Aus dem Stadtparlament in den Bundestag

KINZIG.NEWS begleitet SPD-MdB Oehl auf erster Reise nach Berlin

Lennard Oehl bei seiner ersten Fahrt in den Bundestag - Fotos: Moritz Pappert


Dienstag, 28.09.2021
von TOBIAS BAYER & MORITZ PAPPERT

MAIN-KINZIG-KREIS - Es ist Montag, 13:30 Uhr, am Hanauer Hbf, als für Jan Lennard Oehl ein neues Leben beginnt. Der 28-Jährige steigt in seinen Zug nach Berlin. Keine 24 Stunden nach seinem überraschenden Erringen des Direktmandates im Hanauer Wahlkreis 180 gegen Kontrahentin Dr. Katja Leikert (CDU) wird er erstmals als frisch gewählter SPD-MdB den Bundestag besuchen. KINZIG.NEWS durfte ihn exklusiv ein Stück der Reise begleiten. 

Er ist nicht alleine am Hauptbahnhof. Während es für Oehl die erste Reise in den Bundestag ist und sein Politiker-Leben jetzt erst richtig losgeht, wird es für seinen Vorgänger Sascha Raabe (SPD) die letzte Fahrt in politischer Verantwortung in den Bundestag sein. Nach 19 Jahren verlässt Raabe die große politische Bühne, muss nur noch schnell Kisten packen. Der scheidende MdB zu KINZIG.NEWS: „Es ist toll, meine Nachfolge in besten Händen zu sehen.“

Für Lennard Oehl geht es zum ersten Mal nach Berlin, für Sascha Raabe wird das eine der letzten Fahrten in den Bundestag - Fotos: Moritz Pappert
Für Lennard Oehl geht es zum ersten Mal nach Berlin, für Sascha Raabe wird das eine der letzten Fahrten in den Bundestag - Fotos: Moritz Pappert

Beim Einsteigen in den gut gefüllten ICE 370 nach Berlin Ostbahnhof zeigt sich, aus welcher Welt Jan Lennard Oehl kommt und in welche er nun hineinwachsen muss. Während Sascha Raabe ein letztes Mal die Privilegien eines MdB, kostenfrei in der ersten Klasse der Bahn fahren zu dürfen, genießt, hat Oehl nur in der 2. Klasse gebucht. Ohne Reservierung. Einen freien Sitzplatz findet der studierte Ökonom aus dem Nidderauer Stadtteil Ostheim nur im Board-Bistro.

Kündigung am morgen abgegeben 

Oehl zu KINZIG.NEWS: „Ich konnte die ganze Nacht vor Aufregung kaum schlafen. Es war ja schon ein bisschen David gegen Goliath. Dass es nun tatsächlich mit einem Direktmandat geklappt hat, freut mich umso mehr.“

Oehl, Typ Schwiegermamas Liebling, hat bisher für ein IT-Unternehmen gearbeitet. Digitalisierung, Arbeit, freie Wirtschaft kennt er nicht nur aus Erzählungen. Er ist der erste seiner Familie, der studiert hat. Seine Großeltern hätten ihn geprägt, von ihnen lernte er, dass mit Fleiß und Bildung sozialer Aufstieg möglich ist. Oehl bewegen die klassischen SPD-Themen, allen voran Steuergerechtigkeit und Wohnungsbau. Die Sozialdemokratie fand Oehl als seine Heimat, ohne dass je ein Familienmitglied Genosse war.

Vor etwa zehn Jahren sei er in die SPD eingetreten, engagierte sich intensiv bei den Jusos, wurde deren Vorsitzender im Main-Kinzig-Kreis und zog vor fünf Jahren ins Nidderauer Stadtparlament ein. Jetzt also Bundestag. Ein Abenteuer: „Ich werde mir das alles anschauen und da reinwachsen", so Oehl. 

Doch erstmal muss er sich noch um die Abwicklung seines alten Berufslebens kümmern: „Mein Chef ist über meinen Wahlsieg informiert, er freut sich für mich. Heute morgen habe ich meine Kündigung abgeschickt."

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