Wieder ein eigenständiges Leben führen

Erste Vitos Einrichtung für psychiatrische Rehabilitation in Hanau eröffnet

Reinhard Belling (Vitos Konzerngeschäftsführer), Dr. Maxi Kneist (Ärztliche Leiterin), Dr. Sabine Kreß (Medizinische Geschäftsführerin), Uta Schubert (Therapeutische Leiterin), Servet Dag (Kaufmännischer Geschäftsführer) und Jonas Tilhof. - Foto: Vitos


Dienstag, 16.11.2021

HANAU - Mit einem Festakt wurde jetzt die Vitos Reha Hanau feierlich eröffnet und zugleich das einjährige Jubiläum begangen. Die Feier konnte im letzten Jahr pandemiebedingt nicht stattfinden und musste nachgeholt werden. Seit 2. November 2020 bietet die Vitos Reha Hanau 20 Plätze für die medizinische und berufliche Rehabilitation für Menschen mit psychischen Erkrankungen an.

In den neu gebauten Therapieräumen am Hanauer Sophie-Scholl-Platz kümmert sich ein Team aus Ärztinnen, Psychologinnen, Sozialpädagoginnen, Ergotherapeutinnen und pflegerischen Mitarbeitern um Rehabilitanden aus Hanau, Offenbach und den angrenzenden Landkreisen. „Oft schließt an die Behandlung einer körperlichen Erkrankung ganz natürlich eine Reha-Maßnahme an. Diese Selbstverständlichkeit wünschen wir uns auch für psychische Erkrankungen“, sagte Vitos-Konzerngeschäftsführer Reinhard Belling und ergänzt: „In Hanau füllen wir jetzt eine Versorgungslücke“.

Wo eine Versorgungslücke gefüllt wird


Bislang gab es in Hanau keine psychiatrische Rehabilitationseinrichtung, dafür aber einen großen Bedarf. Denn: Wohnortnähe und die Orientierung an der individuellen Lebenswelt der Rehabilitanden sind essentiell für die Behandlung, die immer ambulant stattfindet.  „Wir bringen unsere Angebote dahin, wo die Menschen sind, und nicht umgekehrt“, sagte Dr. Sabine Kreß, Medizinische Geschäftsführerin von Vitos Reha. „Psychiatrische Rehabilitation ist darauf ausgerichtet, psychisch kranken Menschen ein möglichst eigenständiges Leben zu ermöglichen. Dazu gehört die Teilhabe am Arbeitsprozess und am Leben in der Gesellschaft – auch über die Rehazeit hinaus“, so Kreß weiter.

Servet Dag, Kaufmännischer Geschäftsführer Vitos Reha, würdigte vor allem das Team um Uta Schubert und Dr. Maxi Kneist, die trotz schwieriger Startbedingungen mitten in der Pandemie, innerhalb eines Jahres eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen geschaffen haben.

Psychische Erkrankungen nehmen zu


Dag machte deutlich, warum neben der akuten psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung auch mehr längerfristige Reha-Angebote benötigt werden: „Zum einen nehmen psychische Erkrankungen in der Bevölkerung stetig zu, und die Corona-Pandemie wird diese Entwicklung auf lange Sicht weiter befeuern. Auf der anderen Seite sind mehr und mehr Menschen auch bereit, sich professionell behandeln zu lassen, wollen langfristige Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen nicht hinnehmen, wollen wieder am Leben teilhaben. Wir sind daher sehr froh, mit Vitos Reha Hanau die dritte ganztags-ambulante Einrichtung unter dem Dach von Vitos Reha anbieten zu können“, so Dag.

Neben der Rehabilitationseinrichtung in Hanau betreibt Vitos Reha zwei Standorte in Kassel und Frankfurt mit insgesamt 70 ganztagsambulanten Plätzen. Jonas Tilhof, Referatsleiter Einrichtungsmanagement und Vertragseinrichtungen, Deutsche Rentenversicherung Hessen, stimmte zu: „Das Leistungsspektrum der Vitos Reha und insbesondere die Kombination aus medizinischer und beruflicher Rehabilitation bilden ein zukunftsfähiges Angebot und leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Gesundheitsversorgung in der Region Hanau.“

Eine Behandlung bei der Vitos Reha Hanau dauert in der Regel sechs bis sieben Monate. Die Teilnehmer lernen etwas über ihre Erkrankungen und über Bewältigungsmöglichkeiten, erweitern ihre Handlungsfähigkeiten und ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen. Und sie erarbeiten Lebens- und Berufsperspektiven, um sich auf Beruf und Alltag vorzubereiten. (pm)

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