SINNTAL

Energiespeicher "Goliath": Wie zwei Sinntaler den Klimawandel stoppen wollen

Die Erfinder Robin Krack und Udo Gärtner (rechts) mit - Foto: Moritz Pappert

20.08.2019
von: Moritz Pappert

Was die beiden Sinntaler Robin Krack (26) und Udo Gärtner (50), entwickelt haben, könnte ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel sein. Mit ihrem Energiespeichersystem "Goliath" haben sie eine Lösung gefunden, den Strom aus erneuerbaren Energien zu speichern und ihn dann abzurufen, wenn er benötigt wird.

Drei Jahre lang haben sie in ihrer Gartenhütte in Sannerz getüftelt, bis der erste Prototyp von "Goliath" fertig und funktionstüchtig war. Dabei ist die Idee nicht neu. Die Erfinder nutzen das Prinzip eines Pumpspeicherkraftwerks. Bei "Goliath" wird Wasser mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien in eine Wassersäule gepumpt. Wenn Strom benötigt wird, wird einfach Wasser abgelassen. 

„Goliath“ soll gigantische Mengen an überschüssiger Energie aufnehmen und komplett speichern können. Nach einer solchen effektiven Möglichkeit wird seit Jahren gesucht. Das Speicherkraftwerk kann sowohl auf dem Wasser (offshore) als auch an Land (onshore) betrieben werden. "Jetzt geht es darum, einen Pilot-Goliath, etwa bei einer Windkraftanlage zu bauen. Der technische Weg und die Lösung für das Energie-Problem wäre da, jetzt müssen wir Goliath bekannt machen", so der Unternehmer Udo Gärtner.

Bei den herkömmlichen Pumpspeicherkraftwerken sei das Problem, dass sie nicht skalierbar und die Kosten sehr hoch sind. "Bei Goliath ist das nicht so. Wir können diese Schwächen nutzen und sie bei uns als Stärken umsetzen. Das ist der einzige Weg, der funktioniert. Somit können wir CO² reduzieren und dem Klimawandel global begegnen", erklärt der Maschinenbauingenieur gegenüber KINZIG.NEWS.

Prominente Unterstützung für "Goliath"

Auch der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Tauber (CDU) informierte sich bereits über "Goliath" und kündigte seine Unterstützung an. "Er hat einen Brief an Siemens geschrieben und versucht, seine wirtschaftlichen Kontakte für uns spielen zu lassen", so Gärtner. 

"Mit Goliath haben wir das fehlende Puzzleteil geschaffen. Wir bringen Umweltschutz und den technischen Fortschritt in Einklang - auch für alle folgenden Generationen", betont Krack. Jetzt wollen die Erfinder ihr Projekt in Deutschland zur Marktreife bringen. Sie hoffen dabei auch auf Unterstützung der Bundesregierung. Kontakte gibt es zudem auch in die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien. "Jetzt ist genau die richtige Zeit für ein Projekt wie "Goliath", so die Erfinder aus dem Sinntal. +++