Das sind unsere Bundestagskandidaten (3)

Lennard Oehl (SPD): "Ein höherer CO2-Preis löst keine Veränderung aus"

Lennard Oehl (SPD) - Foto: Moritz Pappert


Sonntag, 05.09.2021
von MORITZ PAPPERT

MAIN-KINZIG-KREIS - Am Sonntag, 26. September, stehen die Zeichen auf Bundestagswahl. Der Wahlkampf läuft zurzeit auf Hochtouren. Ein Grund für KINZIG.NEWS, den Kandidaten aus den heimischen Wahlkreisen mit zehn Fragen auf den Zahn zu fühlen. Heute: Lennard Oehl (SPD, Wahlkreis 180).

KINZIG.NEWS: Was ist ihr politisches Hauptziel und ihre Überzeugung anzutreten?

Oehl: „Meine beiden Kernherausforderungen sind einmal die Bewältigung der Corona-Pandemie. Das ist einer der bedeutendsten Herausforderungen der nächsten vier Jahre. Da gibt es das Thema soziale Ungleichheit. Besonders große Unternehmen wie Amazon oder Zalando muss man fairer an den Lasten der Krise beteiligen.

Die zweite Herausforderung, bezogen auf den Wahlkreis ist, wie gelingt es uns, den Strukturwandel mit dem Klimawandel zu verbinden. Besonders in Hanau gab es viele Arbeitskämpfe, wenn man Klimaneutral werden will werden die Unterstützung brauchen. Da braucht es die Politik, die die Rahmenbedingungen setzt. Ein großer Schwerpunkt in Hanau ist das Thema Wasserstofftechnologie im Industriepark Wolfgang.

KINZIG.NEWS: Welche drei Themen müssen schnellstmöglich angegangen werden?

Oehl: „Wenn wir auf die Pandemie blicken, das Thema soziale Ungleichheit. Da brauchen wir ein gerechteres Steuersystem. Das ist auch relativ leicht umzusetzen. Weiteres wichtiges Thema ist die Aufwertung der sozialen Dienstleistungsberufe. Da darf es beim Klatschen nicht bleiben. Hier muss man beispielsweise einen höheren Mindestlohn geben. Der Dritte Punkt ist das Thema Klimawandel und Strukturwandel begleiten. Man muss beim Klimawandel klare Ziele setzen. Ein höherer CO2-Preis ist da der falsche Weg. Damit verteuert man das nur, man löst aber keine Veränderung aus.

KINZIG.NEWS: Mit welcher Partei würden sie am liebsten koalieren und mit welcher nicht?

Oehl: „Die meisten Überschneidungen gibt es mit den Grünen. Aber auch die große Koalition hat aber auch einige gute Punkte durchgesetzt. Mit der AfD und der Linkspartei würde ich ungern koalieren.“

KINZIG.NEWS: Welche Persönlichkeit würden Sie gerne einmal treffen und warum?

Oehl: „Auf politischer Ebene ist es Barack Obama. Er hat mich dazu gebracht, mich stärker politisch zu engagieren. Ich war nach meinem Abi in den USA, während des Präsidentschaftswahlkampf. Dort habe ich eine Rede von ihm gehört, das hat mich motiviert, mich stärker zu engagieren.“

KINZIG.NEWS: Was schätzen Sie besonders am Main-Kinzig-Kreis?

Oehl: „Besonders die vielfältige Landschaft. Vor allem im Westkreis hat man eine bald Großstadt in Hanau. Dort bin ich zur Schule gegangen und habe das städtische Leben sehr genossen. Das urbane schätze ich an Hanau sehr. Aber man ist auch sehr schnell in der Natur. Das macht den Kreis aus. Aber auch die Nähe zu Frankfurt. Das sorgt für viel Lebensqualität im Main-Kinzig-Kreis.“

KINZIG.NEWS: Was ist ihre größte Stärke und ihre größte Schwäche?

Oehl: „Meine größte Stärke ist, dass ich zuhören kann, wenn ich mit Leuten im Gespräch bin, auch wenn ich mit ihnen nicht einer Meinung bin. Und mein gesunder Pragmatismus Dinge durchzusetzen und Kompromisse schließen zu können. Eine Schwäche ist eine gewisse Ungeduld. Die Mühlen der Politik mahlen ziemlich langsam, das steht mir auch manchmal im Weg.

KINZIG.NEWS: Was ist ihr Ausgleich zur Arbeit?

Oehl: „Ich bin leidenschaftlicher Sportler, gehe laufen oder ins Fitnessstudio. Außerdem spiele ich Klavier und Gitarre, das bringt mich immer wieder runter. Aber auch das Politische würde ich als einen Ausgleich zählen.“

KINZIG.NEWS: Wie beurteilen Sie die Arbeit von Angela Merkel?

Oehl: „Sie hat eine Menge erreicht. Sie hat aber viele Projekte von ihrem Vorgänger Schröder übernommen, die sie an ihm kritisiert hat, die sie selbst aber gar nicht wirklich anders gemacht hat. Sie hat das Land nicht so schlecht regiert, um es einfach zu sagen.“

KINZIG.NEWS: Wo steht Deutschland in 10 Jahren?

Oehl: „Das kommt darauf an, wie sich die Wahl entscheidet. Deutschland hat jetzt die Wahl, ob den fortschrittlichen Weg geht, oder den Weg des Stillstandes. Ich hoffe, dass wir es in 10 Jahren die Folgen der Pandemie bewältigt zu haben. Wir werden es hoffentlich auch geschafft haben, in der Umweltpolitik Fortschritte erzielt zu haben, die nicht zu Lasten der Industrie gegangen sind.

KINZIG.NEWS: Warum sollten die Bürger sie wählen?

Oehl: „Weil ich jemand bin, der sich für den Wahlkreis einsetzen will, nicht nur zu Wahlkampfzeiten. Ich weiß, was es heißt, sich für seine Nachbarschaft einzusetzen, ich bin jemand, der das direkte Gespräch sucht. Ich will ansprechbar sein und Volksvertreter sein und den Beruf wirklich ernst nehmen.“

Zur Person:

Lennard Oehl ist 27 Jahre alt und kommt aus Nidderau. Nach dem Abitur hat er Volkswirtschaft studiert und arbeitet als Analyst für einen Finanzdatendienstleister in Frankfurt. Er engagiert sich im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises und im Stadtparlament in Nidderau. 

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