Der Piks als moralische Pflicht

Spahn und das Booster-Impfchaos: "Die Diskussion ist unangemessen"

Wichtig ist aber, dass wir zwei gute Impfstoffe haben, das ist eine ziemlich gute Situation. - Symboldbild: Pixabay


Dienstag, 23.11.2021
von LUISA DIEGEL

DEUTSCHLAND - Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht in der Kritik: Denn am Freitag hatte er verkündet, dass die Liefermengen des Biontech-Impfstoffes auf 30 Einheiten pro Woche für einen Hausarzt und 1.020 pro Impfzentrum für die nächsten Wochen beschränkt werden sollen. Heimische Politiker äußerten sich bereits am Wochenende und forderten den Minister auf, die Beschränkung rückgängig zu machen.


"Wir können nur gemeinsam das von der Bundesregierung gesetzte Impfziel bis Jahresende erreichen. Und nur wenn beide Impfstoffe in den jeweils gewünschten Mengen zur Verfügung stehen, ist das Ziel auch realistisch erreichbar", äußerten sie sich. Auch heimische Ärzte sind verärgert über die Entscheidung, dass das Präparat von Moderna bei den Auffrischungsimpfungen nun vermehrt zum Einsatz kommen soll. Andernfalls würden laut Spahn nämlich ab Mitte des ersten Quartals 2022 eingelagerte Moderna-Dosen zu verfallen drohen.

"Wir haben zwei wirksame Impfstoffe"

Gesundheitsminister Jens Spahn auf der Pressekonferenz am Montagmorgen.  - Screenshot: KN

Gesundheitsminister Jens Spahn auf der Pressekonferenz am Montagmorgen. - Screenshot: KN

"Ich verstehe den Ärger und ich spüre ihn auch", stellte sich Spahn am Montagmorgen bei einer Pressekonferenz der Kritik. Allerdings sei die Frage nach Biontech in den letzten zwei Wochen stark gestiegen. Doch er versucht zu beruhigen: "Mit der Auslieferung heute und den nicht verimpften Stoffen der letzten Wochen dürften etwa acht bis neun Millionen Biontech-Dosen in der Versorgung sein. Wenn ich auf die Impfzahlen der letzten Woche schaue, ist das nicht alles innerhalb der letzten Tage weg - es wird also Puffer aufgebaut." Biontech werde nach wie vor für Menschen unter 30 Jahren priorisiert eingesetzt.

Infektiologe Prof. Dr. Leif Erik Sander unterstrich bei der Pressekonferenz: "Man kann einen anderen Impfstoff für die Auffrischung nehmen - auch wenn die ersten beiden mit Biontech erfolgt sind." Die Unsicherheit der Menschen sei völlig unbegründet. "Ob Moderna oder Biontech, das ist im Grunde genommen egal." Die Diskussion darüber ist für Sander schlichtweg "unangemessen". Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts: "Wir haben einen gemeinsamen Feind - und das ist die Pandemie. Viele andere Länder auf der Welt sehnen sich nach zwei wirksamen Impfstoffen, die wir hier in Deutschland haben."

Auch Spahn verdeutlicht die Aussage noch einmal: "Moderna wird unbegrenzt ausgeliefert - Biontech muss vorübergehend begrenzt werden. Wichtig ist aber, dass wir zwei gute Impfstoffe haben, das ist eine ziemlich gute Situation." 

"Jeder Erwachsene muss sich impfen lassen"


Der Gesundheitsminister ging noch einmal darauf ein, dass Impfen der einzige Weg aus der Pandemie sei: "Eine fünfte oder sechste Welle kann nicht das Ziel sein. Es ist alternativlos, alle Erwachsenen müssen sich impfen lassen", plädiert er. "Menschen ohne Impfschutz werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit infizieren", ist sich Spahn sicher.

Deshalb würde er am liebsten manche "auf die Intensivstation zerren, damit jeder sieht, was das Virus anrichtet". Aufgebracht fragt er: "Was muss noch passieren, bis der Letzte versteht, dass die Impfung einen selbst schützt, aber auch uns als Gesellschaft?" Aus Sicht des Gesundheitsministers sei es eine moralische Pflicht, sich impfen zu lassen.

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