Auf den Ernstfall bestens vorbereitet

Feuerwehr Maintal modernisiert in Dörnigheim ihre technische Einsatzleitung

Stadtbrandinspektor Holger Martiker (links) und sein Team stellen Bürgermeisterin Monika Böttcher die modernisierte technische Einsatzzentrale vor - Foto: Stadt Maintal


Freitag, 08.10.2021

MAINTAL - Großeinsätze sind nicht vorhersehbar, aber sie sind planbar. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Vorkehrungen für den Ernstfall zu treffen und dabei unterschiedliche Szenarien zu berücksichtigen. Diese Planungen umfassen sowohl das Personal als auch die technische Ausrüstung. Hier hat die Feuerwehr Maintal einen wichtigen Schritt nach vorne unternommen, indem sie im Feuerwehrhaus an der Berliner Straße in Dörnigheim ihre bestehende technische Einsatzleitung ausgebaut hat.

Auffällig sind vor allem die großen Flachbildschirme und Monitore sowohl im Besprechungs- als auch im Fernmelderaum. Dort laufen in Echtzeit alle relevanten Informationen zur Alarmierung und zum Einsatz zusammen, etwa die Verfügbarkeit von Personal und Fahrzeugen oder die jeweilige Position der Einsatzfahrzeuge. Die neue übersichtliche Darstellung der umfassenden Lageinformationen erleichtert dem operativ-taktischen Führungsstab, den Einsatz zu bewerten und die nächsten Schritte auf Grundlage der Daten sinnvoll zu planen.

Die Kommunikation in und aus dem Einsatzleitstab wird direkt nebenan im Fernmelderaum abgewickelt. Dort wurden zwei Arbeitsplätze eingerichtet und mit moderner Kommunikationstechnik ausgestattet. Neben Digitalfunk und Telefon steht hier auch ein Satellitentelefon für die Kommunikation bei Ausfall der Telefonverbindungen zur Verfügung. „Wichtig ist natürlich, dass wir uns so genannte Rückfallebenen einrichten“, erläutert der Stadtbrandinspektor Holger Martiker. Kurzum: Sollte das Telefonnetz kollabieren oder der Mobilfunk ausfallen, kommt das Satellitentelefon zum Einsatz.

Auch auf einen Stromausfall ist die Feuerwehr vorbereitet. Neben einem Notstromaggregat, das den Betrieb sicherstellt, hängt im Besprechungsraum ergänzend zu den hochauflösenden Bildschirmen auch ein klassischer großformatiger Stadtplan an der Wand. Im Schrank daneben liegen Papier und Stifte – für den Notfall im Notfall. Schließlich muss auf die Feuerwehr immer Verlass sein. Doch dafür braucht es eine zeitgemäße Infrastruktur.

„Unter anderem der Bombenfund in Bischofsheim bekräftigte nochmals die dringende Notwendigkeit für die Vergrößerung der Räumlichkeiten und den Umzug vom ehemaligen Funkraum im Erdgeschoss des Dörnigheimer Standortes hoch in das zweite Obergeschoss in zwei separate Räume“, so Martiker. Der ist übrigens nicht nur ehrenamtlicher Stadtbrandinspektor, sondern programmiert in seiner Freizeit außerdem Softwarelösungen für Feuerwehren, Rettungsdienste, Leitstellen, Sicherheitsdienste oder Sanitätskräfte zur Disposition und Verwaltung ihrer Einsätze und Einsatzmittel – auf Basis der Erfahrungen in Maintal. Die Anwendung ist natürlich auf den PCs der Maintaler Wehr installiert, kommt aber ebenfalls in anderen Kommunen zum Einsatz. „Aus der Praxiserfahrung für den Einsatz in der Praxis konzipiert – und noch dazu ,made in Maintal‘“, freute sich Bürgermeisterin Monika Böttcher bei einem Besuch vor Ort.

Als oberste Dienstherrin der Maintaler Feuerwehr war Böttcher außerdem beeindruckt von der multifunktionalen Nutzung der Räume und dem Engagement der Wehrkräfte. „Es ist eindrucksvoll, wie hier trotz der schwierigen räumlichen Rahmenbedingungen weitgehend in Eigenregie eine moderne Einsatzzentrale entstanden ist. Dass zudem individuelle Softwarelösungen aus den eigenen Reihen genutzt und weiter optimiert werden, zeigt, wie professionell unsere Freiwillige Feuerwehr aufgestellt ist. Hier kommen fachliche Kompetenz und ehrenamtliches Engagement zusammen, um Menschen in Not zu helfen“, dankte Böttcher im Namen des Magistrats und der Bürger*innen den freiwillig aktiven Wehrkräften sowie den Mitarbeitern des städtischen Fachdienstes Brandschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz um Leiter Andreas Matz, die Hand in Hand agieren.

„Die neuen Räume werden im „Dual-Use“-Ansatz auch im Tagesgeschäft genutzt. So bietet der Fernmelderaum zwei Arbeitsplätze für die hauptamtlichen Gerätewarte. Der Stabsraum wird durch die Feuerwehr oder den Fachdienst Brandschutz als Besprechungsraum verwendet“, erläutert Matz. In umgekehrter Nutzung können während eines Einsatzes die Büroarbeitsplätze im Fachdienst Brandschutz für die Arbeit des Führungshilfspersonals verwendet werden. (pm)

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