2 G als "freie Entscheidung"

Corona-Kabinett - Kompletter Wechsel: Keine Inzidenzwerte mehr

Das Corona-Kabinett der hessischen Landesregierung hat am Montagabend getagt. - Foto: Grafik KN


Dienstag, 14.09.2021
von HANS-HUBERTUS BRAUNE

WIESBADEN - Das Corona-Kabinett der hessischen Landesregierung hat am Montagabend getagt. Die Ergebnisse haben Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen) am Dienstagnachmittag während einer Pressekonferenz in Wiesbaden vorgestellt.

Die große Umstellung: Die Hospitalisierungsrate und die Anzahl der Intensivbetten sowie Krankenhausbelegung werden bei der Bewertung der Situation der Corona-Pandemie berücksichtigt. "Wir haben eine veränderte Situation", sagte Bouffier. Es gibt zwar Warnstufen: Erste Stufe bei Hospitalisierungswert den Wert von Faktor acht (100.000 Einwohner) und einer Belegung von 200 Intensivbetten. Die zweite Stufe: Hospitalisierungsrate bei 15 und Intensivbetten-Belegung bei 400 Betten.

"Das sind landesweite Festlegungen", sagte Bouffier. "Wir schauen auch weiter auf die Sieben-Tage-Inzidenz als Frühwarnsystem", sagte Gesundheitsminister Kai Klose. Die Allgemeinverfügungen in den Städten und Landkreisen werden aufgehoben.

2G-Modell kommt ab Donnerstag

Screenshot: Land Hessen

Screenshot: Land Hessen

Im Vorfeld hatte Bouffier erklärt, dass er eine 2 G-Regel für bestimmte Bereiche für möglich halte. Etwa in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und Friseuren. Die Betreiber können selbst entscheiden, ob sie die 3 G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) oder die 2 G-Regel (geimpft oder genesen) anwenden wollen. "Das ist eine freie Entscheidung", sagte Bouffier. Überall dort, wo die 2 G-Regel angewendet wird, gibt es keinerlei Einschränkungen mehr. In Behörden bleibt es weiterhin bei der 3 G-Regel.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gesunken und liegt am Dienstag bei 100,6. Die Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 2,5, 146 Intensivbetten sind belegt. In Hessen sind laut impfdashboard.de 61,7 Prozent der Menschen vollständig geimpft. 66,3 Prozent der Menschen in Hessen haben zumindest eine erste Coronavirus-Schutzimpfung erhalten. Bundesweit läuft in dieser Woche eine Impfaktionswoche.

Hospitalisierungsrate rückt in den Mittelpunkt


Angesichts des Impffortschritts hat die Hessische Landesregierung in Anlehnung an das Bundesinfektionsschutzgesetz beschlossen, die Infektionsinzidenz als alleinigen Indikator für die Coronavirus-Schutzmaßnahmen abzulösen. Künftig werden die Hospitalisierungsinzidenz und die Belegung der Intensivbetten wesentliche Maßstäbe für weitergehende Schutzmaßnahmen sein.

"Mit den Neuregelungen der Verordnung findet ein Systemwechsel statt. Die Infektionsinzidenz als bislang wichtigster Indikator wird durch einen neuen Fokus auf die Situation in den hessischen Krankenhäusern ersetzt und 2 auch die Kontaktnachverfolgung ist künftig nur noch in bestimmten Bereichen erforderlich. Neben der verpflichtenden 3G-Regelung in vielen Innenbereichen führt Hessen ab dem 16. September zudem ein 2G-Optionsmodell ein. Die 2G-Option bietet vor allem Veranstaltern und privaten Betreibern die Möglichkeit, nur Geimpfte und Genesene einzulassen. In diesen Fällen gibt es keine wesentlichen coronabedingten Einschränkungen wie Abstandsregeln oder eine Maskenpflicht mehr. Für Geimpfte und Genesene sind das wesentliche Erleichterungen", betonten Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose in Wiesbaden.

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