GELNHAUSEN

Bewerber auf Augenhöhe - Impulsreferat zum Thema Fachkräftemangel

Referent Andreas Matutt im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen - Fotos: Lena Riemann

16.08.2019
von: Lena Riemann

"Das Internet allein macht den Erfolg eines Unternehmens nicht aus, die Menschen bzw. die Fachkräfte die hinter ihrer Arbeit stehen, sind das Entscheidende", sagte Walter Dreßbach in Gelnhausen. Am Donnerstagabend veranstaltete die IHK-Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern im Main-Kinzig-Forum ein Impulsreferat zum Thema Fachkräftemangel, aus der Veranstaltungsreihe "Impulse für Unternehmen". Referent Andreas Matutt berichtete über Arbeitslosenquoten, Beschäftigungsengpässe und über eine qualitative Suche nach geeigneten Arbeitnehmern. 


"Wir haben heute den höchsten Beschäftigungsstand seit Wiedervereinigung und der Trend geht weiter", so Matutt. Aufgrund der Verlagerung der Berufsgruppen hin zu Dienstleistungen und dem demografischen Wandel sei aktuell ein Engpass an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt spürbar. Aus diesem Grund müssen heute Unternehmen als potenzieller Arbeitgeber andere Strategien entwickeln, um genügend Fachkräfte für den Betrieb zu halten und anzuwerben. Dabei hätten es vor allem kleiner, lokale und branchenspezifische Unternehmen schwierig, die geeigneten Bewerber zu finden. 

Walter Dreßbach eröffnete die Veranstaltung
Zum Dank für den Impulsvortrag überreichte Dreßbach ein kleines Präsent.

Die Maßnahmen für das Recruiting sind heute vielfältiger geworden. "Hat man früher eine Zeitungsannonce aufgegeben, hatte das Unternehmen zumeist genügend Bewerber, um die Stelle zu besetzen. Heute reicht das nicht mehr", sagte Matutt. Eine der häufigsten eingesetzten Maßnahmen, wären dabei die Online-Stellenanzeigen. Ebenfalls würden Jobmessen und "Active Sourcing" von potenziellen Bewerben positiv wahrgenommen werden. "Aktives Werben und viele Stellenanzeigen wirken auch gleichzeitig werbend für das Unternehmen selbst", so der Referent aus Bad Orb. 

Für die Wahl der Mitarbeiter appellierte Matutt für Entscheidungen mit Bauch und Herz. "Auch wenn ein Bewerber auf den ersten Blick nicht 100 Prozent passt, kann er trotzdem Fähigkeiten mitbringen, die für das Unternehmen relevant sein können", sagte Matutt. Auch die Kommunikation zwischen Bewerber und Unternehmen sei wichtig. Ein Gefühl des willkommen Seins und eine Kennenlern-Atmosphäre sind für das Vorstellungsgespräch unerlässlich. "Die Bewerber sind keine Bittsteller", betonte Matutt, "Man muss sie auf Augenhöhe wahrnehmen."+++