokratische, reibungslose und kameradschaftliche Zusammenarbeit. Es zeigt, dass alle Hilfsorganisationen dasselbe Ziel verfolgen. Ihr Dank gilt auch den Bürgerinnen und Bürger für die zahlreichen Spenden. +++


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