Arbeitsgruppe Wirtschaft und Finanzen

Rechenzentren im MKK sinnvoll ansiedeln - FDP und IHK im Gespräch

v.l: Osman, Piesold, Pfeil, Quidde, Fetzer, Saß - Foto: privat


Donnerstag, 25.11.2021

MAIN-KINZIG-KREIS - Rechenzentren, Logistikhallen und Zahnarztpraxen teilen ein gemeinsames Schicksal: Viele Menschen sind auf sie angewiesen, aber gerne gesehen sind sie nicht, zumindest nicht von allen – die Zahl ihrer Nutznießer ist größer als die ihrer Freunde. Aber gebraucht werden sie nun mal. Wie zumindest für Rechenzentren sinnvolle Ansiedlungslösungen aussehen könnten, darüber tauschten sich Vertreter der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Finanzen der FDP-Kreistagsfraktion und der Industrie und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern aus.

Die FDP-Fraktionsvorsitzende, Anke Pfeil, sowie für die Arbeitsgruppe Prof. Dr. Joachim Fetzer, Prof. Dr. Ralf-Rainer Piesold und Kolja Saß waren sich mit IHKHauptgeschäftsführer Dr. Gunther Quidde und dem Regionalentwickler der IHK, Mustafa Osman, einig: Ohne Rechenzentren in der Nähe wird es künftig nicht gehen, aber sie sollten nicht ohne klare strategische Vorgaben angesiedelt werden. Es gilt, Wildwuchs zu verhindern.

Erst vor wenigen Wochen hatte die FDP mit einem Antrag im Kreistag für kreisweite Leitlinien zur Ansiedlung von Rechenzentren deutlich gemacht, dass gerade kleinere Kommunen vor der schwierigen Aufgabe stehen, Nutzen und Kosten einer Ansiedlung der oft zahlungskräftigen Betreiber von Rechenzentren zu beurteilen. Denn die knapper werdenden Gewerbeflächen im Main-Kinzig-Kreis sind oft sehr begehrt: Hier die Betreiber von Rechenzentren, dort lokale Unternehmen, die dringend Erweiterungsflächen in der Nähe suchen. Wessen Ansiedlung ist zu bevorzugen?

Die Teilnehmer des Gesprächs am Freitag, 19. November, waren sich einig, dass es dafür keine pauschalen Lösungen gibt, sondern die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden vor der Herausforderung stehen, den jeweils besten Weg für ihre Kommune zu finden. Das setzt aber voraus, mehr über Risiken und Chancen der Ansiedlung von Rechenzentren zu wissen. Stromverbrauch, nutzbare Abwärme, der Erlös des Immobilienverkaufs, die zu erwartende Gewerbesteuer, auch die Möglichkeit, dass sich weitere Unternehmen der Branche dort ansiedeln, sind zu berücksichtigen.

Eine bessere Übersicht als Grundlage für bessere Entscheidungen ist notwendig, betonten die Teilnehmer. Längst ist nicht mehr nur die Nähe zum großen Internetknoten in Frankfurt entscheidend für die Einrichtung neuer Rechenzentren. Unsere moderne Produktionstechnik verlangt zunehmend nach mehr Digitalisierung in der Nähe – allein deswegen wird es mehr Nachfrage nach Rechenzentren auch im eher ländlichen Raum geben.

Diese Entwicklung findet im Main-Kinzig-Kreis bereits statt, und sie steht in direktem, Zusammenhang zur Digitalisierung in der Region. Auch deshalb wollen alle Teilnehmer des Gesprächs am Thema dranbleiben. (pm)

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